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The Listener

Blog für klassische Musik und mehr! ...seit 2003

L. van Beethoven - Klaviertrios Op. 70,1 & 70,2 / "Kakadu-Variationen" Op. 121a
Wiener Klaviertrio

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Ludwig van Beethoven - Klaviertrios Op. 70,1 & 70,2 / "Kakadu-Variationen" Op. 121a

Grandiose Neuaufnahme!

von Rainer Aschemeier  •  23. April 2014
Katalog-Nr.: MDG 942 1842-6 / EAN: 760623184265

Es ist die feine Linie, die Agilität und Poesie der Interpretation, die hier auf eine solche Art und Weise den Ausschlag gibt, dass man jedem nur raten kann, in diese Produktion wirklich reinzuhören. Diese Aufnahme ist besonders und kann mit Worten eigentlich nicht adäquat beschrieben werden.
Der Klang ist für MDG-Verhältnisse schön transparent geraten, wobei sicher auch das moderne Tonstudio im Konzertsaal der Abtei Marienmünster im wunderschönen Kreis Höxter sein Scherflein beigetragen hat.

The Bach Sons
Kammerorchester Basel - Y. Kasai / S.S. Wong (Klavier)

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The Bach Sons

Gut gedacht, aber nicht gut gemacht

von Rainer Aschemeier  •  21. April 2014
Katalog-Nr. & EAN: 88883734632

Die Besetzung (Kammerorchester Basel unter Yuki Kasai mit dem engagierten jungen Solisten See Siang Wong an einem modernen Konzertflügel) ließ Gutes vermuten. Doch diese CD wird für viel Diskussionsstoff sorgen – so viel ist sicher! Bei den Klavierkonzerten haben wir zum Beispiel den Kontrast zwischen dem modernen Konzertflügel und einem Dirigenten, der nun wirklich die Hardcore-Tour in Sachen „historisch informierter“ Aufführungspraxis fährt. Soll heißen: Null Vibrato bei den Streichern, sehr stringent durchgehackte Tempi, die zudem teils sehr schnell ausgefallen sind. Dazu also See Siang Wong in Martin-Stadtfeld-Manier mit maniriert-unterkühltem Spiel auf einem modernen Steinway D-274.

W.F. Bach - Sinfonias
Kammerorchester C.P.E. Bach - H. Haenchen

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Wilhelm Friedemann Bach - Sinfonias

Einst der "Boom-Bach", heute wieder der große Unbekannte: Wilhelm Friedemann

von Rainer Aschemeier  •  12. April 2014
Katalog-Nr.: 94690 / EAN: 5028421946900

Ein spannendes Beispiel dafür ist der Fall Wilhelm Friedemann Bach. Noch Mitte der 1990er-Jahre hatte es eine kurzzeitige, aber sehr heftige W.F. Bach-Begeisterung gegeben. Wilhelm Friedemann galt zu jener Zeit unzweifelhaft als der bei einem breiten Publikum bekannteste „Bach-Sohn“. Nun, im Jubiläumsjahr von Wilhelm Friedemanns Bruder Carl Philipp Emanuel hat sich das Bild drastisch gewandelt: Wilhelm Friedemann Bach wird aus dem Topf gezaubert, als sei er der große Unbekannte, während das C.P.E. Bach-Jubiläum ungeahnt rosige Blüten treibt. Mal im Ernst: Wer hat sich denn bis 2013 groß für C.P.E. Bach interessiert? Und nun tauchen dessen Werke plötzlich in den Klassik-Charts auf!

Th. v. Schacht - Symphonies Vol. 1
Evergreen Symphony Orchestra - G. Schmalfuss

Theodor von Schacht - Symphonies Vol. 1

Galoppierende Pferde

von Ulrich Hermann  •  9. April 2014
Kastalog-Nr.: CPO 777 737-2

Gerne würde ich diese Musik des Haydn-Zeitgenossen Theodor von Schacht einmal wirklich hören, denn abgesehen vom Menuetto Maestoso aus der Symphonie in Es-Dur, das in seinem tänzerischen Duktus klar und verständlich „abläuft“, ist auf dieser CD leider keine Musik zu hören, sondern nur belanglose, zusammenhanglose Klänge, angedeutete Melodien, die nicht Zeit und Raum bekommen, sich zu entfalten und zu erklingen, Läufe, die in wahnwitziger Geschwindigkeit „ablaufen“, gespielt von einem „jungen und sehr ehrgeizigen“ taiwanesischen Orchester.

L. v. Beethoven: Streich-Quartette Op. 18/2, Op. 18/4 & Op. 95 "Quartetto Serioso"
Minetti Quartett

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Ludwig van Beethoven - Streichquartette Op. 18/2, Op. 18/4 & Op. 95 "Quartetto Serioso"

Moderner, klangschöner, lyrischer Beethoven vom Minetti Quartett aus Österreich

von Rainer Aschemeier  •  5. April 2014
Katalog-Nr.: CD 98.029 / EAN: 4010276026655

Deswegen fühlt man sich gleich in der Defensive, wenn man heutzutage jemandem erzählen soll, dass ein Quartettensemble aus zwei bildhübschen Damen und zwei ebenso attraktiven Herren einfach gut, wirklich gut auch auf künstlerischem Gebiet ist. Das Minetti Quartett wurde zudem von der Fachpresse als das „Musikwunder aus Österreich“ tituliert, und auch bei solchen Ankündigungen ahnt der Experte meistens Schlimmes, denn allzu oft sind die vielen ausgelobten „Musikwunder“ unserer Tage nicht viel mehr als der Nachhall effektreich betriebener Marketingmaschinerie. Ich persönlich kann jedem nur raten, dem Minetti Quartett eine Chance zu geben.

J. N. Hummel - Mozarts Sinfonien Nr. 38, 39 und 40 für Flöte, Klavier, Violine und Cello
U. Grodd (Flöte), F. Eichhorn (Violine), M. Rummel (Cello) & R. Krüger (Klavier)

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Johann Nepomuk Hummel - Mozarts Sinfonien Nr. 38, 39 und 40 für Flöte, Klavier, Violine und Cello

Beglückende Interpretationen von schier genialen Sinfonie-Bearbeitungen!

von Rainer Aschemeier  •  4. März 2014
Katalog-Nr.: 8.572841 / EAN: 747313284177

ohann Nepomuk Hummel war der einzige Schüler Mozarts, dem nach seiner „Lehre“ beim Wiener Meister eine erfolgreiche Solisten- und Komponistenlaufbahn beschieden war. Er war Haydns persönliche erste Wahl, als der greise Komponist einen Nachfolger für sich selbst am Hof der Esterházys vorschlagen sollte. Er studierte nach Mozarts Tod auch noch bei Salieri und war im Rahmen einer problematischen, von Konkurrenzgebahren belasteten Freundschaft auch eng mit Beethoven verbandelt.
Wow! Warum nur ist Hummels Musik nicht längst viel bekannter, verbreiteter? Schließlich gibt es auch etliche Einspielungen von seiner Musik.

J. G. Graun & C. H. Graun - Oboenkonzerte
Batzdorfer Hofkapelle / Xenia Löffler (Oboe)

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Johann Gottlieb Graun & Carl Heinrich Graun - Oboenkonzerte

Von Highlights und Lückenfüllern...

von Ulrich Hermann  •  2. März 2014
Katalog-Nr.: ACC 24280 / EAN: 4 015023 242807

Das Anhören der vorliegenden CD mit Werken von den Gebrüdern Graun – die genaue Zuordnung ist bis heute ungeklärt, wie das ausführliche Booklet mit dankenswerter Akribie darstellt – hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck: Vom wunderbar gespielten (erlebten) Concerto à 5 für Oboe, Streicher und B.c. in g-moll (CV: XIII: 144 mit den drei Sätzen Allegro, Andante und Allegro moderato, das für mich den Höhepunkt darstellt, bis zu absoluten Belanglosigkeiten, vor allem, wenn die sehr schön geblasene und klingende Oboe der Solistin Xenia Löffler fehlt.

George Szell dirigiert Blacher, Mozart, Brahms und Strawinsky (1958)
Kölner Radiosinfonie-Orchester - George Szell

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George Szell dirigiert Blacher, Mozart, Brahms und Strawinsky

Live-Ereignis aus der Tonkonserve

von Rainer Aschemeier  •  5. Februar 2014
Katalog-Nr.: GHCD 2404 / EAN: 795754240420

George Szell ist hier in seinen „goldenen Jahren“ zu hören – voll auf der Höhe seiner außergewöhnlichen Meisterschaft und mit vollständiger Kontrolle über das – übrigens absolut vorzüglich spielende – Sinfonieorchester aus Köln. Es ist frappierend, wie Szell hier das Kölner Orchester „am Schlafittchen“ packt und den Sound praktisch mal eben auf Cleveland-Verhältnisse umtransformiert. Es ist weiterhin bemerkenswert, wie zackig und punktgenau hier musiziert wird. Während in Deutschland zu dieser Zeit noch der wabernde Furtwängler-Klang oder der damals kometenartig aufstrebende „Schönklang“ des Herrn von Karajan die Szene prägte, haben wir hier mit Szells mustergültiger Interpretation etwa der Brahms‘ Zweiten ein Beispiel dafür, wie es hierzulande auch hätte sein können, wenn man Genies á la Szell, Reiner oder Klemperer nicht (aus jeweils ganz unterschiedlichen Gründen) an die USA verloren hätte.

Giuseppe Tartini und andere Komponisten - "e la Scuola delle Nazioni"
Orchestra Barocco Andrea Palladio - G. Guglielmo

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Giuseppe Tartini und andere Komponisten - "e la Scuola delle Nazioni"

von Rainer Aschemeier  •  1. Februar 2014
Katalog-Nr.: TC 692005 / EAN: 8007194105797

Offenbar aber haben die Guglielmos noch immer nicht genug von ihrer Liebe zur Musik Tartinis. Und so legte unlängst Giovanni Guglielmo zusammen mit dem Orchestra Barocca Andrea Palladio eine neue CD vor, die sich der Musik Tartinis widmet. Sie kümmert sich aber auch, und das ist die eigentliche Besonderheit, um die Stücke aus der Feder von Tartinis Schülern, die der Meister aus Padua zu Hunderten hatte und in der 1728 von ihm gegründeten „Scuola delle Nazioni“ um sich scharte.

"Declamatory Counterpoint"

Das Album-Debüt des Dirigenten und the-listener.de-Autors Christoph Schlüren und des Streichorchesters "Symphonia Momentum"

von Ulrich Hermann  •  28. Januar 2014
Katalog-Nr.: Gramola CD 98004 / EAN: 9 003643 980044

Auf dieser ungewöhnlichen CD des 20-köpfigen Streichorchesters „Symphonia Momentum“ unter dem Dirigenten Christoph Schlüren sind Entdeckungen zu Hauf, angefangen von der symphonischen Fassung des F-moll-Streichquartetts von Reinhard Schwarz-Schilling, über den Beginn des „Dissonanzen-Quartetts“ in der Bearbeitung für Streich-Orchester von Mozart, über zwei Stücke für Streicher bzw. Violine solo von den beiden Zeitgenossen Peter Michael Hamel und dem Schweden Anders Eliasson, dazu Orient & Occident von Arvo Pärt und zum Abschluss die „Cavatina“ aus dem Streichquartett op. 130 von Ludwig van Beethoven!

J. M. Haydn - Complete Wind Concertos Vol. 1
Salzburger Hofmusik - W. Brunner, diverse Solisten

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Johann Michael Haydn - Complete Wind Concertos Vol. 1

Bläserkonzerten vom "Bruder des ungleich berühmteren Joseph..."

von Ulrich Hermann  •  27. November 2013
Katalog-Nr.: CPO 777 781 – 2 / EAN: 761203778126

In welch herrlichen Zeiten leben wir, die Musiker und die Musik-Freunde! Seitdem die CD ihren Siegeszug angetreten hat – zu Beginn hieß es noch, diese Plastikscheibe könne keine Energie übertragen, im Gegensatz zur Vinyl-Scheibe- ist eine beispiellose Entwicklung eingetreten: In den vergangenen drei Jahrzehnten: Entdeckungen über Entdeckungen, Ausgrabung über Ausgrabung. Musik, deren Vorhandensein nicht einmal die Spezialisten kannten, wird in zunehmendem Maß neu- oder wiederentdeckt und auf CD gebrannt. Und was für Welten sich da auftun! Kaum dass man mehr mit dem Hören der Neuerscheinungen nachkommt!

J. Chr. Bach - Klaviersonaten Op. 5
Bart van Oort (Fortepiano)

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Johann Christian Bach - Klaviersonaten Op. 5

Bart van Oort spielt die bekanntesten Werke des "Londoner Bach"

von Rainer Aschemeier  •  23. November 2013
Katalog-Nr.: 94634 / EAN: 5028421946344

Das hat sich auch mit van Oorts neuem Album nicht geändert. Dieser Pianist fordert Aufmerksamkeit von seinen Hörern. Mit Gefühlsduselei hat er nichts am Hut. Gespielt wird das, was in den Noten steht. Mehr wäre zu viel verlangt.
Man muss gestehen, dass man auch schwerlich wird mehr verlangen können. Doch muss man gleichzeitig auch feststellen, dass wirklich geniale Interpreten durchaus in der Lage sind, mehr zu liefern.
Stellen wir jedoch die Fakten nebeneinander…

Forgotten Treasures Vol. 11 - Mandolinen-konzerte
Kölner Akademie - M. A. Willens; A. Torge (Mandoline)

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Forgotten Treasures Vol. 11 - Mandolinenkonzerte

Umstrittener Dirigent mit unbekannten Werken - Was kommt dabei heraus?

von Rainer Aschemeier  •  18. Oktober 2013

Manch Einer wird sich wünschen, dass ich hier auch zu den einzelnen Konzerten etwas schreibe, doch das wäre gar nicht so sehr sinnvoll. Wer kennt schon Komponisten wie Giovanni Hoffmann oder Emanuele Barbella? Dann gibt es noch ein anonymes Konzert, bei dem man sich im Booklet zur vorliegenden SACD darüber auslässt, ob es womöglich von Paisiello stammen könnte. Und als „bekanntesten“ Komponisten haben wir auf diesem Album den nun auch nicht unbedingt breitenwirksamen Giovanni Francesco Giuliani. Kein Wunder, dass diese Veröffentlichung in der Ars Produktion-Reihe „Forgotten Treasures“ erscheint.

Die Besondere CD: Mecklenburg - 450 Jahre Kammermusik

Einfach eine tolle Idee!

von Rainer Aschemeier  •  16. Oktober 2013
Katalog-Nr.: Gramola 99015 / EAN: 9003643990159

Vor sage und schreibe 450 Jahren wurde in Schwerin die Mecklenburgische Staatskapelle gegründet und ist damit eines der ältesten Orchester im deutschsprachigen Raum. Das im Gegensatz dazu sehr junge Demmler-Quartett (2012 gegründet) hat sich zu diesem Jubiläum eine besonders schöne Geburtstagsgabe ausgedacht: 450 Jahre Kammermusik von Komponisten, die in Mecklenburg wirkten, hat es ausgesucht, um eine der reizvollsten Streichquartett-CDs des laufenden Jahres einzuspielen. Sie ist unsere „besondere CD“ im Monat Oktober.

J. Haydn - Cellokonzerte Nr. 1 & 2 / J. Mysliveček - Cellokonzert C-Dur
Camerata Chicago - D. Hall / Wendy Warner (Cello)

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Joseph Haydn - Cellokonzerte Nr. 1 & 2 / Josef Mysliveček - Cellokonzert C-Dur

Wendy Warners neuester Coup

von Rainer Aschemeier  •  14. Oktober 2013
Katalog-Nr.: CDR 90000 142 / EAN: 735131914222

Haydns Cellokonzerte sind weltbekannt und liegen in so vielen grandiosen Einspielungen vor, dass es immer dieses „Wozu-also-brauchen-wir-davon-noch-eine-Einspielung“-Gefühl ist, was einen überkommt, wenn man diese Werke einmal wieder als Katalognovität bei einem Plattenlabel sieht.
Wie sich jedoch zeigt, gibt es einfach immer wieder grandiose Interpreten und Interpretinnen, die durch ihre herausragende Musikerpersönlichkeit einfach auch bei der zigsten Einspielung der Haydn-Konzerte noch etwas „zu sagen“ haben.

J. Brahms - Sinfonie Nr. 3 / W. A. Mozart - Sinfonia Concertante KV 364
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck - R. Brogli-Sacher; N. &. M. Seiler (Violine & Viola)

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Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 3 / Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante KV 364

Dritter Teil des Lübecker Brahms-Zyklus

von Rainer Aschemeier  •  9. Juli 2013

Und weiter geht es in schneller Folge beim Lübecker Brahms-Zyklus. Die bislang sehr positiven Erträge innerhalb der Reihe, nämlich den „ersten Teil“ und den „zweiten Teil“ hatte ich bereits besprochen. Bislang gab es überhaupt keinen Grund zur Klage, ganz im Gegenteil! Der Brahms-Sinfonienzyklus unter der Leitung von Roman Brogli-Sacher ist bislang qualitativ sehr solide ausgefallen. Und das bleibt er in den wesentlichen Punkten auch im dritten Teil, der hier zur Debatte steht. Allerdings zeigt diese SACD innerhalb der Reihe erstmals auch Schwächen.

B. Romberg - Cellosonaten Op. 5
Davit Melkonyan (Cello) & Mikael Balyan (Klavier)

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Bernhard Romberg - Cellosonaten Op. 5

Erfreulicher Versuch zur Wiederentdeckung von Rombergs virtuoser Cellomusik - leider verunglückt...

von Rainer Aschemeier  •  7. Juli 2013
Katalog-Nr.: 88883722872 / EAN: 888837228725

Mit ihrer quirligen, nie enden wollenden Virtuosität gibt es auf diesem Album kaum einen ruhigen Moment. Melodien, so scheint es, sind für Romberg vor allem Herausforderungen, um zu zeigen, wie kunstvoll man sie verzieren, ausschmücken, aufwendig modulieren oder einfach nur in atemberaubender Geschwindigkeit spielen kann. Diese Musik bräuchte Interpreten, die sich nicht als vordergründige Techniker erweisen, sondern diesen Stücken – die perse schon aus ihrer Anlage heraus zur Oberflächlichkeit neigen – Tiefe und Gehalt verleihen.

E. Ysaÿe - Sechs Sonaten Op. 27
Kristóf Baráti (Violine)

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Eugène Ysaÿe - Sechs Sonaten Op. 27

von Rainer Aschemeier  •  30. Juni 2013
Katalog-Nr.: 94678 / EAN: 5028421946788

Nun versucht Brilliant Classics‘ derzeitiger Vorzeige-Geigenvirtuose Kristóf Baráti sein Glück mit Ysaÿe. Auf der „Lady Harmsworth“-Stradivari aus dem Jahr 1703 und in sehr gelungener, schön räumlicher aber nicht zu halliger Soundumgebung erweist er sich vor allem als grandioser Techniker. Aber er hat auch künstlerisch etwas zu sagen. Baráti ist keiner von den oben genannten „Zirkusartisten“. Zum Glück entstammt er auch nicht der Esoterikerfraktion.

Grimms Märchen
Duo Pianoworte

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Grimms Märchen erzählt in Wort und Musik

Neue Kinderklassik-CD vom Duo Pianoworte

von Rainer Aschemeier  •  21. Juni 2013
Katalog-Nr.: KAL 6323-2 / EAN: 4260164632325

Zusammen haben Thiele und Schulze 2002 schon den „ECHO“ in der Sparte „Klassik für Kinder“ erhalten, ebenso übrigens wie 2007 den „Leopold“, den hierzulande namhaftesten Preis für Veröffentlichungen im Bereich der Musik für Kinder.
Der Schritt des Duos Pianoworte, mit dieser CD auch die Märchen der Brüder Grimm für Kinder in Szene zu setzen, ist also ein logischer.

W. A. Mozart - Flötenkonzerte Nr. 1 & 2 / Konzert für Flöte und Harfe
Academy of St. Martin-in-the-Fields - N. Marriner; J. Galway (Flöte), M. Nobles (Harfe)

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Wolfgang Amadeus Mozart - Flötenkonzerte Nr. 1 & 2 / Konzert für Flöte und Harfe

Scheußlich aussehende CD mit wunderbarer Einspielung

von Rainer Aschemeier  •  2. Juni 2013

Lässt man all diese Aufnahmen gegeneinander antreten, sind die Unterschiede nicht, wie häufig bei den Mozart-Einspielungen der Academy unter Marriner, etwa nur marginal, sondern durchaus auffällig. Die RCA-Aufnahme mit Galway, die hier nun wieder zum Günstigstpreis vorliegt, ist mit einigem Abstand die schwungvollste, vitalste, am besten gespielte. Dazu hat sie einen fantastisch transparenten Aufnahmeklang, der zwar den Solisten etwas zu weit in den Vordergrund stellt, aber ansonsten auch heute noch mehr als salonfähig genannt werden kann: Das hier ist eine voll umfänglich HiFi-taugliche Cd ohne wenn und aber.

"La Lanterna Magica"
Rosario Conte (Gitarre) / Keiko Yamaguchi (Violine)

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Niccoló Paganini - Sonaten für Violine und Gitarre / Musik für Gitarre Solo

Paganini mal anders...

von Rainer Aschemeier  •  31. Mai 2013
Katalog-Nr.: CD-16297 / EAN: 4032324162979

Hört man den Namen Paganini, ist in der Regel klar, um was es geht: Um virtuose Werke für Violine. Und nun das: Das Label Carpe Diem – jenes Label also, das sich sonst Alter und ältester Musik verschrieben hat – präsentiert uns eine neue CD mit Paganinis Werken für Gitarre.
Gut, eine Geige ist hier auch im Spiel – aber nicht bei allen Stücken.
Auf dem CD-Cover erkennen wir auf den ersten Blick Rosario Conte, jenen Gitarristen und Lautenisten, der für Carpe Diem im letzten Jahr eine umstrittene Piccinini-CD vorgelegt hatte.

J. Haydn - Sechs Sonaten für Violine und Viola
Federico Guglielmo (Violine) / Massimo Piva (Bratsche)

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Joseph Haydn - Sechs Sonaten für Violine und Viola

Ein Blick zurück

von Rainer Aschemeier  •  25. April 2013
Katalog-Nr.: 94476 / EAN: 5028421944760

Jeder hat ja insgeheim seine Liste mit „CDs für die einsame Insel“. Zu meiner Liste gehören seit Jahren die hervorragenden Vivaldi-Eispielungen des Oiginalklang-Ensembles L’Arte dell’Arco mit Solist Federico Guglielmo auf dem cpo-Label.
Zusammen mit dem Bratschisten Massimo Piva (der bislang vor allem beim Münchner Jazz- und Neue Musik-Label ECM aufgenommen hat) veröffentlichte Federico Guglielmo im April eine CD mit den sechs Sonaten für Violine und Viola von Joseph Haydn.

Die besondere CD: Joshua Bell dirigiert Beethoven

Bells erste CD seit Antritt seines Postens als neuer künstlerischer Leiter der Academy of St. Martin-in-the-Fields

von Rainer Aschemeier  •  9. April 2013


Seit der Spielzeit 2011/12 ist Joshua Bell der neue künstlerische Leiter der Academy of St. Martin-in-the-Fields. Nun erscheint seine erste CD, auf der der weltbekannte Violinvirtuose rein als Dirigent zu hören ist. Ganz in der Tradition des legendären Sir Neville Marriner entwickelt sich Bell vom Violinisten zum Worldclass-Dirigenten. Sein Beethoven jedenfalls ist gleich aus dem Stand eine Besonderheit geworden.

F. A. Hoffmeister - Flötenkonzerte Nr. 16, 17 und 22
Prager Kammerorchester; Bruno Meier (Flöte)

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Franz Anton Hoffmeister - Flötenkonzerte Nr. 16, 17 und 22

von Rainer Aschemeier  •  5. März 2013

Das Prager Kammerorchester ist eines der bekanntesten und renommiertesten Orchester seiner Art in Europa – und es ist zudem noch eines der „abenteuerlustigsten“. Das übliche Standardrepertoire ist nämlich nur ein kleiner Teil dessen, was dieses fabelhafte Ensemble alljährlich anpackt. Vielmehr sind die tschechischen Musiker landauf landab berühmt dafür, auch Werke vergessen geglaubter Klassiker wiederzuentdecken.

W. A. Mozart - Violinsonaten in Transkriptionen für Flöte und Klavier
P. Gallois (Flöte) / M. Prinz (Klavier)

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Wolfgang Amadeus Mozart - Violinsonaten KV 376-378 & KV 570 in Arrangements für Flöte und Klavier

Mozarts Violinsonaten mal anders

von Rainer Aschemeier  •  5. Februar 2013
Katalog-Nr.: 8573033 / EAN: 747313303373

Warum nur drucksen die Macher dieser CD hier so herum?
Höchstwahrscheinlich deshalb, weil immer noch das alte Vorurteil herumgeistert, Wolfgang Amadeus Mozart habe eine Art persönlicher Abneigung gegen den Klang der Flöte gehabt. Dieses Vorurteil – eifrig geschürt durch die wohl einflussreichste Mozart-Monographie des 20. Jahrhunderts aus der Feder des Musikwissenschaftlers und Mozartforschers Alfred Einstein – hält sich ja bis heute, obwohl es von der Forschung längst widerlegt werden konnte.

"Furtwängler conducts Beethoven"

Der Klang stimmt!

von Rainer Aschemeier  •  31. Januar 2013
Katalog-Nr.: CD-4049 / EAN: 017685404924


Eine neue Box mit historischen Aufnahmen von Beethoven-Sinfonien unter dem Dirigat Wilhelm Furtwänglers ist beim Label „Music & Arts“ erschienen. Ihr Inhalt wird erneut die Gemeinde der Klassikhörer in Furtwängler-Kritiker und Furtwängler-Fans spalten – doch in einem Punkt dürften sich alle einig sein: Der Klang stimmt!

M. Clementi - Sinfonien Nr. 1 & 2
Orchestra Sinfonica di Roma - F. La Vecchia

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Muzio Clementi - Sinfonien Nr. 1 & 2 / Ouvertüre in D-Dur

Klipp und Klar: Eine Enttäuschung

von Rainer Aschemeier  •  14. Januar 2013
Katalog-Nr.: 8.573071 / EAN: 74731330717

Ähnlich wie der Name Carl Czernys, war auch jener Muzio Clementis zum Schreckgespenst für Klavierschüler verkommen, die über viele Jahrzehnte mit den Etüden Clementis wohl mehr gequält als ausgebildet worden sind. Erst seit vielleicht 20, 30 Jahren und vor allem dank der Initiative mutiger und engagierter CD-Labels ist es uns wieder möglich, einen umfassenderen Blick auf Clementis Schaffen zu werfen.

Die Klassik-CDs des Jahres 2012

Der the-listener.de-Wegweiser durch ein schwaches Veröffentlichungsjahr

von Rainer Aschemeier  •  11. Januar 2013

2011 hatte www.the-listener.de erstmals in seiner Geschichte fast ausschließlich klassische Musik besprochen – ein Trend, der sich auch 2012 fortgesetzt hat. Am 06. Januar 2012 veröffentlichten wir dann einen Artikel zu den „CDs des Jahres 2011“ aus unserer Sicht. Wir bekamen dafür viel Lob und Zustimmung, aber auch Kritik.

J. Françaix - Kammermusik
diverse Interpreten und Solisten

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Jean Françaix - Kammermusik

Bunte Mischung

von Rainer Aschemeier  •  9. Januar 2013
Katalog-Nr.: INDE045 / EAN: 3760039839473

Kommt die Sprache auf den französischen Komponisten Jean Françaix (1912–1997) ist die Meinung oft zwiespältig. Die einen sehen in ihm einen hochgradig unter Wert gehandelten Komponisten hohen Rangs in der Geschichte der klassischen europäischen Musikmoderne. Die anderen halten ihn für einen Kleinmeister, der sich von seinem Strawinsky-Einfluss nie ganz lösen konnte und kaum etwas hinterlassen hat, das man wirklich „bedeutend“ nennen könnte.

Beethoven, Schumann, Thalberg, Liszt
Valentina Lisitsa (Klavier)

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Valentina Lisitsa - Beethoven, Schumann, Thalberg, Liszt

Ein Jahresauftakt, wie er besser nicht sein könnte!

von Rainer Aschemeier  •  3. Januar 2013
Katalog-Nr.: 8.572491 / EAN: 747313249176

Am Ende steht die Frage im Raum, ob diese Einspielung der „Appassionata“ nicht sogar zu den ganz großen Errungenschaften gezählt werden muss, was dieses Repertoire angeht. Valentina Lisitsa erweist sich als äußerst überzeugende und zutiefst beeindruckende Beethoven-Interpretin, die die „Appassionata“ so tüchtig durchgepustet und abgestaubt hat, wie ich das zuletzt höchstens von Friedrich Gulda gehört habe! Doch diese Ausnahmeperformance soll nicht die letzte auf dieser CD gewesen sein.

L. v. Beethoven - Sinfonien Nr. 1-9
The Netherlands Symphony Orchestra - Jan Willem de Vriend

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Ludwig van Beethoven - Sinfonien (Gesamteinspielung auf 6 SACDs)

Sensationelle neue Beethoven-Box, die zur bisherigen Interpretationselite gezählt werden darf

von Rainer Aschemeier  •  20. Dezember 2012
Katalog-Nr.: CC72550 / EAN: 608917255027

Spätestens seitdem ich für die Zeitschrift „crescendo“ die Ehre hatte, ein Porträt über den niederländischen Dirigenten Jan Willem de Vriend verfassen zu dürfen, habe ich mich wohl als Fan desselben geoutet. Im Falle von de Vriends Interpretationen, das muss ich tatsächlich eingestehen, schmelze ich förmlich dahin.
Seine Einspielungen der Beethoven-Sinfonien sind in diesem Jahr in einer Box zusammengefasst erschienen. Sie zeigen, dass auch die gefühlt tausendste Gesamteinspielung dieser wohl am öftesten zyklisch eingespielten Werke der Musikgeschichte noch immer neue Erkenntnisse bringen kann.

Favourite Sacred Masterpieces
diverse Interpreten

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Favourite Sacred Masterpieces

Durchaus gelungener neuer Naxos-Sampler

von Rainer Aschemeier  •  11. Dezember 2012
Katalog-Nr.: 8.578210 / EAN: 747313821075

In der Tat hat das Label mit dem wohl umfassendsten Katalog der Tonträgergeschichte mit dem vorliegenden Sampler einmal mehr treffsicher eine Marktlücke erschlossen und ausgefüllt. Berühmte Meisterwerke der geistlichen Musik auf ansprichsvolle Art zu kompilieren, war – das stellt sich nach dem Hören der vorliegenden CD heraus – eine ziemlich gute Idee.

"Manchmal gehe ich mit Alfred Brendel Mittagessen"

Ein Interview mit dem Pianisten Thomas Hell

von Rainer Aschemeier  •  4. Dezember 2012


ⓒ: jo titze photodesign Hannover

Vor wenigen Wochen hatten wir die jüngste CD-Veröffentlichung des Pianisten Thomas Hell (Ligeti: Etudes/Wergo) auf dieser Seite rezensiert, nun gewann erst vor wenigen Tagen eine weitere CD unter der Beteiligung Hells (Korngold: Kammermusik/tacet) den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Wäre es also übertrieben zu sagen, dass Thomas Hell zurzeit zu den interessantesten deutschen Pianisten überhaupt gehört? Ich denke nicht! Seine CDs sprechen bereits eine beredte Sprache, und im Exklusivinterview mit www.the-listener.de hatte der Künstler nun die Möglichkeit, selbst zu Wort zu kommen…

G. Ligeti - études pour piano
Thomas Hell

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György Ligeti - études pour piano

Ligetis rasantes Verwirrspiel namens Etüden

von Rainer Aschemeier  •  4. Dezember 2012
Katalog-Nr.: WER 6763 2 / EAN: 4010228676327

Das Üben von immer gleichen Bewegungsabläufen kann man auch als Meditation auffassen, die notwendige Beschränkung auf das Allernotwendigste als kreative Herausforderung. Und so wundert es nicht, dass sich die Etüde spätestens Ende des 19. Jahrhunderts zu emanzipieren begann.
Von Frédéric Chopin über Claude Debussy bis hin zu den Vertretern der Neue-Musik-Bewegung wurde die Etüde üer ihren bloßen Selbstzweck hinausgehoben. 1985 schließlich begann auch einer der wichtigsten, weil besten, Vertreter der Neuen Musik, sich mit der Gattung auseinanderzusetzen. Es handelte sich um den ungarisch-österreichischen Komponisten György Ligeti.

P. Glass - Metamorphosis / The Hours
Lavinia Meijer (Harfe)

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Philip Glass - Metamorphosis / The Hours / Opening Piece from "Glassworks"

"... a timbre that was absent before."

von Rainer Aschemeier  •  20. November 2012
Katalog-Nr.: CCS SA 33912 / EAN: 723385339120

Was kann man davon halten, wenn die Bearbeitung von Orchesterwerken für Klavier zum Anlass genommen wird, um sie nochmals für Harfe umzuarbeiten? So suspekt das Ganze klingt: In diesem Fall ist das Unternehmen vollauf gelungen!
Mit dieser neuen CD von dem für seine hochklassigen SACD-Produktionen bekannten niederländischen Label Channel Classics liegt eine besonders schöne Novität für alle Fans des musikalischen Minimalisten Philip Glass vor.

F. Liszt - Klavierkonzerte, Totentanz & Fantasie über ungarische Volkslieder
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin - A. Altinoglu; N. Arghamanyan (Klavier)

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Franz Liszt - Klavierkonzerte Nr. 1 & 2 / Totentanz / Fantasie über ungarische Volkslieder

Grandioser Liszt aus Berlin!

von Rainer Aschemeier  •  18. November 2012
Katalog-Nr.: PTC 5186 397 / EAN: 827949039768

So eine brillante Interpretation hätte man selbst von den großen Meistern der Klavierszene nicht alle Tage erwartet, aus den Händen der 23-jährigen Arghamanyan ist das jedoch eine besondere Sensation.
Sollte das mit ihr so weitergehen, steht ihr hoffentlich eine große Karriere bevor, denn das, was wir hier hören können, ist nichts weniger als absolute Weltklasse, und auch, obwohl die Konkurrenz in diesem Repertoire nicht eben gering ist, ragt diese Einspielung heraus und kann sich mit den Besten messen.

G. Enescu - Cellosonaten op. 26
A. Dmitriev (Cello) & A. Paley (Klavier)

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George Enescu - Cellosonaten op. 26

Mitreißend! Enescu live und ungeschönt.

von Rainer Aschemeier  •  15. November 2012
Katalog-Nr.: LVC 1170 / EAN: 3760028691709

Respekt! So eine ehrliche, ungeschönte Liveaufnahme wie diese neue vom französischen Label Saphir hört man heutzutage nicht mehr oft. Dabei soll das keine Abklassifizierung sein. Ganz im Gegenteil: Die Darbietungen von George Enescus äußerst selten gehörten Cellosonaten gerät unter den Händen von Alexandre Dmitriev (Cello) und Alexandre Paley (Klavier) zu einem mitreißenden Ereignis – auch, wenn hier nicht alles zu 110% passt.

Mendelssohn Bartholdy
Academy of St. Martin-in-the-Fields - N. Marriner; M. Stadtfeld (Klavier)

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Felix Mendelssohn Bartholdy - Klavierkonzert Nr. 1 op. 25, Variations sérieuses op. 54, Lieder ohne Worte

Now and Then - wie schlägt sich die neue Stadtfeld-Einspielung im Vergleich zur '74er-Perahia-Referenz?

von Rainer Aschemeier  •  14. November 2012
Katalog-Nr.: 88725476692 / EAN: 887254766926

Es gab Zeiten, in denen war Manches einfacher. Ging es etwa um die beste Einspielung von Felix Mendelssohn Bartholdys erstem Klavierkonzert, konnte man in jedweden Plattenladen (ja, so etwas gab es damals noch physisch) gehen, und man bekam garantiert überall dieselbe Aufnahme in die Hand gedrückt: Academy of St. Martin-in-the-Fields unter Neville Marriner, Solist: Murray Perahia.
Die wegweisende 1974er-Einspielung – eine der verschwindend wenigen, die die Academy seinerzeit beim CBS-Label realisierte – gilt bis heute als eine der bedeutendsten und zeitlos empfundenen Referenzeinspielungen eines der Hauptwerke der klassischen Musik schlechthin.

Weill - Ibert - Berg
Baton Rouge Symphony Chamber Players - T. Muffitt

Kurt Weill - Jaques Ibert - Alban Berg: Konzerte für Soloinstrument und Bläser aus den 1920er-Jahren

Licht und Schatten in erstaunlicher Diskrepanz

von Rainer Aschemeier  •  13. November 2012
Katalog-Nr.: DSL-92161 / EAN: 053479216120

Eins vorweg: Die Neuerscheinung aus dem Hause Sono Luminus, die ich hier besprechen möchte, ist eine ungewöhnliche CD. Ungewöhnlich deshalb, weil sie einen mindestens so positiven wie negativen Eindruck hinterlässt. Leider steht der negative Eindruck am Beginn…
Erst vor wenigen Tagen konnte ich erfreut eine wahrlich grandiose Neueinspielung von Kurt Weills selten gehörtem Violinkonzert vorstellen, das Naxos in seiner Reihe „Wind Band Classics“ herausgebracht hatte (Besprechung dazu siehe hier). Dass es gegen eine so hervorragende Einspielung jedweder Konkurrent schwer haben würde, war zu erwarten. Dass etwaige Mitbewerber in Sachen Weill-Konzert jedoch so schwachbrüstig ausfallen würden, wie die Aufnahme auf dieser neuen Sono Luminus-CD war doch eine herbe Überraschung.

W. Rihm: Sämtliche Werke für Violine und Klavier
Tianwa Yang (Violine) & Nicholas Rimmer (Klavier)

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Wolfgang Rihm - Werke für Violine und Klavier (Gesamteinspielung)

Musikalische Geburtstagsnachlese auf Weltklasseniveau

von Rainer Aschemeier  •  9. November 2012
Katalog-Nr.: 8.572730 / EAN: 747313273072

Wolfgang Rihm zählt zu den bekanntesten und meist diskutierten Komponisten unserer Tage. Er ist einer von nur wenigen deutschsprachigen Komponisten, die es heute auf internationaler Ebene in die „Upper Class“ der Musikerelite geschafft haben. Dabei ist er nicht unumstritten.
Die Erdung seines absolut unverkennbaren, oft schon anhand der ersten paar Töne identifizierbaren Stils Musik zu schreiben, fand von Anfang seiner Karriere an bis heute in der Spätromantik statt. Nicht wenige werfen Rihm daher vor, ein reaktionärer Komponist zu sein – und im engeren Sinne somit nicht „modern“.

A. Vivaldi - "Nuova Stagione" - Concerti
Gli Incogniti - A. Beyer

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Antonio Vivaldi - Konzerte RV 808, 420, 431, 194, 440, 403, 235 und 517

Mit zwei Weltersteinspielungen!

von Rainer Aschemeier  •  6. November 2012
Katalog-Nr.: ZZT310 / EAN: 3760009293106

Es ist einfach unglaublich! Seit Jahrzehnten wird das umfangreiche Werk Antonio Vivaldis erforscht, und noch immer stößt man dabei auf bislang unentdeckte Schätze!
Über 500 Konzerte soll der „prete rosso“ komponiert haben. Zwei neu entdeckte für Vivaldis Hauptinstrument, die Violine, wurden von der Musikwissenschaft gerade ausgewertet. Das renommierte Ensemble Gli Incogniti, das auf alten Barockinstrumenten musiziert, hat sie nun für das französische Label Zig Zag Territoires eingespielt.

Haydn, Pleyel, Orgitano, Mozart - La lira di Napoli
Ensemble Baroque de Limoges - Ch. Coin

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Haydn, Pleyel, Orgitano, Mozart - La lira di Napoli

Drehleier trifft Kirchenorgel

von Rainer Aschemeier  •  4. November 2012
Katalog-Nr.: LC07 / EAN: 0810473010020

Irgendjemand beim französischen Laborie-Label muss ein Fan ausgefallener, heute nahezu vergessener Musikinstrumente sein. Wie ist es sonst zu erklären, dass wir nach einer CD mit einem von Albrechtsbergers herrlichen Maultrommelkonzerten (Rezension siehe hier-) nun ein Album zu hören bekommen, das sich ganz der organisierten Lyra widnet („lyre organisée“).
Dabei kommt hier „organisiert“ nicht von „Organisierung“, sondern von „Organum“ – also Orgel.
Es ist schon ein komisches Monstrum, dass man da auf dem Foto im Innenteil des Booklets dieser CD zu sehen bekommt.

A. Honegger - Sinfonien Nr. 1 & 3 "Liturgique"
Sinfonieorchester Basel - D. Russell Davies

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Arthur Honegger - Sinfonien Nr. 3 "Liturgique" & 1

Katalog-Nr.: SOB02 / 4260313810024

von Rainer Aschemeier  •  2. November 2012

Sehr sehr aufgeregt war ich wegen der Nachricht, dass es einen neuen Zyklus der Sinfonien des Schweizers Arthur Honeggers geben würde. Nicht, dass das soooo etwas Besonderes wäre. Immerhin ist inzwischen weithin bekannt, dass Honegger zu den herausragenden Sinfonikern des 20. Jahrhunderts zählt, der in einem Atemzug mit Größen wie Schostakowitsch oder Martinů genannt werden sollte.
Doch dass dieser neue Zyklus unter dem Dirigat von Dennis Russell Davies stattfinden würde, das war für mich der eigentliche Grund, um in Jubel auszubrechen.

Nocturnes
Michael Landrum

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Nocturnes

Mit Michael Landrum auf den Spuren des musikalischen Nachtstücks

von Rainer Aschemeier  •  31. Oktober 2012
Katalog-Nr.: DSL-92158 / EAN: 053479215826

In der ominösen Welt der Klavierminiaturen gab und gibt es Mini-Genres, die es quasi nirgendwo anders gibt. Oft existieren sie unter dem Tarnmantel von Tanzbezeichnung wie etwa „Polonaise“ oder „Ecossaise“, usw. Aber es gibt auch die sogenannte „Bagatelle“, die – spätestens seit Beethoven wissen wir’s – oft alles andere als Bagatellcharakter hat und viele weitere, meist ziemlich schwammige Bezeichnungen.
Zu den schwammigsten, aber auch geheimnisumwittertsten zählt das Nocturne – zu deutsch etwa: Nachtstück. Es wurde im 19. Jahrhundert kreiert, und zwar nicht, wie viele denken, von Frédéric Chopin, sondern von niemand Geringerem als dem genialen irischen Komponisten John Field.

F. Delius - Klavierkonzert, Brigg Fair, etc.
Royal Scottish National Orchestra - A. Davies; H. Shelley (Klavier)

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Frederick Delius - Klavierkonzert, Brigg Fair, Paris & Idylle de printemps

Phänomenale Würdigung zu Delius' 150. Geburtstag

von Rainer Aschemeier  •  27. Oktober 2012
Katalog-Nr.: CHAN 10742 / EAN: 095115174227

Erst vor wenigen Tagen hatten wir die Gelegenheit eine Delius-Neuerscheinung vorstellen zu können (Rezension siehe hier), und nun kommt schon die nächste. Woher diese plötzliche Begeisterung aller möglichen Labels (auch EMI und DECCA veröffentlichten in diesem Jahr große, mehrere CDs umfassende Delius-Werkausgaben) für die Musik des Deutsch-Briten nur kommen mag?
Ja, daran sieht man einmal wieder, wie ignorant wir deutschen Klassikhörer durch die Lande laufen: Während wir uns in diesem Jahr gedanklich vom Mahler-Jahr verabschiedeten und uns gleichzeitig schon einmal auf das kommende Wagner-Jahr (ich persönlich ahne da Schlimmstes…) vorzubereiten begannen, war in Großbritannien das Delius-Jahr 2012 in vollem Gange.

pater noster
The King's Singers

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The King's Singers - pater noster

Das Vaterunser im musikalischen Spiegel der Jahrhunderte

von Rainer Aschemeier  •  25. Oktober 2012
Katalog-Nr.: 8.572987 / EAN: 747313298778

Das Vaterunser ist das Gebet der Gebete. Von Jesus Christus selbst soll es laut Bibeltext stammen, und daher ist es jedem Christen auf der Welt bekannt. Es dürfte damit eines der weltweit am meisten verbreiteten Gebete sein, wenn nicht das am meisten verbreitete überhaupt.
Es nimmt daher nicht Wunder, dass sich quer durch die kunstgeschichtlichen Epochen immer wieder Vertonungen des gesamten Gebets oder von einzelnen seiner Textbestandteile ergeben haben. Das reicht von der gregorianischen „Urfassung“, die nur in leichter melodischer Vereinfachung auch heute noch im Gottesdienst gesungen wird, bis hin zu im direkten Vergleich ziemlich aktuellen Fassungen aus dem 20. Jahrhundert.

C. Nancarrow - late and unknown - works on rolls
Ampico Player Piano

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Conlon Nancarrow - late and unknown: works on rolls

Genie oder Scharlatan - ein akustischer Einblick in die durchgeknallte Musikwelt des Conlon Nancarrow

von Rainer Aschemeier  •  23. Oktober 2012
Katalog-Nr.: WER 6754 2 / EAN: 4010228675429

Diese CD zieht einen von Beginn an in ihren Bann: Sie leitet direkt in die auch heute noch ziemlich durchgeknallt wirkende musikalische Welt des Conlon Nancarrow. Heute gilt der einerseits als einer der maßgeblichen Pioniere der globalen Musikmoderne, andererseits aber auch als singulärer Ausnahmefall der Musikgeschichte. War Nancarrow ein Genie, wie György Ligeti meinte? Oder war er, wie die Musikwissenschaft bis in die 1990er-Jahre sich noch ziemlich einig war, ein zwar interessanter, aber im Wesentlichen dilettantischer Komponisten-Scharlatan?

L. Spohr & G. Onslow - Klaviersonaten
Howard Shelley

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Louis Spohr & Georges Onslow - Klaviermusik

Reizvolle, aber etwas arg brav geratene Retrospektive

von Rainer Aschemeier  •  21. Oktober 2012
Katalog-Nr.: CDA67947 / EAN: 034571179476

Der von Tonmeister Ben Connellan für meinen Geschmack etwas flach und höhenarm angelegte Sound ist meines Erachtens der größte Kritikpunkt an dieser Produktion, die manchmal den Charme von musikalischer Archivarsverzückung in sich trägt, aber im Endeffekt durchaus ihre Qualitäten hat.

A. Kraft, C. Stamitz & A. Wranitzky - Cellokonzerte
Prager Kammerorchester; Michal Kaňka (Cello)

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Anton Kraft, Carl Stamitz & Anton Wranitzky - Cellokonzerte

Aus Böhmen kommt die Musik...

von Rainer Aschemeier  •  18. Oktober 2012
Katalog-Nr.: SU 4108-2 / EAN: 099925410827

Bei dem ehemaligen Nationallabel Tschechiens, der renommierten Plattenfirma Supraphon, erschien unlängst eine sehr interessante Zusammenstellung von Cellokonzerten tschechischstämmiger Komponisten, die aber samt und sonders im deutschsprachigen Raum wirkten. Anton Kraft war ein Hansdampf in allen Gassen, könnte man sagen, muss ein sehr umtriebiger und rühriger Musiker gewesen sein, sodass er nicht nur Erster Cellist und Barytonist am Hofe des Grafen Esterházy wurde, sondern im Laufe seiner langen Karriere auch die drei Genies seines Jahrhunderts kennenlernte und mit ihnen zusammen musizierte: Haydn, Mozart und Beethoven.
Ein Mozart-Intimus war auch Anton Wranitzky, den fleißige Mozart-Biographie-Leser als einen der begabtesten Schüler des Wiener Genius kennen. Er schrieb nach seiner Ausbildung bei Mozart vor allem Violinkonzerte – und rätselhafterweise ein einziges Cellokonzert. Auf dieser CD ist es vertreten.

Dragon Rhyme
The Hartt School Wind Ensemble - G. Adsit

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Dragon Rhyme - Musik von Jennifer Higdon, Kurt Weill und Chen Yi

Hervorragende neue CD aus der Reihe "Wind Band Classics"

von Rainer Aschemeier  •  16. Oktober 2012
Katalog-Nr.: 8.572889 / EAN: 747313288977

Eine in allen Belangen wahrlich exzellente neue CD ist jüngst in der Serie „Wind Band Classics“ bei Naxos erschienen. Sie beinhaltet drei Stücke für Blasorchester, zum Teil mit Soloinstrumenten. Alle drei Stücke sind in unterschiedlichem Ausmaß der modernen Musik zuzuordnen.
Eröffnet wird das Programm von dem Sopransaxophonkonzert der von uns immer wieder gern ob ihrer sehr überzeugenden Kompositionsweise gelobten US-Amerikanerin Jennifer Higdon. Higdon gehört in den USA zu den inzwischen etablierten und höchstdotierten Komponistinnen der Gegenwart – und es ist eine Schande, dass sich der deutsche „Kulturbetrieb“ so vehement gegen so hervorragende Komponistenpersönlichkeiten wie sie oder auch ihre Kollegin Libby Larsen verschließt.

Der Herbst ist da!

Zeit für neue CDs mit Musik von Jean Sibelius...

von Rainer Aschemeier  •  14. Oktober 2012

Sibelius-Denkmal Helsinki im Herbst; Bildquelle: wikipedia. Foto: Ralf Roletschek.

Pünktlich zu den ersten Nebeltagen des bislang so gar nicht goldenen Oktobers gibt es Futter für die Fans der nordischen Musik des Finnen Jean Sibelius. Da dürften manche Augenbrauen nach oben schnellen: Es gibt viel zu entdecken, unter anderem eine der letzten Aufnahmen eines Altmeisters vor dessen Karriereende – ...und die eines Ur-Uraltmeisters!

F. Delius - Appalachia / Sea Drift
The Florida Orchestra - S. Sanderling

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Frederick Delius - Appalachia / Sea Drift

mega-unbekannte Delius-Orchesterwerke mit Chor

von Rainer Aschemeier  •  12. Oktober 2012
Katalog-Nr.: 8.572764 / EAN: 747313276479

Frederick Delius ist eine interessante Figur: In Großbritannien wird er – ähnlich wie Edward Elgar – als eine Art musikalischer Nationalheiliger gefeiert, als einer, der die britische Kunstmusik des 19. Jahrhunderts nicht nur maßgeblich mit beeinflusste, sondern vielmehr nachgerade aus der Taufe hob. Hierzulande ist von ihm nicht viel mehr bekannt als seine lautmalerische Komposition „On Hearing the First Cuckoo in Spring“.
Dabei hätten auch wir Grund genug, uns mit Frederick Delius zu beschäftigen. Delius war nämlich nicht nur Sohn deutscher Emigranten und sprach Zeit seines Lebens neben Englisch auch perfekt Deutsch, er war zudem auch als Literaturübersetzer tätig und übersetzte unter anderem eine Biographie eines farbigen US-amerikanischen Ex-Sklaven für den deutschen Buchmarkt.

R. Strauss - Eine Alpensinfonie / symph. Fantasie aus "Die Frau ohne Schatten"
São Paulo Symphony Orchestra - F. Shipway

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Richard Strauss - Eine Alpensinfonie + symphonische Fantasie aus "Die Frau ohne Schatten"

Umwerfend! Die vielleicht bislang beste Orchesterproduktion des laufenden Jahres!

von Rainer Aschemeier  •  9. Oktober 2012
Katalog-Nr.: BIS-1950 SACD / EAN: 7318599919508

Die Geschichte des Dirigenten erinnert mich persönlich ein wenig an die seines Berufskollegen Stanisław Skrowaczewski: Jahrzehntelang wurde er mit Missachtung gestraft, fristete ein künstlerisches Dasein als Chefdirigent obskurer, hierzulande kaum bekannter Orchester und legte – wenn überhaupt – gerade mal zwei Handvoll CD-Aufnahmen auf noch obskureren CD-Labels vor (in Shipways Fall war dies unter anderem eine CD-Produktionsfirma mit dem schönen Namen „Sonia“).
Nun, im hohen Alter, erkennt man plötzlich die herausragende Klasse dieser im Livebetrieb schon lange etablierten Dirigentenpersönlichkeiten. Nun beeilt man sich, mit ihnen Studioaufnahmen einzuspielen, bevor das Karriereende absehbar wird.

Fugenbrücke - Konrad Lang / Ludwig van Beethoven
Katharina Deserno (Cello) und Nenad Lečič (Klavier)

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"Fugenbrücke" - Werke für Violoncello und Klavier von Konrad Lang & Ludwig van Beethoven

Eine der ungewöhnlichsten Komponistenbiografien der letzten Jahre

von Rainer Aschemeier  •  7. Oktober 2012
Katalog-Nr.: KAL 6315-2 / EAN: 4260164631526

Die vorliegende CD „Fugenbrücke“ stellt drei Werke Konrad Langs von Violoncello und Klavier aus den Jahren 2002, 2007 und 2011 vor. Dazu kommt die härteste „Konkurrenz“, die sich ein Komponist überhaupt nur vorstellen kann: Beethoven!
Dessen Cellosonate op. 102 Nr. 2 zählt gemeinhin zu den größten Errungenschaften, die für die Besetzung Cello/Klavier überhaupt geschrieben wurden. Verblassen da die Stücke Langs nicht zur Nullnummer?

A. Dvořák - "Silent Woods" - Musik für Cello und Klavier
C. Poltéra (Cello), K. Stott (Klavier)

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Antonin Dvořák - Musik für Violoncello und Klavier

Werkschau jenseits des weltberühmten Cellokonzerts

von Rainer Aschemeier  •  4. Oktober 2012
Katalog-Nr.: BIS-1947 / EAN: 7318599919478

Es ist einfach sehr, sehr interessant Dvořák auf dem Pfad nachzuspüren, den dieser sozusagen rund um sein weltberühmtes Cellokonzert gelegt hat. Dvořák war bekanntlich zunächst kein begeisterter Cello-Liebhaber. Er hielt das Instrument gleichermaßen für „nasal“ und „grummelnd“. Erst das Spiel des mit ihm befreundeten Cellisten Alois Neruda vermochte ihn zu überzeugen, auch einmal etwas Konzertantes für das Violoncello zu versuchen. Dvořák schenkte der Welt daraufhin sein Cellokonzert, das heutzutage wohl das berühmteste Cellokonzert überhaupt sein dürfte und alljährlich immer und immer wieder in neuen und wiederaufgelegten CD-Einspielungen auf den Markt kommt.

21st century portraits - Shih
Ensemble "Die Reihe" - Georg Fritzsch; National-Sinfonie-Orchester Taiwan - Chien Wen-Pin

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21st century portraits - Shih

Entgegen der "Tradition"?

von Rainer Aschemeier  •  2. Oktober 2012
Katalog-Nr.: 5111 / EAN: 845221051116

Im Jahr 1974 kam ein 24-jähriger taiwanesischer Musikstudent nach Österreich, um an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst Komposition und Harfe zu studieren – so schreibt es jedenfalls die wikipedia. Sie ist eine der wenigen Quellen, wenn man mehr über Shih herausfinden will – jenen Musikstudenten, der heute zu den interessantesten Komponisten Neuer Musik zählt.
Wer von Shih bislang noch nichts gehört hat, sollte die Schuld nicht bei sich suchen. Gerade einmal eine einzige CD-Veröffentlichung mit Werken Shihs war bis zum Erscheinen dieser hier vorgestellten neuen Retrospektive beim Label capriccio erschienen.

Hommage á Clara Schumann
Katharina Deserno (Cello) & Nenad Lečič

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Hommage á Clara Schumann

Entdeckungen am laufenden Band

von Rainer Aschemeier  •  29. September 2012
Katalog-Nr.: KAL 6317-2 / EAN: 4260164631724

Immer noch wissen viele Klassik-Hörer nicht, dass Clara Schumann neben ihrer weithin bekannten Laufbahn als virtuose Pianistin und natürlich auch als Ehefrau Robert Schumanns auch komponierte. Sie gehört zu den dramatischsten Episoden im Leben der Schumanns: Die Zeit, in der sich Clara Robert zuliebe von der Komposition abwandte und fortan eher ein Schattendasein neben ihrem Ehemann führen sollte.
Man kann an dieser Situation aus heutiger Zeit viel herumkriteln. Hätte Robert Schumann seine hoch begabte junge Frau nicht eher ermuntern sollen, statt sie dazu zu drängen, das Komponieren aufzugeben?

R. Vaughan Williams - Early and Late Works
Royal Scottish National Orchestra - M. Yates

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Ralph Vaughan Williams - Early and Late Works

Teils sensationelle Weltersteinspielungen rarer Früh- und (!) Spätwerke

von Rainer Aschemeier  •  27. September 2012
Katalog-Nr.: CDLX 7289 / EAN: 76587728922

Wie regelmäßige Leser von www.the-listener.de bereits wissen, hatte Ralph Vaughan Williams nach seinem Studium bei Maurice Ravel und der daraus resultierenden Verbesserung seiner Orchestrierungskünste höchstselbst ein Aufführungs- und Publikationsverbot über die meisten seiner frühen Orchesterwerke verhängt. Erst kurz vor ihrem Tod im Jahr 2007 hatte Ursula Vaughan Williams, die Witwe des Komponisten, dieses Publikations- und Aufführungsverbot aufgehoben.
Seitdem strömen in schöner Regelmäßigkeit herrliche CD-Einspielungen auf den Klassikmarkt, die uns mit den zum Teil sehr sehr reizvollen orchestralen Frühwerken Ralph Vaughan Williams‘ bekannt machen.

P. I. Tschaikowksy - Sinfonien Nr. 1-3
London Symphony Orchestra - V. Gergiev

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Pjotr Iljitsch Tschaikowsky - Sinfonien Nr. 1-3

Gergievs Londoner Früh-Tschaikowsky - eine Edition mit vielen Qualitäten!

von Rainer Aschemeier  •  25. September 2012
Katalog-Nr.: LSO0710 / EAN: 822231171027

So ziemlich jedes Orchester von Weltrang hat ja heutzutage sein eigenes CD-Label. Das London Symphony Orchestra war nicht nur eines der ersten Ensembles, die mit ihrer eigenen Veröffentlichungsreihe auf den Markt drängten, die CDs, die dabei herauskamen, gehören vielmehr bis heute auch zu den besten Ergebnissen dieses Trends zur Selbstvermarktung im Orchestersektor.
Dass hohe Qualität in diesem Business nicht selbstverständlich ist, zeigt sich allein schon dadurch, dass viele Sammler von vornherein abwinken, wenn es um Aufnahmen orchestereigener Labels geht. Das verbreitete Vorurteil: Der Sound stimmt oft nicht, die Interpretationen sind selten wirklich gut, und die meisten der eingespielten Werke gibt es anderswo oft einfach in deutlich besseren Versionen.

"Il viaggio"
Marianna Shirinyan

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Marianna Shirinyan - "Il Viaggio"

Musik von Franz Liszt, Alban Berg, Wolfgang Amadeus Mozart und Tigran Mansurian

von Rainer Aschemeier  •  23. September 2012
Katalog-Nr.: SM 173 / EAN: 4260123641733

Die armenischstämmige Pianistin Marianna Shirinyan ist einigen Sammlern vielleicht bereits von ihren Kammermusikaufnahmen bei EMI Classics bekannt. Dort hatte sie zusammen mit der norwegischen Stargeigerin Vilde Frang und dem Cellisten Andreas Brantelid ein Chopin-Album aufgenommen.
Für ihr erstes Recital-Album scheint sich die majorlabelerfahrene Künstlerin aber gedacht zu haben: Lieber eine Nummer kleiner, dafür auch lieber etwas feiner. Und was gibt es derzeit Feineres, als das bayerische Mini-Label „Solo Musica“!

"Wartime Music" Vol. 1 - Mjaskowski
St. Petersburg State Academic Symphony Orchestra - A. Titov

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Nikolai Mjaskowski - Sinfonien Nr. 22, op. 54 + 23, op. 56

Leider etwas wackelige Darbietung zweier wichtiger sinfonischer Werke

von Rainer Aschemeier  •  21. September 2012
Katalog-Nr.: NF/PMA 9966 / EAN: 4607053328677

Eine ziemlich spannende CD-Reihe wurde in diesem Jahr vom russischen CD-Label „Northern Flowers“ begonnen, das sich hauptsächlich um Veröffentlichungen rund um die Komponistenelite der Musikstadt St. Petersburg bemüht.
Mit „Wartime Music Vol. 1“ landete das Label dann auch gleich einen veritablen Volltreffer, indem es die 22. und 23. Sinfonie des großartigen russischen Sinfonikers Nikolai Mjaskowski veröffentlichte. Mjaskowski erfreut sich einer kleinen, aber hartnäckigen Anhängerschaft. Der Prokoffjew-Freund und Schostakowitsch-Zeitgenosse schrieb insgesamt 27 Sinfonien und zusätzlich noch drei kleinere Werke, die er jeweils als „Sinfonietta“ bezeichnete.

"O lieb, so lang Du lieben kannst"
R. de Waal (Klavier), M. van den Akker (Mezzosopran)

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Rian de Waal & Marion van den Akker - "O lieb, so lang du lieben kannst"

Die dritte CD, die sich dem künstlerischen Nachlass des Pianisten Rian de Waal widmet

von Rainer Aschemeier  •  19. September 2012
Katalog-Nr.: --- / EAN: 723385041252

Die CD enthält Aufnahmen aus den Jahren 2004 bis 2010, aufgenommen in der concertboerderij Valthermond, dem selbst gewählten künstlerischen Domizil Rian den Waals und seiner Lebensgefährtin Marion van den Akker.
Es ist wenig bekannt, dass Rian de Waal auch Liedbegleiter war. Zumeist trat er als virtuoser Solopianist in Erscheinung und widmete sich in dieser Funktion bevorzugt dem romantischen bis spätromantischen Repertoire.

A. Casella - Orchesterwerke
Orchestra Sinfonica di Roma - F. La Vecchia

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Alfredo Casella - Suite C-Dur op. 13 / Pagine di guerra, op. 25bis / Konzert für Orchester, op. 61

Das Weltersteinspielungskuriosum

von Rainer Aschemeier  •  17. September 2012
Katalog-Nr.: 8.573004 / EAN: 74731330047

Etwas recht Kurioses ist kürzlich passiert: Nachdem mehr als fünfzig Jahre lang keine Plattenfirma weit und breit auf die Idee gekommen war, Alfredo Casellas bedeutendes Orchesterwerk „Konzert für Orchester“ aus dem Jahr 1937 auf Tonträger einzuspielen, sind nun innerhalb weniger Monate gleich zwei Aufnahmen des Stücks von zwei verschiedenen Labels auf den Markt gekommen – und beide rühmen sich, die „Weltersteinspielung“ zu sein.

S. Rachmaninoff - Sinfonie Nr. 2 / L. Bernstein - Candide-Overture
Philharmonia Orchestra / London Symphony Orchestra - E. Swetlanow

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Sergej Rachmaninoff - Sinfonie Nr. 2 / Leonard Berstein - "Candide"-Overture

Swetlanow in London

von Rainer Aschemeier  •  15. September 2012
Katalog-Nr.: ICAC 5078 / EAN: 5060244550780

Keine Frage: Diese CD ist ohne jeden Zweifel eine der aufsehenerregendsten Archiventdeckungen der letzten Jahre. Rachmaninoff-Sammler dürfen sie ebenso wenig verpassen, wie die eingangs erwähnte neue Referenzeinspielung des Royal Philharmonic Orchestra, die im letzten Jahr erschien. Und ja, auch „Neueinsteiger“ in das Werk Rachmaninoffs sind mit dieser CD sehr gut bedient – auch, wenn sie die erwähnten Eigenmächtigkeiten Swetlanows enthält.

Radio - someone still loves youuuuu...

Von the-listener.de rezensierte CDs nun auch zum Nachhören!

von Rainer Aschemeier  •  14. September 2012

Erstmals seit seinem Beginn vor neun Jahren macht the-listener.de seinem Namen volle Ehre: Alle CDs, die auf unserer Startseite hier rechts in der Rezensionsspalte zu sehen sind, können Sie nun in Auszügen auch anhören!
In Kooperation mit laut.fm haben wir einfach unser eigenes, für alle Nutzer komplett kostenloses webradio ins Leben gerufen: laut.fm/the-listener.
Damit dürfte the-listener.de das derzeit einzige deutschsprachige Klassikrezensionsportal im Netz sein, das seinen Nutzern nicht nur fundierte Rezensionen anbietet, sondern auch die Möglichkeit, das, worüber man gerade noch gelesen hat, gleich probezuhören zu können – und das in hoher Stream-Qualität, technisch unkompliziert, und selbst auf externen Endgeräten nutzbar – natürlich auch als App für IPad, IPhone und co.

"Momentum" - Nordische Cellokonzerte
New Music Orchestra - S. Bywalec; J. Kullberg (Cello)

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Per Nørgård, Arne Nordheim & Kaija Saariaho - Cellokonzerte

Eine anspruchsvolle CD

von Rainer Aschemeier  •  13. September 2012
Katalog-Nr.: ACD5075 / EAN: 7044581350751

Eine mutige CD erschien unlängst beim norwegischen Label für Neue Musik: Aurora Music. Mutig ist sie deshalb, weil es sich bei ihr um eine Zusammenstellung von Cellokonzerten aus den letzten Jahren handelt, die allesamt als nicht leicht verdaulich charakterisiert werden können.
Die hier vorgestellten Konzerte von den Altveteranen der nordischen Komponistenelite, Per Nørgård und Arne Nordheim, sowie von der neben Einojuhani Rautavaara wohl prominentesten Stimme der finnischen Neuen Musik, nämlich Kaija Saariaho, sind in der Tat nichts für Leute, die mal locker-flockig in die Neue Musik-Szene hinein schnuppern wollen. Im Gegenteil: Diese drei Cellokonzerte haben hohen Anspruch und wenden sich an ein selbst anspruchsvolles Publikum.

"Harry our King"
Capella de la Torre - K. Bäuml; C. Daniels (Tenor)

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Harry our King - Musik für Henry VIII. Tudor

Der musikalische König

von Rainer Aschemeier  •  11. September 2012
Katalog-Nr.: CD-16292 / EAN: 4032324162924

Der eigentliche Star der Einspielung ist jedoch die reich besetzte Bläserabteilung der Capella de la Torre. In seltener Klangpracht hört man hier Schalmei, Pommer, Dulzian und Zink – alles Blasinstrumente des 16. Jahrhunderts, die in dieser Zusammensetzung damals wie heute alles andere als alltäglich sind.
Man muss sich das einmal vor Augen führen: Um eine so reichhaltig besetzte Musikgruppierung hören zu können, musste man vor gut vierhundert Jahren König sein! Heute reicht dazu der Kauf dieser CD. Was für einen Luxus wir heute erleben dürfen!

Latin American Classics
Orquesta Sinfónica de Venezuela - Th. Kuchar

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Latin American Classics

Die Rückkehr! Nach über vier Jahren endlich wieder ein "Lebenszeichen" von Theodore Kuchar

von Rainer Aschemeier  •  4. September 2012
Katalog-Nr.: 9262 / EAN: 5029365926225

Diese CD markiert die Rückkehr eines der interessantesten Dirigenten der letzten 20 Jahre. Ich hatte schon befürchtet, man würde gar nichts mehr von ihm hören, doch hier ist er wieder: Thedore Kuchar!
Der ukrainisch-amerikanische Musiker wurde 1960 in New York City geboren und begann seine Karriere als Bratschist. In diesem Sektor brachte er es bis zum ersten Bratschisten des renommierten Cleveland Orchestra und baute sich nebenbei eine eindrucksvolle als Dirigent auf.

H. Villa-Lobos - Sinfonien Nr. 6 & 7
São Paulo Symphony Orchestra - I. Karabtchevsky

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Heitor Villa-Lobos - Sinfonien Nr. 6 "On the Outline of the Mountains of Brazil" & 7

Grandioser Villa-Lobos aus São Paulo!

von Rainer Aschemeier  •  2. September 2012
Katalog-Nr.: 8.573043 / EAN: 747313304370

Bereits in den 1990er-Jahren hatte das SWR-Sinfonieorchester unter der Leitung des texanischen Dirigenten Carl St. Clair eine Gesamteinspielung der famosen Sinfonien des brasilianischen Vaters der Musikmoderne – Heitor Villa-Lobos – begonnen, die seinerzeit viel Aufmerksamkeit erregte, so auch bei uns (siehe hier).
Leider war jene Edition nicht in allen Belangen zufriedenstellend, denn neben den fransenden Streichern des SWR-Orchesters und dem nicht so ganz zufriedenstellenden Sound der CDs, gab es da noch irgendetwas Anderes, was zumindest mir den Zugang zu der St. Clair-Einspielung der Villa-Lobos-Sinfonien immer erschwert hat. Was dieses „Andere“ war, fällt mir nun wie Schuppen von den Augen, nachdem Naxos die erste CD in seiner ambitionierten Reihe der Gesamteinspielung von Villa-Lobos-Sinfonien aufgelegt hat.

H. Berlioz - Symphonie Fantastique / Le Corsaire (Ouvertüre)
Orchestre National de Lyon - L. Slatkin

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Hector Berlioz - Symphonie fantastique / Le corsaire

Leonard Slatkins furioser Auftakt in Lyon

von Rainer Aschemeier  •  30. August 2012
Katalog-Nr.: 8.572886 / EAN: 74731328867

Einspielungen der „Symphonie fantastique“ sind Legion auf dem internationalen CD-Markt. Umso erstaunlicher eigentlich, dass es bei uns auf www.the-listener.de in den immerhin neun Jahren, die wir inzwischen im www unterwegs sind, bislang noch nie eine Rezension einer Einspielung des Stücks gegeben hat.
Ändern wir das also jetzt mal, und zwar mit einer Aufnahme, die zweifellos ein Bestseller werden wird.

"Dramma"
La Magnifica Comunità; S. Kermes (Sopran)

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Simone Kermes - "Dramma"

So macht "Hochglanz-Klassik" Spaß!

von Rainer Aschemeier  •  28. August 2012
Katalog-Nr.: 88691963952 / EAN: 886919639520

Eine wunderschöne CD ist jüngst beim etablierten Sony Classics-Label erschienen. Sie heißt „Dramma“ und ist die neueste Recital-Produktion der Sopranistin Simone Kermes, die bei Sony bereits ein paar sehr erfolgreiche Produktionen dieses Typs vorgelegt hat.
Bevor man diese neue vorschnell in die Schublade „Hochglanz-Klassik“ für den Massenmarkt steckt, sollte man unbedingt genauer hinschauen und vor allem… reinhören!

E. Bloch - Schelomo, From Jewish Life, Voice in the Wilderness / M. Bruch - Kol Nidrei
BBC Scottish Symphony Orchestra - I. Volkov; N. Clein (Cello)

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Ernst Bloch / Max Bruch - Orchestermusik mit obligatem Violoncello

Bloch und Bruch in selten dagewesener Klangfülle

von Rainer Aschemeier  •  25. August 2012
Katalog-Nr.: CDA67910 / EAN: 034571179100

Auch Cellistin Natalie Clein trägt mit ihrem ungewöhnlich tiefen, sonoren und warmen Celloklang dick auf, indem sie lange Parts ihres Solovortrags in flirrendes Vibrato taucht.
Keine Frage: Auf dieser CD ist Bloch noch durch und durch ein Spätromantiker alter Schule, hier darf er’s sein. Es gibt andere Einspielungen, die Bloch näher an die Expressionisten rücken, mit Vibrato eher geizen, die Ecken und Kanten dieser Musik betonen. Diese Hyperion-CD gehört nicht dazu. Den Exotismus der Musik betonender, grenzenloser Schönklang ist hier das Programm.

W. A. Mozart - Konzerte für zwei und drei Klaviere
Litauisches Kammerorchester - S. Sondeckis; T. Nikolayeva, N. Lugansky, E. Virsaladze (Klavier)

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Wolfgang Amadeus Mozart - Konzerte für zwei und drei Klaviere

Eine historische Einspielung mit wunderschönem Klang und grandioser Interpretation, die Ihresgleichen sucht!

von Rainer Aschemeier  •  22. August 2012
Katalog-Nr.: MEL CD 10 01984 / EAN: 4600317119844

In der UdSSR gab es immer eine lebendige Mozart-Tradition. Man denke nur (als wohl herausragendes Highlight) an die famose Einspielung der Sinfonia Concertante von David und Igor Oistrakh mit den Moskauer Philharmonikern unter Kyrill Kondraschin. Diese (meiner Meinung nach auch Oistrakhs späterer EMI-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern) hoch überlegene Aufnahme ist wohl einer der Gipfelpunkte der internationalen Mozart-Rezeption – ...aller Zeiten! Nun gab es aber auch noch einige andere herausragende Mozart-Spezialisten in der riesigen Sowjetunion…

P. I. Tschaikowsky - Ballettsuiten
Philharmonisches Orchester Wolgograd - E. Serov

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Pjotr Iljitsch Tschaikowsky - Ballettsuiten zu "Dornröschen" und "Schwanensee"

Wiederveröffentlichung einer Spitzenklasse-Einspielung von vor 19 Jahren

von Rainer Aschemeier  •  20. August 2012
Katalog-Nr.: ES2015 / EAN: 4015372820152

Dass diese Aufnahme so viel Charakter und Herzblut mitbringt, ist sicherlich auch das Verdienst Edward Erovs, der sein Orchester mit zwar ungewöhnlich langsamen Tempi, dafür aber sehr dynamisch durch die Untiefen des Tschaikowskyschen Ballettschaffens führt.
In meinen Augen ist diese Einspielung von 1993 heute so attraktiv, wie vor 19 Jahren und hat nichts, aber auch gar nichts von ihrem zeitlosen Reiz und vor allem von ihrem sensationell hoch aufgelösten HiFi-Sound eingebüßt.

"But Not Forgotten" - Musik afro- amerikanischer Komponisten
M. Eley (Klarinette) / L. DeSa (Klavier)

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"But Not Forgotten" - Musik afroamerikanischer Komponisten

Überraschungen am laufenden Band

von Rainer Aschemeier  •  18. August 2012
Katalog-Nr.: DSL-92156 / 053479215628

Ein Hauch von Dèja-vu-Effekt stellte sich bei mir unlängst ein, als ich die neueste CD des hochklassigen Sono Luminus-Labels (ehemals bekannt als „Dorian“) auf den Schreibtisch bekam. Mit „But Not Forgotten“ legt Klarinettist Marcus Eley zusammen mit seiner Duettpartnerin Lucerne DeSa eine hochklassige Anthologie US-amerikanischer Musik für Klarinette und Klavier vor – und eben das, gab es auch im August 2011 aus dem Hause Sono Luminus (damalige Rezension siehe hier).

Two Lutes - Lautenduette aus Englands "Goldenem Zeitalter"
R. McFarlane & W. Simms

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Two Lutes - Lautenduette aus Englands "Goldenem Zeitalter"

Für Einsteiger und Fachleute gleichermaßen ein Genuss

von Rainer Aschemeier  •  14. August 2012
Katalog-Nr.: DSL-92155 / EAN: 053479215529

Ronn McFarlane, der einst Rockgitarrist war, bevor er sich für die Laute entschied hat zweifellos ein „Händchen“ dafür, wie man den Publikumsgeschmack bedient. Und auch diese CD dürfte niemanden enttäuschen, dem einfach nach schlicht schöner und weitestegehend „unanstrengender“ Lautenmusik ist. Aber diesmal haben McFarlane und sein Duettpartner William Simms auch musikhistorisch – zumindest nach meiner Einschätzung – im absolut wasserdichten Milieu gearbeitet. Soll heißen: Selbst ärgste Puristen werden an dieser Produktion kaum Fehl und Tadel finden können.

Early Music Recordings Vol. 1
Ensemble Unicorn

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Early Music Recordings of: Ensemble Unicorn; Vol. 1

Einer der herausragenden Glücksmomente des laufenden Veröffentlichungsjahrs

von Rainer Aschemeier  •  12. August 2012
Katalog-Nr.: 8.505230 / EAN: 747313523030

Das Ensemble Unicorn ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Musikgeschichte wieder zu Musikpraxis wird. Und spätestens wenn man sich dabei ertappt, wie man plötzlich im Alltag über 600 Jahre alte Melodien vor sich hin pfeift, merkt man: Diese Gruppe ist etwas Besonderes. Die machen Musik nicht für verkopfte Eigenbrödler, sondern die machen Musik aus Freude an dem Lebensgefühl, dass diese zeitlos vermitteln kann. Das ist aller Ehren wert!

R. Vaughan Williams - Konzert für zwei Klaviere / Sinfonie Nr. 5
Musikkollegium Winterthur - D. Boyd, Duo Tal & Groethuysen (Klavier)

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Ralph Vaughan Williams - Konzert für zwei Klaviere / Sinfonie Nr. 5

Kurioser Schweizer Vaughan Williams - eine CD, die Rätsel aufgibt...

von Rainer Aschemeier  •  10. August 2012
Katalog-Nr.: 88725423112 / EAN: 887254231127

Merkwürdige Dinge gehen vor im schweizerischen Winterthur. Anno 2009 wurde dem dort ansässigen, bereits 1629 (!) gegründeten Orchester „Musikkollegium Winterthur“ ein schottischer Chefdirigent verordnet – und nun fängt eben dieser an, auch noch Musik von den britischen Inseln zu importieren!
Geschmack hat er allerdings, dieser Douglas Boyd – das muss man ihm lassen! Das Konzert für zwei Klaviere von Ralph Vaughan Williams, gepaart mit dessen fünfter Sinfonie – das ist ein wirklich tolles CD-Programm…
...das es so allerdings schon ein paar Mal gab.

C. Saint-Saëns - Der Karneval der Tiere / M. Ravel - Ma mère l'oye
Duo La Lueur (Klavier); Helmut Thiele (Erzähler)

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Camille Saint-Saëns - Der Karneval der Tiere / Maurice Ravel - Ma mère l'oye

Für Rasselbanden und Tagträumer

von Rainer Aschemeier  •  8. August 2012
Katalog-Nr.: KAL 6320-2 / EAN: 4260164632028

Saint-Saëns hat seiner anarchischen Tierkarneval-Komposition, die der sonst so formstrenge Franzose zeit seines Lebens unter Verschluss hielt und nur für Privataufführungen freigab, keinen Text beigefügt. Trotzdem sind viele Versionen mit Text erhältlich, die sich in den meisten Fällen dezidiert an Kinder richten.
So ist es auch hier. „Der Karneval der Tiere“ (merkwürdig übrigens, dass Kaleidos diesen Werktitel auf der CD in deutscher Übersetzung angibt, während man bei dem Ravel-Stück beim französischen Titel bleibt) erklingt hier in Kombination mit einer „tierischen Geschichte“ (so die Angabe auf der CD) von Heiner Eckels, Honorarprofessor an der Musikhochschule Detmold und Autor poetischer Lyrik.

R. Vaughan Williams - Archive Recordings
diverse Interpreten

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Ralph Vaughan Williams - "On Wenlock Edge", "Merciless Beauty", "Prelude on Three Welsh Hymn Tunes", "Five Tudor Portraits"

Historisches für Jäger und Sammler von den Gralshütern der Ralph Vaughan Williams-Society

von Rainer Aschemeier  •  6. August 2012
Katalog-Nr.: ALBCD014 / EAN: 5060158190140

Das Remastering eigentlich aller hier vertretenen Aufnahmen bleibt meines Erachtens unter seinen Möglichkeiten. Wie hervorragend alte Aufnahmen klingen können, führen uns andere Labels regelmäßig vor Ohren. Bei Albion Records hingegen hat man sich für „Methode Holzhammer“ entschieden und hat die hohen Frequenzen stark gedeckelt – wohl um sowohl das charakteristische Knacksen alter Schellack-Platten als auch Bandrauschen zu unterdrücken. Dass so etwas heutzutage auch sehr viel eleganter geregelt werden kann, hat sich wohl noch nicht bis zur Ralph Vaughan Williams-Society herumgesprochen.

The Eton Choirbook
Tonus Peregrinus

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Music From The Eton Choirbook

"Freudvoller Lärm"

von Rainer Aschemeier  •  4. August 2012
Katalog-Nr.: 8.572840 / EAN: 74731328407

„Die Franzosen singen, die Italiener trillern, die Deutschen jammern und die Engländer veranstalten freudvollen Lärm!“
So lautet ein 500 Jahre altes Sprichwort, das sich auf das „Eton Choirbook“ bezieht – eine der größten und wohl auch großartigsten Manuskriptsammlungen aus dem vorreformatorischen England. Aus heutiger Sicht würde man es wohl kaum als „Krach“ oder „Lärm“ bezeichnen, was das Vokalensemble Tonus Peregrinus hier auf CD gebannt hat. Es lässt Musik wieder lebendig und hörbar werden, die – das muss man sich einmal vor Augen halten – immerhin ein halbes Jahrtausend (!) auf dem Buckel hat.

M. Ravel / E. Bloch / L. Janáček - Musik für Violine und Klavier
C. Åstrand (Geige), P. Salo (Klavier)

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Maurice Ravel / Ernest Bloch / Leoš Janáček - Musik für Violine und Klavier (CD + DVD)

Irrlichternde Kammermusik-Amour fou - Atemberaubend!

von Rainer Aschemeier  •  2. August 2012
Katalog-Nr.: ORC100022 / EAN: 5060189560226

Es gibt Momente auf dieser CD, die so innig, annähernd transzendental schön sind, dass man mit atemloser Spannung vor der HiFi-Anlage verharrt. Vor allem im ersten Satz von Ravels wunderbarer Sonate und in Blochs poème mystique finden sich solche Stellen. Sie zählen mit zum Ergreifendsten und ganz schlicht Großartigsten, was ich nicht nur in diesem Jahr sondern überhaupt jemals in Sachen Kammermusik auf CD gehört habe.

F. Mendelssohn Bartholdy - Musik für Cello und Klavier (Gesamteinsp.)
L. Fiorentini (Cello), S. Redaelli (Klavier)

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Felix Mendelssohn Bartholdy - Musik für Cello und Klavier (Gesamteinspielung)

Eine gute Alternative

von Rainer Aschemeier  •  29. Juli 2012
Katalog-Nr.: 94368 / EAN: 5028421943688

Wenn es um die Musik für Cello und Klavier von Felix Mendelssohn Bartholdy geht, gab es für Musikliebhaber bislang eigentlich nur eine richtige Wahl: Die fantastische Einspielung Von Stephen Isserlis und Melvyn Tan von 1994 auf Sony Classics.
Das – so viel sei vorab verraten – gilt auch nach dem Hören der hier vorgestellten CD.
Jedoch gibt es gute Gründe, um nach Alternativen zu suchen

P. I. Tschaikowsky + C. Nielsen - Violinkonzerte
Dänisches Rundfunk-Sinfonie-Orchester - E. G. Jensen; V. Frang (Geige)

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Pjotr Iljitsch Tschaikowsky / Carl Nielsen - Violinkonzerte

Vilde Frang - der neue Star am Geigenhimmel - berechtigt?

von Rainer Aschemeier  •  27. Juli 2012
Katalognr.: 6025702 / EAN: 5099960257024

Auch in Sachen Sound hat sich EMI nicht lumpen lassen. Jan Oldrup – der Mann, der sonst beim dänischen Nationallabel „dacapo“ für kompromisslosen Spitzensound sorgt, hat für EMI sein ganzes Können in die Waagschale geworfen und eine in jeder Hinsicht großartig klingende Aufnahme produziert. Herrlich sonor der Bass, glasklar die Höhen, samtig weich die Streicher und Bläser des Orchesters… einfach grandios! Wenn alle Klassik-CDs klingen würden wie diese, wäre die HiFi-Welt in Ordnung!

J. MacMillan - Veni, Veni, Emmanuel (MacMillan Series Vol.1)
Niederländische Radio-Kammer-Philharmnonie - J. MacMillan

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James MacMillan - Veni, Veni, Emmanuel (Konzert) / "A Deep but Dazzling Darkness" / Í (A Meditation on Iona)/

Die erste CD in challenge classics' ambitioniertem "MacMillan Series"-Projekt

von Rainer Aschemeier  •  25. Juli 2012
Katalog-Nr.: CC72540 / EAN: 608917254020

Nun soll es gar eine ganze CD-Reihe geben, die sich MacMillans Werken widmet, also offenbar so etwas wie eine Art Werkretrospektive auf mehreren CDs. Und dieses Unternehmen startete unlängst ausnahmsweise mal nicht in Großbritannien, sondern auf dem europäischen Festland, genauer gesagt in den Niederlanden. Das für seine hohe Qualität bekannte Label challenge classics eröffnet mit dem hier vorgestellten „Vol. 1“ seine „MacMillan series“. Wie viele CDs sie letzten Endes umfassen wird, werden wir sehen.

J. Massenet - Ballettsuiten
Academy of St. Martin-in-the-Fields

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Jules Massenet - Ballettmusik aus "Le Cid", "Cendrillon" und "Thaïs"

Was Leichtes für Zwischendurch

von Rainer Aschemeier  •  23. Juli 2012
Katalog-Nr.: 94355 / EAN: 5028421943558

Jules Massenet teilt das gleiche Schicksal wie seine Zeitgenossen Ruggiero Leoncavallo und Pietro Mascagni: Sein heutiger Ruhm gründet sich auf eine einzelne Oper – der Rest des kompositorischen Werks wird praktisch nie aufgeführt.
Vielleicht muss man sagen, dass es im Falle Massenets sogar noch ein wenig schlimmer ist, denn er ist nicht wegen einer Oper bekannt, sondern wegen eines einzigen, recht kurzen Zwischenspiels aus einer Oper. Gemeint ist natürlich die auf zahllosen Klassik-Samplern verteretene „Meditation“ aus der Oper „Thaïs“.

B. A. Zimmermann - Cellokonzert, Photoptosis, Tratto II
Sinfonieorchester des SWF / Radio-Symphonie-Orchester Berlin - H. Zender

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Bernd Alois Zimmermann - Cellokonzert, Photoptosis, Tratto II

Exemplarische CD mit zeitlosem Referenzcharakter

von Rainer Aschemeier  •  21. Juli 2012
Katalog-Nr.: WER 6776 2 / EAN: 4010228677621

Anhand dreier Referenzeinspielungen zweier Radiosinfonieorchester der ARD unter der – wie immer großartigen – Leitung des Komponisten und Dirigenten Hans Zender, erklingen die Stücke „Photoptosis“ (neben der Oper „Die Soldaten“ wohl das bekannteste Werk von B. A. Zimmermann), „Tratto II“ sowie das „Concerto pour Violoncelle“.
Die drei Stücke bieten einen guten Einblick in das typische Spätwerk des Komponisten, dessen vornehmliche Eigenart es war, mit sich überlagernden Schichtungen musikalischen Materials zu arbeiten.

L. Spohr - Klarinetten-konzerte 1-4
Orchestre de chambre de Lausanne / P. Meyer

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Louis Spohr - Klarinettenkonzerte (Gesamteinspielung)

von Rainer Aschemeier  •  19. Juli 2012
Katalog-Nr.: ALPHA 605 / EAN: 3760014196058

Im Juli erschien eine ungewöhnlich wichtige Spohr-Veröffentlichung, nämlich eine Gesamteinspielung von dessen Klarinettenkonzerten, die wegen ihres immensen Schwierigkeitsgrades bislang als beinahe unspielbar galten. Es gab bislang deshalb wohl auch nur eine einzige überzeugende Einspielung von zumindest dem zweiten und vierten Klarinettenkonzert – nämlich (wie sollte es anders sein…) von Sabine Meyer und der Academy of St. Martin-in-the-Fields unter der Leitung von Kenneth Sillito auf EMI Classics.
Nun also beschert uns der Dirigent und Klarinettist Paul Meyer (der sich bislang ausschließlich bei den Majorlabels Deutsche Grammophon, RCA Red Seal sowie EMI herumgetrieben hat) eine ambitionierte Gesamtedition der Spohr-Konzerte.

F. Schubert - Sinfonien Nr. 3 & 4 "Tragische"
Tonhalle-Orchester Zürich - D. Zinman

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Franz Schubert - Sinfonien Nr. 3 & 4 "Tragische"

Konkurrenz für Kleiber?

von Rainer Aschemeier  •  17. Juli 2012
EAN: 88691963792 (Die labeleigene Katalog-Nr. ist deckungsgleich mit der EAN)

Ich möchte hier nicht das Schwärmen anfangen, aber hören Sie sich zum Beispiel mal Zinmans Fassung von Mahlers Siebter an oder Beethovens „Eroica“ – das ist Weltspitzensonderspezialklasse, und ich zumindest kenne einfach nichts Besseres.
Nun also legt die schweizerisch-amerikanische Freundschaft die (zumindest laut Info im Booklet) letzte Schubert-CD vor, die somit den Schubert-Zyklus komplettiert, an dem Zinman und seine Schweizer seit 2010 gewerkelt haben. Moment mal! Komplettiert!?

Ch. Graupner - Konzerte und Ouvertüren für Chalumeau
Ars Antiqua Austria - G. Letzbor

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Christoph Graupner - Konzerte und Ouvertüren für Chalumeau

Lebhafte Musik für ein (fast) vergessenes Instrument

von Rainer Aschemeier  •  15. Juli 2012
Katalog-Nr.: CC72539 / EAN: 608917253924

Zu den vielen Instrumenten der Barockzeit, die heute völlig in Vergessenheit geraten sind, gehört wohl auch das Chalumeau. Fragt man selbst versierte Kenner Alter Musik danach, was denn eigentlich ein Chalumeau überhaupt sei, antworten nicht wenige, es sei quasi dasselbe wie die immerhin noch vage aus der Volksmusik bekannte Schalmei. Das stimmt so jedoch nicht!

A. Dvořák - Klaviertrios (Gesamt-Einspielung)
Gould Piano Trio

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Antonin Dvořák - Klaviertrios (Gesamteinspielung)

Erneut eine Großtat aus dem Hause Champs Hill Records

von Rainer Aschemeier  •  14. Juli 2012
Katalog-Nr.: CHRCD034 / EAN: 5060212590350

Es gibt CDs, denen sieht man ihre hochkarätige Besetzung nicht an. Wer kennt hierzulande schon das Gould Trio? Wenn man aber einmal die Namen der drei beteiligten Musiker des Trios auflistet, macht es bei dem einen oder anderen vielleicht schon eher „Klick“: Lucy Gould zum Beispiel, die das Gould Trio 1992 gründete, hat bereits auf Deutsche Grammophon mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Thomas Hengelbrock aufgenommen. Zudem hat sie Majorlabel-Einspielungen mit Stargeiger Daniel Hope bestritten.

Seelenvogel
Meininger-Trio

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Meininger-Trio - "Seelenvogel"

Follow-Up zum letztjährigen Jahresbestenlisten-Kandidaten "Voices of the Rainforest"

von Rainer Aschemeier  •  11. Juli 2012
Katalog-Nr.: 60247 / EAN: 885150602478

Nun legt das Meininger-Trio seine neue CD vor, die den Titel „Seelenvogel“ trägt. Das Konzept ist ähnlich, wie jenes der Vorgänger-CD: Es wird moderne Musik für die ungewöhnliche Besetzung Flöte, Klavier und Cello vorgestellt, wobei insbesondere Stücke Berücksichtigung finden, die über programmatische Aspekte erschlossen werden können. Dieser Ansatz zeichnete bereits „Voices of the Rainforest“ aus und machte jene CD auch zur idealen „Einstiegsdroge“ für Neugierige auf die internationale Kammermusik des 20. und vor allem 21. Jahrhunderts.

R. Schumann - Abegg-Variationen / Sonate Nr. 2, op. 22 / Fantasie, op. 17 / Toccata, op. 7
Idil Biret

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Robert Schumann - Abegg-Variationen, zweite Klaviersonate, Fantasie, op. 17, Toccata, op. 7

Faszinierend! Idil Biret und Robert Schumann - zwei Ausnahmepersönlichkeiten im musikalischen Zwiegespräch

von Rainer Aschemeier  •  9. Juli 2012
Katalig-Nr.: 8.571291 / EAN: 747313129171

Seit langem gilt die türkischstämmige Pianistin Idil Biret als eine der fleißigsten und im positiven Sinne „unerschrockensten“ Pianistinnen der internationalen Klassik-Szene. Sie, die einst noch unter Nadia Boulanger, Alfred Cortot und Wilhelm Kempff studierte, könnte es sich eigentlich mit einer Handvoll Standardrepertoire auf den Konzertpodien dieser Welt gemütlich machen. Noch immer gibt sie Konzerte mit den größten Orchestern, mit den größten Dirigenten. Doch Idil Biret gibt sich damit einfach nicht zufrieden.

F. Schubert - Klaviertrios op. 99 & op. 100
Trio Bamberg

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Franz Schubert - Klaviertrios op. 99 D898 & op. 100 D929

Top-Einspielung unter Referenzverdacht

von Rainer Aschemeier  •  7. Juli 2012
Katalog-Nr.: M 56934 / EAN: 4012476569345

In Sachen Schubert-Klaviertrios führt für qualitätsbewusste Interessenten im (physischen oder virtuellen) Plattenladen des Vertrauens der zielsichere Griff seit mehr als zehn Jahren in eine Richtung: Trio Wanderer auf Harmonia Mundi! Etwas anderes gab es in den letzten Jahren praktisch gar nicht, zumindest nicht für diejenigen, die ihren Schubert nicht Beaux-Arts-Trio-mäßig „überromantisiert“ haben wollte, sondern sich darüber bewusst waren und sind, dass Schubert im Herzen bis zuletzt eigentlich ein Wiener Klassiker war und gerade erst den Anfang der Romantiker-Bewegung in der Musik repräsentiert.
All dies könnte sich nun ändern, denn auf dem Kasseler Qualitätslabel musicaphon ist unlängst eine glänzende Einspielung des Trio Bamberg erschienen, die der des Trio Wanderer einiges entgegenzusetzen hat.

G. Bizet - Orchestermusik (Gesamt-Einspielung)
Orquestra Filarmonica de Mexico, Royal Philharmonic Orchestra - E. Batiz

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Georges Bizet - Sämtliche Orchestermusik (Gesamteinspielung)

Das Beste vom Besten - endlich wieder erhältlich!

von Rainer Aschemeier  •  5. Juli 2012
Katalog-Nr.: 94404 / EAN: 5028421944043

Die hier versammelten Aufnahmen des Royal Philharmonic Orchestra sowie des Orquestra Filarmonica de Mexico unter der Leitung der mexikanischen Dirigentenlegende Enrique Batiz sind samt und sonders Referenzeinspielungen – und zwar sowohl was die künstlerische Qualität angeht als auch die Soundqualität der Einspielungen.

A. Hailstork - Sinfonie Nr. 1 / An American Port Of Call / etc.
Virginia Symphony Orchestra & Chorus - JoAnn Falletta; Kevin Deas (Bariton)

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Adolphus Hailstork - Sinfonie Nr. 1 / "An American Port of Call" und weitere Orchesterwerke

Von fortgeschrittenem "Strawinskynismus" und Pathos-überladenen Oratorien

von Rainer Aschemeier  •  4. Juli 2012
Katalog-Nr.: 8.559722 / EAN: 636943972229

Aus meiner persönlichen Sicht liegen die Amerikaner mit ihrem Trend auch gar nicht so verkehrt, sollte es doch die oberste Maxime sein, Neue Musik auch zu den Menschen zu bringen. Doch das, was manche US-Komponisten so vom Stapel lassen, ist manchmal ganz schön krudes Zeug.
Da gibt es Stücke, die platzen vor Pathos und Historienverehrung, andere sind programmatisch bis zur unfreiwilligen Komik, und wieder andere sind dem Jazz eigentlich näher als der Neuen Musik.
Letztendlich gibt es unter der neu-tonalen US-E-Musik aber auch viel Hörenswertes.

F. X. Dussek - Vier Sinfonien
Helsinki Baroque Orchestra - A. Häkkinen

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Franz Xaver Dussek - Vier Sinfonien

Prager Version der Wiener Klassik

von Rainer Aschemeier  •  3. Juli 2012
Katalog-Nr.: 8.572683 / EAN: 747313268375

Franz Xaver Dussek zählt zu jenen Komponisten, die ich kürzlich in einer Rezension einer Kammermusik-CD als diejenigen „Sterne“ beschrieben habe, die hinter den hell strahlenden „Sonnen“ Mozart und Haydn in den „toten Winkel“ des Musikbetriebs geraten sind. Angesichts des überreichen Füllhorns, dass uns Musikenthusiasten mit der Musik von Haydn und Mozart zur Verfügung steht, hatten Komponisten wie Dussek einfach das Nachsehen – obwohl er durchaus keine unwichtige Rolle im Musikbetrieb seiner Zeit gespielt hat und es sein Werk zudem mit rund 200 fertiggestellten Stücken zumindest quantitativ durchaus mit den großen Namen des 18. Jahrhunderts aufnehmen kann.

69°42' North - 19°00' East Perspectives
Tromsø Chamber Orchestra - Kolbjørn Holthe

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69°42' North - 19°00' East Perspectives

Musik von Webern, Pärt, Kurtág, Högberg und Lutosławski

von Rainer Aschemeier  •  2. Juli 2012
Katalog-Nr.: PSC 1302 / EAN: 7033662013029

Das norwegische Label Simax schafft es immer wieder, erlesenen Auswahl-CDs mit Neuer Musik breite Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wie es das macht?
Das zeigt keine CD besser, als die jüngst neu erschienene CD des Kammerorchesters aus Tromsø – eigenen Angaben zufolge übrigens das „nördlichste Kammerorchester der Welt“.
Wer diese CD kauft, erwirbt ein Konzept, keine Komponisten. Unter dem neugierig machenden Titel „69°42‘ North – 19°00‘ East Perspectives“ hat das Kammerorchester aus dem norwegischen Tromsø seinen eigenen Standort zum Thema gemacht.

Schulhoff, Sibelius, Janáček - Streichquartette
Henschel Quartett

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Erwin Schulhoff, Jean Sibelius & Leoš Janáček - Streichquartette

Hochinteressante Wiederentdeckung von Schulhoffs erstem Streichquartett

von Rainer Aschemeier  •  1. Juli 2012
Katalog-Nr.: NEOS 11006 / EAN: 4260063110061>

Das erste Streichquartett von Leoš Janáček zeigt, dass das Henschel-Quartett mit der musikalischen Sphäre der Osteuropäer sehr viel besser zurecht kommt. Janáček spannendes Werk erfährt durch das Münchener Quartett eine sehr inspirierte, geradezu spannende Interpretation, die der Referenzeinspielung des Schulhoff-Stücks auf derselben CD wieder das Wasser reichen kann.
Ich würde die Henschels gerne einmal Schostakowitsch spielen hören! Ich glaube, dieses Quartett wäre dafür wie gemacht!

J. Raff - Klavierwerke Vol. 2
Tra Nguyen

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Joachim Raff - Fantasie-Sonate, op. 168 / Variationen über ein Originalthema, op. 179 / Vier Klavierstücke, op. 196

"Grand Piano" veröffentlicht die zweite CD in seinem ambitionierten Zyklus der Klaviermusik Joachim Raffs

von Rainer Aschemeier  •  30. Juni 2012
Katalog-Nr.: GP612 / EAN: 747313961221

Nachdem wir über die eindrucksvolle Weiterverfolgung des Klavierwerks von Mieczysław Weinberg durch das brandneue Klaviermusiklabel „Grand Piano“ bereits berichtet hatten (Rezension siehe hier), geht nun auch die Edition der Klaviermusik Joachim Raffs in die zweite Runde (über die erste CD dieser Serie kann man an dieser Stelle etwas mehr lesen). Während der Weinberg-Zyklus mit einer beeindruckenden Steigerung aufwarten konnte, fällt der Raff-Zyklus mit dem vorliegenden zweiten Teil der Reihe leider eher etwas ab. Das liegt sowohl an den vorgestellten Stücken selbst, als auch an Interpretation und Aufnahmeklang.

G. Tartini - Sonaten für Solovioline
Črtomir Šiškovič

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Giuseppe Tartini - Sonaten für Solovioline

Fantastische Darbietung von erneut grandioser Tartini-Musik auf dem italienischen Traditionslabel Dynamic

von Rainer Aschemeier  •  28. Juni 2012
Katalog-Nr.: CDS 721-1/2 / EAN: 8007144607210

Jedenfalls erschien jüngst beim italienischen Traditionslabel Dynamic eine der großartigsten CDs des bisherigen Jahres. Dynamic ist als das Label bekannt, das eines der spannendsten Aufnahmeprojekte der Klassikbranche durchführt, nämlich die Gesamtaufnahme der Violinkonzerte Giuseppe Tartinis.
Tartini war etwa 20 Jahre älter als Antonio Vivaldi und wirkte den größten Teil seiner aktiven Laufbahn zeitlich parallel zum Meister aus Venedig. Tartini war einer der einflussreichsten Geigenlehrer seiner Zeit, muss ein ganz außergewöhnlicher Virtuose gewesen sein und wirkte im Gegensatz zu fast allen anderen italienischen Komponisten und Virtuosen seiner Generation schwerpunktmäßig in Padua.

M. Weinberg - Vollständiges Klavierwerk Vol. 2
A. Brewster-Franzetti

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Mieczysław Weinberg - Partita, op. 54 / Sonatina, op. 49 / Klaviersonate Nr. 4, op. 56

Ein wichtiger Werkzyklus geht in die zweite Runde

von Rainer Aschemeier  •  26. Juni 2012
Katalog-Nr.: GP607 / EAN: 747313960729

Die in den letzten zehn Jahren dreifach Grammy-nominierte Pianistin Allison Brewster-Franzetti erweist sich auch auf dieser CD wieder als hervorragende Interpretin für das Werk des großen polnisch-russischen Komponisten. Mieczysław Weinberg konnte es in Sachen kompositorischer Qualität jederzeit mit Prokoffiew, Schostakowitsch oder Mjaskowski aufnehmen, ist trotzdem aber bis heute eher ein „Geheimtipp“ unter Insidern geblieben.

G. Enescu - Sinfonie Nr. 2 / Kammersinfonie
Tampere Philharmonic Orchestra - Hannu Lintu

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George Enescu - Sinfonie Nr. 2 / Kammersinfonie

Nach Jahrzehnten ENDLICH eine Referenzaufnahme von George Enescus Kammersinfonie op. 33

von Rainer Aschemeier  •  24. Juni 2012
Katalog-Nr.: ODE 1196-2 / EAN: 0761195119624

Eine herausragende CD erschien Mitte des Monats Juni beim finnischen Label Ondine! Wer diese Seiten öfter mal liest, weiß, dass ich ein großer Enescu-Fan bin, der die Musik des rumänischen Komponisten, der sich in keine Schublade einsortieren lässt, in höchstem Maße zu schätzen weiß.
Nichts aber finde ich großartiger, als Enescus Kammersinfonie Op. 33, ein geniales Spätwerk, das der in Rumänien geborene, überwiegend aber in Frankreich praktizierende Geiger und Komponist 1954, nur ein Jahr vor seinem Tod, fertigstellte.
Für mich persönlich ist Enescus Kammersinfonie eine der musikalischen Großtaten des 20. Jahrhunderts und rangiert für mich auf derselben Ebene wie etwa Béla Bartóks Konzert für Orchester oder Igor Strawinskys „L’histoire du Soldat“.

G. A. Benda - Sechs Sonaten (1757
Bernhard Klapprott

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Georg Anton Benda - Sechs Sonaten (1757)

Für Tieftaucher in die Vorklassik und Benda-Enthusiasten

von Rainer Aschemeier  •  22. Juni 2012
Katalog-Nr.: AE-10104 / EAN: 4026798101046

Zu eben diesen Komponisten, die heute kaum noch jemand kennt, die aber zu Mozarts Zeiten zu den etablierten Größen der Musikszene gehörten, zählt auch der tschechischstämmige Komponist Georg Anton Benda. Benda schrieb herrliche Konzerte und Sinfonien und wurde vor allem wegen seiner Klaviermusik von der Sonne selbst (von Mozart…) brav gelobt.
Sein Werk ist im Vergleich zu dem der weiter oben genannten Kompositionskollegen überraschend gut auf CD dokumentiert, wozu vor allem die tschechischen und ungarischen Labels Supraphon und Hungaroton beigetragen haben, die sich die Verbreitung von Bendas Werk und Wirken offenbar ganz oben auf die Agenda gesetzt hatten.

O. Messiaen - Et exapecto resurrectionem mortuorum
Orchestre National de Lyon - J. Märkl

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Olivier Messiaen - Et exspecto resurrectionem mortuorum / Le tombeau resplendissant / Hymne

Kühl und distanziert - in Sachen Messiaen: Ein Volltreffer!

von Rainer Aschemeier  •  19. Juni 2012
Katalog-Nr.: 8.572714 / EAN: 747313271474

Jun Märkl war bis zu seinem Antritt als GMD des MDR-Sinfonieorchester der Chefdirigent des Orchestre National de Lyon. Diese Aufnahmen hier, die aus den Jahren 2008 bis 2010 stammen, sind also noch Ausdruck von Jun Märkls Zeit in Frankreich. Auf Naxos war in dieser Besetzung bereits ein Zyklus sämtlicher Orchesterwerke Claude Debussys erschienen, der weltweit viel Lob einheimste, mir persönlich aber wegen seiner emotionalen Kälte überwiegend nicht so gut gefiel.
Wie also schlägt sich die Kombi Märkl/Lyon also nun in Sachen Messiaen?

K. Penderecki - Hornkonzert "Winterreise" u. a. Orchesterwerke
Warschauer Philharmoniker - A. Wit

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Krzysztof Penderecki - Hornkonzert "Winterreise" / Partita / De natura sonoris I / Anaklasis / The Awakening of Jacob / Fonogrammi

Pendereckis umstrittenes Hornkonzert in vollendeter Darbietung

von Rainer Aschemeier  •  17. Juni 2012
Katalog-Nr.: 8.572482 / EAN: 747313248278

Pendereckis „Winterreise“ ist eine überwiegend neoromantische Schwelgerei im Orchester- und Hornklang, die zuweilen Erinnerungen an die Musik von Richard Strauss aufkommen lässt.
Ist das noch Penderecki?
Einerseits ja, natürlich, denn das Konzert stammt schließlich aus seiner Feder. Andererseits… ist das Stück dann eine Kapitualation des Avantgardisten vor dem Reaktionären?

Th. Dubois - Klavierkonzert Nr. 2, Ouvertüre "Frithiof", Dixtuor
Les Siècles - François-Xavier Roth; Vanessa Wagner (piano)

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Théodore Dubois - Klavierkonzert Nr. 2 / Ouvertüre "Frithiof" / Dixtuor

Die womöglich beste Dubois-CD, die bislang erschienen ist

von Rainer Aschemeier  •  15. Juni 2012
Katalog-Nr.: ASM 09 / EAN: 3149028017625

Wer unter Musikfans, selbst unter versierten, nach französischen Spätromantikern fragt, wird höchstwahrscheinlich die „üblichen Verdächtigen“ genannt bekommen: Camille Saint-Saëns… (lange Pause) dann wohl César Franck (obwohl der Halb-Belgier war) und vielleicht noch Charles-Marie Widor (wenn der Befragte ein Faible für Orgelmusik hat).
Kaum jemand aber wird auf Anhieb den Namen Théodore Dubois aus dem Ärmel schütteln. Dabei war dieser Komponist zu seinen Lebzeiten (und er ist schließlich noch nicht einmal Hundert Jahre tot…) eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten Frankreichs, darüber hinaus Organist von Weltruf und der vielleicht bedeutendste Kompositionsprofessor im französischen Sprachraum. 1861 gewann er den Prix de Rome, den bis in die Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts hinein wohl bedeutendsten Kompositionspreis der Welt.

J. G. Albrechtsberger - "Entre Ciel et terre"
Ensemble Baroque de Limoges, Quatuor Mosaïques, div. Solisten

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Johann Georg Albrechtsberger - Raritäten

Wiederentdeckung eines zu lange vernachlässigten Klassikers

von Rainer Aschemeier  •  12. Juni 2012
Katalog-Nr.: LC08 / EAN: 0810473010037

Nun sorgt das auf dem deutschen Markt neu vertretene französische Label LABORIE für eine handfeste Überraschung, indem es eine CD mit kaum bekannten Albrechtsberger-Raritäten auf den Markt wirft – darunter auch das schönste der besagten vier Konzerte für Maultrommel, Viola da Gamba und Streichorchester.
Die CD ist – das sage ich mal gleich vorweg – ein echter Volltreffer.

G. Holst - Sinfonie "The Cotswolds" & weitere Orchesterwerke
Ulster Orchestra - JoAnn Falletta

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Gustav Holst - Orchesterwerke

DAS Klanghighlight des bisherigen Jahres ist eine Naxos-CD!

von Rainer Aschemeier  •  9. Juni 2012
Katalog-Nr.: 8.572914 / EAN: 747313291472

Wenn es eine Firma gibt, die so etwas wie die „Gustav-Holst-Ehrenmedaille“ verdient hätte, so ist es eindeutig Naxos. Das preisgünstige Label hat in den vergangenen 20 Jahren immer wieder hervorragende CDs herausgebracht, die selbst für versierte Holst-Kenner immer wieder neue Überraschungen im Gepäck hatten. Das Gros dieser Veröffentlichung war und ist zudem so überragend gut eingespielt und aufgenommen, dass sich die Frage nach einer gleichwertigen Konkurrenz gar nicht erst stellt – selbst, wenn es sie denn gäbe.

S. Prokoffjew - Sinfonie Nr. 5 / "Das Jahr 1941"
São Paulo Symphony Orchestra - Marin Alsop

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Sergej Prokoffjew - Sinfonie Nr. 5, Op. 100 / "Das Jahr 1941", Op. 90

Erstklassiker Prokoffjew aus dem mittleren Osten Brasiliens

von Rainer Aschemeier  •  6. Juni 2012
Katalog-Nr.: 8.573029 / EAN: 747313302970

Eines von den Dingen, die man gar nicht recht glauben mag, bevor man einmal nachrecherchiert, ist die Geringschätzung der Sinfonien mancher namhafter Komponisten vonseiten der Klassiklabels. So sind zum Beispiel von Sergej Projoffjews Sinfonien – die zum Teil zu den bedeutendsten Beiträgen zur Gattung im 20. Jahrhundert gehören – derzeit gerade einmal eine Hand voll – zum Teil auch noch uralte – Gesamteinspielungen erhältlich.

A. Casella - Konzert für Orchester, A Notte Alta, Suite aus "La Donna Serpente"
BBC Philharmonic - G. Noseda; M. Roscoe (Klavier)

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Alfredo Casella - Orchesterwerke Vol. 2

Chandos "Italienische Reihe" geht mit einem Highlight in die nächste Runde

von Rainer Aschemeier  •  3. Juni 2012
Katalog-Nr.: CHAN 10712 / EAN: 095115171226

Es ist doch immer wieder sehr spannend zu sehen, wie sich bestimmte Trends plötzlich, scheinbar aus dem Nichts heraus, auf dem internationalen Klassik-CD-Markt auftun. Jahrzehntelang hat sich – mit Verlaub – praktisch niemand bei den Klassiklabels für die reiche Hinterlassenschaft der italienischen Musikmoderne geschert (von wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel dem Kleinst-Label cpo mal abgesehen), und plötzlich gibt es gleich einen ganzen Schwung namhafter Labels, die sogar ganze Reihen mit moderner italienischer Musik auflegen.

F. Poulenc - Kammermusik (Gesamteinsp.)
London Conchord Ensemble

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Francis Poulenc - Kammermusik (Gesamteinspielung)

Beachtliche Gesamteinspielung des vielgestaltigen Kammermusikwerks von Francis Poulenc

von Rainer Aschemeier  •  30. Mai 2012
Katalog-Nr.: CHRCD028 / EAN: 5060212590299

Eine schöne, wenngleich schwer fassbare Doppel-CD ist auf dem von uns in letzter Zeit bereits vielfach gelobten britischen Label Champs Hill Records erschienen. Es handelt sich dabei um die Gesamteinspielung aller Kammermusikwerke des wohl prominentesten Mitglieds der legendären Komponistengruppe „Les Six“ – nämlich Francis Poulenc. Bereits mehrfach habe ich mich darüber ausgelassen, wie sträflich unterbewertet Poulencs Œuvre heutzutage ist (wer etwas darüber nachlesen möchte, kann das unter anderem hier und hier tun).

A. Glasunow / N. LeFanu / K. Meyer - Saxophon-Konzerte
Niederländische Radio-Kammer-Philharmonie - M. Hamel, J.-E- Kelly (Saxophon)

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Glasunow, LeFanu, Meyer - Saxophonkonzerte

Sternstunden für ein "aquatisches Instrument"

von Rainer Aschemeier  •  27. Mai 2012
Katalog-Nr.: NEOS 10910 / EAN: 4260063109102>

Die meisten Musikhörer kennen es so gut wie ausschließlich aus der Jazzmusik, nicht wenige halten es im klassischen Orchester perse für verzichtbar und Claude Debussy beschimpfte es einst als ein „aquatisches Instrument“: Das Saxophon.
Keine Frage – das Saxophon hatte es als relativ späte Entwicklung nicht leicht, sich im klassischen Sinfonieorchester durchzusetzen. 1840 von dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax erfunden, bekam das Saxophon mit seinem sonoren Sound ab 1845 zunächst einen Stammplatz in französischen Militärkapellen. Erst etwas später entdeckten es klassische Komponisten wie Hector Berlioz oder Giacomo Meyerbeer.

Froberger
Alina Rotaru

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Johann Jacob Froberger - Suiten und Toccaten

Herrliche Froberger-Retrospektive aus dem Hause Carpe Diem Records

von Rainer Aschemeier  •  24. Mai 2012
Katalog-Nr.: CD-16290 / EAN: 4032324162900

Die erste CD „Fortune my foe“, die in der Fachpresse bereits sehr löblich besprochen wurde, kenne ich leider nicht, doch vermute ich, dass die nun erschienene zweite CD „Froberger“ noch einmal ein Sprung nach vorn für die Künstlerin geworden ist.
Wie der Titel der CD schon besagt, widmet sich Rotaru auf ihrem zweiten Solo-Album ganz den Suiten und Toccaten des Cembalisten und Komponisten Johann Jacob Froberger. Er wurde 1616 in Stuttgart geboren, starb 1667 in Frankreich und zählte zu den bedeutendsten Cembalospielern deutscher Provenienz. Sein Hauptanliegen war es, den deutschen Cembalo-Stil in Europa zu vertreten, womit er zeitweise auch große Erfolge feiern konnte.

All Shall Be Well
Exultate Singers, D. Ogden

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"All Shall Be Well"

von Rainer Aschemeier  •  22. Mai 2012

Jeder von uns kennt das: Musik beeinflusst die psychische Stimmungslage. Daher ist es umso erstaunlicher, dass die Musik, die das Trauern begleiten soll – also einen der eindrücklichsten Wesenszustände des Menschen – in der Publikumswahrnehmung solch ein Schattendasein führt.
Erst, wer selbst in Trauer, zum Beispiel über den Tod eines geliebten Menschen, verfällt, wird nach Reflexionsmitteln suchen, um die schwere Zeit durchstehen und verarbeiten zu können. Ein solches Mittel kann Musik sein.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 20 / Cellokonzert
Göteborger Sinfoniker - Th. Svedlund, C. Gunnarsson (Cello)

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 20 Op. 150 / Cellokonzert Op. 43

Weinberg-Einspielung aus Göteborg

von Rainer Aschemeier  •  20. Mai 2012
Katalog-Nr.: CHSA5107 / EAN: 095115510728

Es ist erst wenige Wochen her, da habe ich an dieser Stelle eine ganz wunderbare Einspielung der ebenso wunderbaren Sinfonie Nr. 6 des polnisch-russischen Komponisten Mieczysław Weinberg besprechen dürfen (Rezension s. hier). Diese Sinfonie aus dem Jahr 1949 hatte großen Eindruck auf mich gemacht, und deswegen habe ich mal die Augen offen gehalten, was weitere Weinberg-Neuigkeiten betrifft.

J. Cage - Sonaten u. Interludien f. präp. Klavier
C. Pescia

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John Cage - Sonaten und Interludien für präpariertes Klavier

Grandiose Cage-CD aus dem Berliner Funkhaus an der Nalepastraße

von Rainer Aschemeier  •  17. Mai 2012
Katalog-Nr.: AECD 1227 / EAN: 3760058360279

1951 wurde es beauftragt, das unnachahmliche Gebäudeensemble des Funkhauses Nalepastraße an der Spree in Berlin. Beinahe vierzig Jahre lang wurde von dort aus jeglicher Rundfunk in der DDR aufgenommen, gesendet – und kontrolliert.
Nur wenige Jahre vorher, in den Jahren 1946 bis 1948, kreierte der US-Amerikaner John Cage eine neue Art, ein klassisches Klavier zu präparieren. Mit Schrauben, Büroklammern, Radiergummis, Papierstreifen und allerlei anderen Gegenständen traktierte Cage fortan Klaviere, um aus dem Instrument völlig neue, bis dahin ungekannte Sounds herauszuholen.
Auf der vorliegenden CD des französischen Labels Aeon, das sich ganz der Verbreitung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts verschrieben hat, werden nun beide Welten zusammengeführt – auf denkbar anregendste Art und Weise.

P. Maxwell Davies - Sinfonie Nr. 2 & St Thomas Wake
BBC Philharmonic - P. Maxwell Davies

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Sir Peter Maxwell Davies - Sinfonie Nr. 2 & St Thomas Wake

Die Maxwell Davies-Offensive von Naxos geht in die nächste Runde...

von Rainer Aschemeier  •  13. Mai 2012
Katalog-Nr.: 8.572349 / EAN: 747313234974

Gerade mal einen guten Monat ist es her, da besprach www.the-listener.de den Naxos-Rerelease von Peter Maxwell Davies‘ erster Sinfonie. Schneller als erwartet, wird nun bereits die zweite Sinfonie nachgelegt, die im Rahmen der hier vorzustellenden Wiederveröffentlichung erneut aus den Archiven des in Würde verstorbenen Collins Classics-Label hervorgeholt wurde.
Wie schon bei der ersten Sinfonie erwies sich dieses Vorgehen als ausgezeichnete Wahl, denn die hier enthaltenen Einspielungen, die anno 1991 und ‚94 bei Collins Classics erschienen waren, sind immer noch ganz vorzüglich.

Schumann, Britten, Schostakowitsch - Werke für Bratsche und Klavier
K. Chorzelski, K. Apekisheva

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Schumann, Britten, Schostakowitsch - Werke für Viola und Piano

Britisches Understatement zum Klingen gebracht...

von Rainer Aschemeier  •  11. Mai 2012
Katalog-Nr.: CHRCD029 / EAN: 5060212590305

Schon wieder erfreut uns das britische Label „Champs Hill Records“, das seinen Namen einem Konzertsaal mit offenbar hervorragender Akustik in Sussex entliehen hat, mit einer Spitzeneinspielung wunderschöner Kammermusik. Nahezu alle bisher von uns gehörten Champs Hill-CDs hatten hohe oder Höchstwertungen einheimsen können – nicht nur wegen der in der Regel beachtlich hohen Qualität der Interpretationen, sondern auch wegen des erstklassigen Sounds.

Shipwrecked
Ex Ensemble

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Shipwrecked - Ensemble Ex

Einladung zur musikalischen Häresie

von Rainer Aschemeier  •  8. Mai 2012
Katalog-Nr.: HERESY001DE / EAN: 5060268640085

Jahrzehntelang war die Alte-Musik-Szene eine ziemlich verknöcherte, dogmatische Gemeinschaft, die nach außen hin in etwa so ansprechend wirkte, wie eine frisch vom Baum gefallene Kastanie: Irgendwie schön und faszinierend, aber auch ziemlich pieksig und abweisend. „Bloß nicht anfassen, das können nur Spezialisten“, schien lange Zeit ein Motto derer zu sein, die die Musik aus Mittelalter, Renaissance und Frühbarock durch Mittel historischer Aufführungspraxis wieder zu Gehör brachten.

21st century portraits
Ensemble XX. Jahrhundert

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21st century portraits - Ensemble XX. Jahrhundert

Mehr oder weniger zukunftsweisende Klänge aus dem 21. Jahrhundert

von Rainer Aschemeier  •  6. Mai 2012
Katalog-Nr.: 5129 / EAN: 845221051291

Wer www.the-listener.de regelmäßig liest, weiß, dass unsere website neben vielem anderen vor allem ein Augenmerk auf die Musik der klassischen Moderne sowie der sogenannten Neuen Musik hat.
Leider ist von der „E-Musik“ des bisherigen 21. Jahrhunderts derzeit immer noch sehr wenig in Einspielungen erhältlich. Eine vorbildliche CD des Ensembles XX. Jahrhundert tritt nun an, um dies zu ändern.

A. Rubinstein - Symphonie Nr. 2 "Der Ozean"; "Feramors"-Ballettmusik
Russisches Staats-Symphonieorchester - I. Golovchin

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Anton Rubinstein - Symphonie Nr. 2, op. 42 "Der Ozean" / Ballettmusik aus "Feramors"

Der Maßstab in Sachen Rubinstein-Interpretation!

von Rainer Aschemeier  •  4. Mai 2012
Katalog-Nr.: DRD2010 / EAN: 013491201023

Wäre es wohl vermessen, Anton Rubinstein den russischen Bruckner zu nennen?
Sie haben jedenfalls eine ganze Menge gemeinsam, diese beiden: Fast auf das Jahr genau decken sich ihre Geburts- und Sterbedaten, sie hießen beide Anton mit Vornamen und sie agierten beide als Sinfoniker – soll heißen: Als Komponisten, deren Sinfonien fraglos im Zentrum ihres gesamten Schaffens stehen.

R. Schumann - Klaviertrios (Gesamteinsp.)
Trio di Parma

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Robert Schumann - Klaviertrios (Gesamteinspielung), Phantasiestücke op. 88, Sechs Stücke in kanonischer Form op. 56

Beeindruckende Live-Aufnahmen mit bemerkenswert gutem Sound

von Rainer Aschemeier  •  27. April 2012
Katalog-Nr.: CD 2065-2 / EAN: 8012665206521

Es ist nun natürlich spannend, eine Außenseiter-Produktion, wie die hier vorliegende, auf die großen, etablierten Namen der Majorlabels loszulassen. Ein gewichtiger Unterschied zwischen der Neueinspielung des Trios aus Parma und den eingangs genannten Produktionen von EMI records und Onyx classics sollte aber nicht verschwiegen werden: Bei der hier vorgestellten Novität handelt es sich um Liveaufnahmen vor Publikum, die am 24. und 25. November 2010 in Reggio Emilia mitgeschnitten wurden.

W. Mathias - Klavierkonzerte Nr. 1 & 2 / R. Vaughan Williams - Fantasie f. Klavier u. Orchester
Ulster Orchestra - G. Vass, M. Bebbington (Klavier)

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William Mathias - Klavierkonzerte Nr. 1 & 2 / Ralph Vaughan Williams - Fantasie für klavier und Orchester

Grandiose CD aus Großbritannien mit sensationeller Vaughan Williams-Wiederentdeckung

von Rainer Aschemeier  •  24. April 2012
Katalog-Nr.: SOMMCD 246 / EAN: 748871324626

Es ist schon etwas Wahres dran, an der Feststellung, mit welcher der Deutschland-Vertrieb des britischen HiFi-Labels „Somm Recordings“ die hier vorgestellte CD bewirbt: Es ist in der Tat kaum zu glauben, dass es von einem mittlerweile weithin populären Komponisten wie Ralph Vaughan Williams noch immer Werke gibt, die als praktisch unbekannt gelten müssen und bislang noch nie auf CD erschienen sind.

E. Satie - Gymnopédies / Gnossiennes
R. de Leeuw

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Erik Satie - Gymnopédies, Gnossiennes, etc.

Eine der besten alten Philips-Aufnahmen, nun wiedergeboren auf dem DECCA-Label

von Rainer Aschemeier  •  19. April 2012
Katalog-Nr.: CD 0289 478 3364 2 DB / EAN: 0028947833642 EAN: 747313269570

In letzter Zeit – das muss man schon feststellen – haben die Majors echte Perlen aus ihren Lagern geholt, bei denen Klassik-Einsteiger garantiert nichts falsch machen können, während Kenner mit der Zunge schnalzen und sich freuen können, dass sie für nur 5, 6 oder vielleicht höchstens noch 7 Euro an echte Highlights der Tonträgergeschichte kommen können, die bis vor Kurzem noch zu Sammlerpreisen gehandelt wurden.

L. Janáček - Taras Bulba / Mährische Tänze / Walachische Tänze
Warschauer Philharmoniker - Antoni Wit

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Leoš Janáček - Taras Bulba, Mährische Tänze, Walachische Tänze

Leoš Janáčeks sinfonische Dichtung "Taras Bulba" in einer überzeugenden neuen Einspielung

von Rainer Aschemeier  •  18. April 2012
Katalog-Nr.: 8.572695 / EAN: 747313269570

Dieser Wind hat sich gehörig gedreht. Heute wissen viele „Gelegenheits-Klassikhörer“ nicht einmal mehr etwas von der Sinfonietta, geschweige denn von „Taras Bulba“ oder gar den anderen, auf dieser CD enthaltenen Stücken – den mährischen und den walachischen Tänzen.
Heute ist – zumindest in Deutschland – der Name Janáček annähernd gleichzusetzen mit Oper – vor allem Jenufa. Aber auch die Opern „Das schlaue Füchslein“ oder „Die Sache Makropulos“ sind inzwischen äußerst populär geworden.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 6
St. Petersburg Symphony Orchestra - V. Lande

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 6 / Rhapsodie über moldawische Themen

Große russische Sinfonik in einer Spitzeneinspielung, die Ihresgleichen sucht

von Rainer Aschemeier  •  15. April 2012
Katalog-Nr.: 8.572779 / EAN: 747313277971

Die Labels Neos und Chandos haben in der jüngeren Vergangenheit beide versucht, Gesamteinspielungen der immerhin 22 Sinfonien Weinbergs zu realisieren, sind jedoch bislang beide noch in der Anlaufphase „stecken geblieben“. Auch dies zeigt, dass das Œuvre des in Polen geborenen und später in die UdSSR übersiedelten Komponisten zwar von Kritikern und Liebhabern hoch geschätzt wird, bislang aber in der Publikumsgunst nicht ganz so weit vorne lag.

I. Strawinsky - Werke für Violine und Piano
Carolyn Huebl & Mark Wait

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Igor Strawinsky — Suite italienne, Divertimento, Duo Concertant

Das Duo Huebl und Wait: Letztes Jahr Referenzklasse, heute leider nur moderat

von Rainer Aschemeier  •  11. April 2012
Katalog-Nr.: 8.570985 / EAN: 747313098576

Nun also erscheint das Duo Concertant noch einmal auf Naxos, diesmal im Rahmen einer CD, die alle Werke für Geige und Klavier auf sich vereint, die Strawinsky geschrieben hat. Die Interpreten aus den genannten Gründen ungewöhnlichen dieser Naxos-Novität ließen ebenfalls große Taten erwarten, handelt es sich doch um niemand Geringeres als Carolyn Huebl und Mark Wait, die im letzten Jahr eine geradezu atemberaubende Gesamteinspielung der Schnittke-Violinsonaten eingespielt hatten, die mit zum Besten gehörte, was im letzten Jahr auf CD überhaupt veröffentlicht wurde.

C. Saint-Saëns - Karneval der Tiere & Septett op. 65
M. André, M. Béroff und weitere Solisten

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Camille Saint-Saëns - Karneval der Tiere & Septett op. 65

Die heimliche Anarchie des Camille Saint-Saëns

von Rainer Aschemeier  •  8. April 2012
Katalog-Nr. & EAN: 5099960231628

Eine Werke der klassischen Musik sind einfach so wunderbar, dass es sie gar nicht oft genug auf Schallplatte oder CD geben kann. Und so kommt es, dass viele der populärsten Werke der musikalischen Weltliteratur bis heute immer wieder aufgenommen wurden und geradezu zigfach erhältlich sind.
Ein Beispiel dieser Art ist zum Beispiel „Le carnaval des animaux“, der „Karneval der Tiere“, von seinem Schöpfer Camille Saint-Saëns einst humorig als „Grande fantaisie zoologique“ bezeichnet.
Bis heute ist dieses Stück ein Musterexemplar für heitere, ausgelassene, aber stets niveauvolle Programmmusik.

F. Chopin - Klaviersonaten 2 & 3, Scherzo, Nocturnes
Sergei Edelmann

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Frédéric Chopin - Klaviersonaten Nr. 2 & 3, Scherzo Nr. 2, Nocturnes Nr. 13 & 14 — Sergei Edelmann

Die ideale Chopin-CD!

von Rainer Aschemeier  •  6. April 2012
Katalog-Nr.: OVCT-00074 / EAN: 4526977930745

Früher gab es begnadete Chopin-Granden, wie Claudio Arrau oder Nikita Magaloff. Ihre Aufnahmen, die schlicht so perfekt waren, das man sie bis heute als Referenz für dieses Repertoire erachtet, werden immer wieder neu aufgelegt und verkauft, sodass es womöglich auch daran liegen mag, dass heutzutage nur noch wenige Pianisten als Chopin-Spezialisten gelten. Neben der äußerst vielversprechenden Olga Scheps, die gleich mit ihrem Debüt-Album „Chopin“ aus dem Jahr 2010 alle Chopin-Begeisterten berechtigtermaßen zum Schwärmen brachte, ist eben auch Sergei Edelmann so einer, der Chopin spielt, wie kein Zweiter.

Sinfonie Nr. 1 / Violinkonzert Nr. 2
W. Weller - Orchestre National de Belgique, L. Gatto (Violine)

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Bohuslav Martinů — Sinfonie Nr. 1 / Violinkonzert Nr. 2

Hoch interessante Neueinspielung von Martinůs unterschätzer erster Sinfonie

von Rainer Aschemeier  •  1. April 2012
Katalog-Nr.: FUG589 / EAN: 5400439005891

Einspielungen der bedeutenden Sinfonien des nicht minder bedeutenden tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů gibt es inzwischen eine ganze Reihe. Während man früher nur schwer an CD-Einspielungen von Werken des Tschechen mit der unbequemen Musiksprache kam, sind seit den 1990er-Jahren immer mehr engagierte Künstler hervorgetreten, die sich dezidiert dem Schaffen Martinůs gewidmet haben.

P. Maxwell Davies - Sinfonie Nr. 1 / Mavis in Las Vegas
BBC Philharmonic - P. Maxwell Davies

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Peter Maxwell Davies — Sinfonie Nr. 1 / Mavis in Las Vegas

Konservative Hipness aus dem Collins-Keller

von Rainer Aschemeier  •  30. März 2012
Katalog-Nr.: 8.572348 / EAN: 747313234875

Sammler, die oft Seltenheit und Werterhaltung ihrer Tonträgersammlung aus sind, werden es wahrscheinlich schlimm finden, doch für alle „Ottonormalhörer“, die einfach nur am gepflegten Musikgenuss interessiert sind, ist die Zeit, in der wir leben, ein Fest. Denn nun erscheinen auch solche, seit langer Zeit vergriffen geglaubte „Schätzchen“ wieder auf CD, die man für immer verloren geglaubt hatte. War man also gerade noch dabei, gedanklich zu kalkulieren, wie schmerzvoll es sein würde, vielleicht zwischen 30 und 50 Euro für eine seltene CD der in Würde versorbenen Klassik-Indies Collins Classics und Music Masters zücken zu müssen, kann man nun sehr viel budgetorientierter an die begehrte Musik kommen.

D. Schostakowitsch / R. Schtschedrin - Klavierkonzerte
Mariinsky-Orchester - V. Gergiev

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Dmitri Schostakowitsch - Klavierkonzerte Nr. 1 & 2 / Rodion Schtschedrin - Klavierkonzert Nr. 5

Licht und Schatten

von Rainer Aschemeier  •  27. März 2012
Katalog-Nr.: MAR0509 / EAN: 822231850922

Die Neuerscheinung auf dem eigenen Label des Orchesters aus St. Petersburg, das einst die Uraufführungen großer Tschaikowsky- und Prokoffiew-Ballette bestritt, enthält auch heuer ein durch und durch russisches Programm. Beide Klavierkonzerte von Dmitry Schostakowitsch – einst Raritäten des Tonträgersektors, heute aber in vielen zum Teil sehr guten Einspielungen verfügbar geben sich die Klinke in die Hand mit einem auch heute noch sehr selten auf CD zu findenden Stück. Es handelt sich hierbei um das fünfte Klavierkonzert des großen zeitgenössischen Komponisten Rodion Schtschedrin.

J. S. Bach - Chromatische Fantasie und Fuge, Italienisches Konzert, Partita Nr. 6
S. Edelmann

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Johann Sebastian Bach — Klavierwerke

Sergei Edelmanns unanständig neoromantischer Bach

von Rainer Aschemeier  •  21. März 2012
Katalog-Nr.: EXCL-00021 / EAN: 4526977050214

Nun aber widmen wir uns erst einmal Edelmanns Bach! Der erste Eindruck ist ja oft derjenige, der zählt. Und im Fall von Sergei Edelmanns Bach-Darbietung kann man den ersten Eindruck mit einem Wort beschreiben: Befremdlich!
Als hätte die „Originalklang“-Bewegung nie stattgefunden, musiziert Edelmann Bach mit sämtlichen romantischen Rafinessen, wie dem freien und stark emotionalisierenden Einsatz von Anschlagsdynamik und vor allem Rubato, Rubato, Rubato. Es ist schon sehr erstaunlich, dass sich so etwas heute überhaupt noch jemand traut!

G. Mahler - Sinfonie Nr. 7
Bamberger Symphoniker - J. Nott

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Gustav Mahler — Sinfonie Nr. 7

Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker führen Mahlers Siebte in bislang unerreichte Höhen

von Rainer Aschemeier  •  17. März 2012
Katalog-Nr.: 7176 / EAN: 812973011767

Es ist schon komisch: Während man noch Ende der 1980er-Jahre Gesamtausgaben der Mahler-Sinfonien als Zyklus mit der Lupe suchen musste, ist das Œuvre des gebürtigen Böhmen heute geradezu inflationär verfügbar. Doch ist die Gesamtsituation dadurch besser geworden? Ich persönlich denke: Nein!
Zwar gibt es heute tausendundeinen Mahler-Zyklus, einige sogar für sehr wenig Geld, andere wiederum sehr teuer, doch die meisten davon scheren sich nicht um die ganz spezifische, hoch emotionale und vor allem auch sehr psychologisch motivierte Klangwelt Gustav Mahlers – auch wenn bei praktisch jeder Neuauflage Gegenteiliges behauptet wird.

E. Brown: Abstract Sound Objects
S. Liebner (Klavier)

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Earle Brown — "Abstract Sound Objects"

Überblick über das Klaviermusikschaffen eines der Hauptvertreter der "New York School"

von Rainer Aschemeier  •  14. März 2012
Katalog-Nr.: WER 67452 / EAN: 4010228674521

Hier also stellt Liebner nun eine neue CD mit Werken von Earle Brown vor, die dieser in der Zeit zwischen Mitte der 1950er-Jahre bis etwa 1995 geschrieben hat. Sie bieten einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Komponisten, der zusammen mit John Cage, Morton Feldman, Christian Wolff und David Tudor heute zur „New York School“ im Bereich der zeitgenössischen Komponisten gerechnet wird. Leider wurde Earle Browns Musik bislang keine solche Renaissance auf Tonträger zuteil, wie man sie bei Morton Feldman oder John Cage in den letzten Jahren erlebt hat.

"A Lotus Blossoming"
Ensemble Liaison

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"A Lotus Blossoming"

Nachgelegt! Das Ensemble Liaison aus Melbourne erweist sich erneut als die Kammermusikentdeckung schlechthin

von Rainer Aschemeier  •  6. März 2012
Katalog-Nr.: MR301132 / EAN: 9314574113228

Das musikalische Programm setzt dort an, wo die Debüt-CD des Ensembles anno 2011 aufhörte: Man endete seinerzeit bei Bruch und beginnt die neue CD nun mit dem wunderbaren Klarinettentrio von Alexander von Zemlinsky. Besonderes Augenmerk verdient jedoch die Einspielung von Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“, also das „Quartett für das Ende der Zeit“. Es gilt nicht nur als eines der herausragenden Meisterwerke der Kammermusik des 20. Jahrhunderts sondern stellt auch hohe Anforderungen an seine Interpreten, und zwar nicht nur technisch, sondern vor allem auch auf empathischer Ebene.

Der Mut der Tüchtigen

Das neue Klaviermusiklabel "Grand Piano" im Porträt

von Rainer Aschemeier  •  2. März 2012

Wie würde man wohl ein neues Label nennen, das sich die Aufgabe gestellt hat, seine Hörer ausschließlich mit Klaviermusik zu versorgen? Und wie würde man ein Label nennen, dass diese Aufgabe nicht darin begreift, die einmillionste Gesamtedition von Beethoven-Klaviersonaten auf den Markt zu werfen, sondern stattdessen mutig Gesamteditionen des Klavierwerks von so unterschiedlichen Komponisten wie Camille Saint-Saëns, Erwin Schulhoff, Mieczysław Weinberg und Joachim Raff angeht?
Wie würde man ein solches Label nennen, bei dem das Klavier und die für es geschriebene Musik mehr im Mittelpunkt stehen, als irgendwo sonst?

Fiddler's Spring
Ostrobothnian Chamber Orchestra - J. Kangas

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"Fiddler's Spring"

Wenn Finnen fiedeln ...

von Rainer Aschemeier  •  23. Februar 2012
Katalog-Nr.: ABCD 330 / EAN 6417513103304

Ein bisschen sieht es aus, wie aus einem Pippi-Langstrumpf-Film, das knallgelbe Rathaus der finnischen Mittelstadt Kokkola am Bottnischen Meerbusen. Schweden ist immerhin schon beinahe in Sichtweite, die Landschaft ist auch potenziell Astrid-Lindgren-kompatibel, doch was man in dieser Idylle nicht unbedingt vermuten würde, wäre ein Kammerorchester von Weltrang. Doch eben dies gibt es eben auch in Kokkola.
1972 gründete der Dirigent Juha Kangas dort das „Ostrobothnian Chamber Orchestra“. Seither hat sich das Orchester weltweit einen hervorragenden Ruf erspielt und tritt bis dato auf über 50 CD-Aufnahmen in Erscheinung.

Portals
St. Petersburg Symphony Orchestra - V. Lande

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"Portals"

Neue CD des St. Petersburger Sinfonieorchesters unter der großartigen Leitung von Vladimir Lande

von Rainer Aschemeier  •  21. Februar 2012
Katalog-Nr.: MARQUIS 81423 / EAN: 774718142320

Die CD, die auf dem in Deutschland leider nur per Import zu beziehenden kanadischen „Marquis“-Label erschien, ist vom St. Petersburger Sinfonieorchester unter Leitung seines ersten Gastdirigenten Vladimir Lande hervorragend eingespielt worden. Es ist dies nun schon die zweite CD in dieser Besetzung, die www.the-listener.de vollauf überzeugen konnte.

C. Theofanidis - Symphony No. 1 / P. Lieberson - Neruda Songs
Atlanta Symphony Orchestra - R. Spano

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Christopher Theofanidis - Symphony No. 1 / Peter Lieberson - Neruda Songs

Das "singende" Orchester des Christopher Theofanidis

von Rainer Aschemeier  •  18. Februar 2012
Katalog-Nr.: CD-1002 / EAN: 816436010014

Die erste hier auf www.the-listener.de vorzustellende Neuerscheinung von „ASO Media“ ist deren erst erst zweite Veröffentlichung auf dem brandneuen Label. „ASO Media“ ist nämlich das neue, eigene Label des Atlanta Symphony Orchestra.

Zukunftsweisend, altbacken oder einfach nur renitent?

Zeitgenössische US-Komponisten feiern Welterfolge mit neu-tonaler Musik - und die deutsche Klassik-Szene verschläft es!

von Rainer Aschemeier  •  16. Februar 2012

Während wohl kaum jemand abstreiten wollen würde, dass Amerika nach wie vor DER Taktgeber in Sachen Popmusik ist, nach dessen Pfeife die ganze Welt zu tanzen bereit ist, wird doch der Unterschied zwischen europäischer und amerikanischer Denkweise nirgendwo offensichtlicher als im Bereich der klassischen Musik.

E. York Bowen - Bratschensonaten Nr. 1 & 2
Bridge Duo

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Edwin York Bowen - Violasonaten Nr. 1 & 2 / "Phantasy"

Britische Spätromantik, "Teil 2"

von Rainer Aschemeier  •  14. Februar 2012
Katalog-Nr.: 8.572580 / EAN: 747313258079

Beim stets für Entdeckungen guten Naxos-Label erschien nämlich jüngst eine CD mit Bratschensonaten des bis heute wohl am wenigsten publikumsbekannten Vertreters der britischen Spätromantik.

Englische Klarinetten-Sonaten
D. Jarzynski (Klarinette) / A. Czaicka (Piano)

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Englische Klarinettensonaten

Britische Spätromantik in erstklassigen Interpretationen

von Rainer Aschemeier  •  11. Februar 2012
Katalog-Nr.: DUX 0798 / EAN: 5902547007984

Dawid Jarzynski und Anna Czaicka liefern grandiose Interpretationen ab, spielen sehr schön homogen und sind somit ein echtes Duo, und nicht nur zwei Musiker, die zufällig dasselbe Stück spielen. Diese beiden sind eine musikalische Einheit und meistern nicht nur jede spieltechnische Hürde dieser zum Teil sehr anspruchsvollen Werke (vor allem Malcolm Arnold verlangt seinen Interpreten hier eine Menge virtuoses Können ab). Ihre Interpretationen sind darüber hinausgehend vielmehr auch sehr empathisch und durchdacht. Das kann man getrost als Referenzniveau bezeichnen.

G. Enescu - Kammermusik 1895-1906
diverse Solisten

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George Enescu - Kammermusik 1895-1906

Für Enescu-Komplettisten

von Rainer Aschemeier  •  8. Februar 2012
Katalog-Nr.: INDE036 / EAN: 3760039839305

Beim französischen Mini-Label Indesésens erschien in den letzten Tagen des Jahres 2011 noch einmal eine CD, bei der Liebhaber einer der ungewöhnlichsten Musikerpersönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts mit der Zunge schnalzen werden. Die Rede ist von George Enescu, jenem rumänischstämmigen Komponisten und Violinvirtuosen, dessen Werk tragischerweise bis heute unerklärlicherweise und dazu noch höchst ungerechtfertigt ein Schattendasein in der allgemeinen Musikrezeption zugekommen ist.

Piccinini
Rosario Conte

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Alessandro und Leonardo Maria Piccinini - Werke für Laute

Zu viel des Guten?

von Rainer Aschemeier  •  6. Februar 2012
Katalog-Nr.: CD-16288 / EAN 4032324162887

Auf dem deutschen Label, „Carpe Diem“, das sich in jüngerer Vergangenheit vor allem durch Aufnahmen Alter und ältester Musik sowie ungewöhnliche „Jazz meets Alte Musik“-Projekte im kompromisslosen HiFi-Sound einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, erschien zum Jahresbeginn eine Neueinspielung der weithin beliebten Lautenwerke Alessandro Piccininis.

Il vero orfeo
Friederike Heumann u. div. Solisten

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Il vero orfeo - Sonaten für Viola da Gamba von und inspiriert von Arcangelo Corelli

Leicht konfus unterwegs auf den Spuren Corellis

von Rainer Aschemeier  •  3. Februar 2012
Katalog-Nr.: ACC 24233 / EAN: 4015023242333

Eins mal vorweg: Ich bin mir darüber im Klaren, dass diese Neuveröffentlichung des traditionsreichen belgischen Labels „accent“, das vor allem auf qualitätvolle Veröffentlichungen im Bereich der Alten Musik spezialisiert ist, in der Presse höchstwahrscheinlich wieder hohe und höchste Bewertungen einfahren wird. Und so mache ich mich mit dieser Besprechung wahrscheinlich angreifbar, weil ich vorhabe, die hier vorgestellte Neuerscheinung als eher „mittelmäßig“ einzustufen. Aber ich vermeine, diese Beurteilung auch begründen zu können.

Quartettsätze
Signum Quartett

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Signum Quartett — Quartettsätze

Für Freigeister und Weltumarmer

von Rainer Aschemeier  •  1. Februar 2012
Katalog-Nr.: C5064 / EAN: 845221050645

„Wer soll das eigentlich hören?“
Das war meine erste, nicht abwertend, sondern durchaus mit Hochachtung gemeinte Reaktion nach dem Hören der hier vorgestellten, zweiten CD der jungen Musikerinnen und Musiker des Signum Quartetts. Es gehört jedenfalls gehörige Chuzpe dazu, ein solch kunterbuntes CD-Programm auf den Markt zu werfen.

C. Ives - Violinsonaten (Gesamt-Einspielung)
H. Hahn, V. Lisitsa

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Charles Ives — Violinsonaten (Gesamteinspielung)

Ives auf Trockeneis

von Rainer Aschemeier  •  29. Januar 2012
Katalog-Nr.: 477 9435GH / EAN: 028947794356

Eher selten bekommt man auf unseren Seiten im Internet mal eine CD der Deutschen Grammophon Gesellschaft zu sehen, was wohl einfach daran liegt, dass diese Firma nicht eben den Mut zur Programmvielfalt gepachtet zu haben scheint.
Doch nun liegt auf dem traditionsreichen Klassiklabel mal eine doppelte Überraschung vor: Nicht nur gibt es heuer eine Neuaufnahme der bislang eher selten eingespielten Violinsonaten des Vaters der US-amerikanischen Musikmoderne, Charles Ives, zu hören, es ist dazu auch noch eine Spitzenbesetzung am Werk!

C. Koechlin - Les heures persanes
Ralph van Raat

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Charles Koechlin — Les heures persanes , Op. 65

rauschhafter Entdeckungstrip durchs Zweistromland

von Rainer Aschemeier  •  25. Januar 2012
Katalog-Nr.: 8.572473 / EAN: 747313247370

Der Niederländer Ralph van Raat gehört ohne Zweifel zu den herausragenden jungen Interpreten, die in den letzten Jahren auf dem Naxos-Label aufgetaucht sind. Fast alles, was van Raat bislang eingespielt hat, meistens Werke der zugänglicheren Moderne (Adams, Tavener, Strawinsky, nicht zuletzt eine auch von www.the-listener.de besprochene, sehr schöne Platte mit Klavierwerken Arvo Pärts) konnte man quasi blind kaufen. Doch jetzt wagt sich van Raat auf ein Gebiet vor, bei dem er sich einem der denkbar großartigsten Konkurrenten überhaupt aussetzt – nämlich Michael Korstick!

I. Pleyel - Sinfonien in B- und G-Dur + Flötenkonzert in C-Dur
Sinfonia Finlandia Jyväskylä - P. Gallois (Flöte & Dirigat)

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Ignaz Joseph Pleyel - Sinfonien in G- und B-Dur, Flötenkonzert in C-Dur

Matchwinner!

von Rainer Aschemeier  •  21. Januar 2012
Katalog-Nr.: 8.572550 / 747313255078EAN:

Fraglos gehört Patrick Gallois zu den außergewöhnlich prominenten Musikern unserer Zeit, ist er doch neben Musikern wie Jean-Pierre Rampal und Emmanuel Pahud einer der seit 1984 weltweit meist nachgefragten Flötenvirtuosen. Doch seit vielen Jahren verfolgt Gallois auch eine Dirigentenlaufbahn, die jedoch dasselbe Schicksal zu ereilen scheint, wie ähnlich gelagerte Versuche von Spitzensolisten wie Yehudi Menuhin oder Dietrich Fischer Dieskau: Auch die wollte jeder nur Geige spielen bzw. singen hören, nicht aber dirigieren sehen.

R. Schumann - Die Violinsonaten
Ulf Wallin (Violine), Roland Pöntinen (Klavier)

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Robert Schumann - sämtliche Violinsonaten

Für HiFi-Gourmets!

von Rainer Aschemeier  •  18. Januar 2012
Katalog-Nr.: BIS-SACD-1784 / EAN: 7318599917849

Diese Neuveröffentlichung vereint sämtliche Violinsonaten Robert Schumanns, die alle in den Jahren 1851 bis 1853 entstanden sind.
Sie gehören zu den nicht ganz so populären Stücken des großen Romantikers, weswegen wir ihre neuerliche Wiederauferstehung auf Tonträger besonders herzlich begrüßen. Zudem stellt es erst die zweite Veröffentlichung dieser Stücke im hochauflösenden SACD-Format dar, das insbesondere bei Kammermusik oftmals ganz grandiose Ergebnisse zeitigt.

E. Cordero - Caribbean Concertos
I Solisti di Zagreb; P. Romero (Gitarre), G. Figueroa (Geige)

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Ernesto Cordero — Caribbean Concertos

Weniger karibisch als vielmehr Pop-/Musical-beeinflusst

von Rainer Aschemeier  •  23. Dezember 2011
Katalog-Nr.: 8.572707 / EAN: 747313270774

Mit Komponisten aus Puerto Rico hat man es nicht alle Tage zu tun, doch Ernesto Cordero ist einer der wenigen „Klassik“-Tonschöpfer aus dem karibischen Inselstaat, der mit seiner Musik nicht nur international bekannt geworden ist, sondern vielmehr sogar zu einigem Weltruhm gelangt ist. Naxos widmet Cordero unter dem Titel „Caribbean Concertos“ nun eine ganze CD. Enthalten sind Konzerte für Gitarre und Geige aus den Jahren 1998 bis 2009 — für Klassik-Maßstäbe also sehr junge Werke.

Gulfstream
enhakē

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Gulfstream — enhakē

Musik komponierender Nachkommen in die USA ausgewanderter Europäer

von Rainer Aschemeier  •  20. Dezember 2011
Katalog-Nr.: 8.559692 / EAN: 636943969229

Eine ganz spannende neue Kammermusik-CD ist im Dezember bei Naxos erschienen. Enthalten sind Stücke US-amerikanischer oder in die USA ausgewanderter Komponisten. Besonders neugierig war ich auf das praktisch brandneue Stück „Rodeo Queen of Heaven“ von Libby Larsen (wie immer, wenn es mal etwas Neues von dieser kompositorischen Ausnahmebegabung zu hören gibt). Jedem, der Libby Larsens Musik noch nicht kennt, ist dringend zu empfehlen, die Bekanntschaft damit schleunigst nachzuholen, denn zumindest für mein Empfinden, gehört die Komponistin aus den USA schon seit den 1980er-Jahren zu den wenigen wirklich vollauf überzeugenden Musikschöpfern der Gegenwart.

R. Vaughan Williams - Musik für Bratsche und Klavier
T. L. Cayouette (viola) & M. Patenaude (Klavier)

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Ralph Vaughan Williams — Musik für Bratsche und Klavier

Seltenes Repertoire in klangschöner Darbietung, jedoch mit Intonationsmanko

von Rainer Aschemeier  •  16. Dezember 2011
Katalog-Nr.: CRC 3107 / EAN: 044747310725

Im März dieses Jahres ist im „Rest der Welt“ eine CD des US-amerikanischen Labels „Centaur“ erschienen, das Kammermusik für Bratsche und Klavier des britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams beinhaltet. Nun kommen auch wir Deutschen zu dem Vergügen, uns diese neue CD anhören zu können.
„Centaur“ war ganz vorne mit dabei, als es Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre galt, die seinerzeit noch deutlich weniger bekannte Musik des bedeutenden britischen Sinfonikers Vaughan Williams auf CD zu bringen. Einige grandiose Aufnahmen aus dieser Frühzeit des Labels sorgten seinerzeit für große Aufmerksamkeit, wie ich mich noch gut erinnern kann.

Französische Musik für Klarinette und Klavier
E. Veglianti & E. M. Polimanti

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Französische Musik für Klarinette und Klavier

Saint-Saëns, Milhaud, Debussy, Honegger, Tailleferre, Poulenc...

von Rainer Aschemeier  •  14. Dezember 2011
Katalog-Nr.: 9.70166 / EAN: 730099716611

Ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus: Wenn es eine CD-Neuerscheinung im Dezember verdient hat, möglichst noch zum diesjährigen Weihnachtsfest wie verrückt gekauft und verschenkt zu werden, dann ist es die hier vorgestellte.
Die vorliegende Novität aus dem Hause Naxos vereint einfach sehr viele Tugenden in sich, die es mir praktisch unmöglich machen, diese CD nicht wärmstens zu empfehlen.

M. Bruch - Sämtliche Streichquartette
Quartetto Academica

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Max Bruch — sämtliche Streichquartette

Eine Pioniertat der Tonträgergeschichte wird neu beleuchtet

von Rainer Aschemeier  •  7. Dezember 2011
Katalog-Nr.: DM8024 / EAN: 8007144680244

Die Opuszahlen zeigen es schon an: Opus 9 und 10, die einzigen beiden Streichquartette im Schaffen des deutschen Komponisten Max Bruch, gehören zu dessen frühen Werken. Der zum Zeitpunkt der Komposition erst 22-jährige Bruch komponierte diese vitalen, munteren Stücke in den Jahren 1859 und 1860 in Bonn, in einer unsteten, von häufigen Wohnortwechseln geprägten Zeit, die verschiedene Biografen im weiteren Sinne noch zur „Ausbildungszeit“ des nur sieben Jahre später durch sein erstes Violinkonzert zu Weltruhm gelangten Spätromantikers zählen.

Konzerte für mehrere Instrumente vol. VI
Café Zimmermann

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Johann Sebastian Bach — Konzerte für mehrere Instrumente, vol. VI

Der "hörbare" Bach

von Rainer Aschemeier  •  5. Dezember 2011
Katalog-Nr.: ALPHA 181 / EAN: 3760014191817

„Wow! Was ist DAS denn?“

So ungefähr war mein erster Gedanke, als ich die neue CD der französischen Kammermusikformation „Café Zimmermann“ in den CD-Schacht geschoben hatte. Kann das wirklich Bach sein? Der Bach, der jahrzehntelang entweder schwer karajanisiert und melasseartig aus den Boxen quoll oder kratzbürstig und widerborstig auf „Originalklang“ gebürstet selbst wohlwollende Bach-verstehen-Woller auf Sicherheitsabstand hielt?

Phoenix
English Chamber Orchestra, B. Wallfisch; E. Pailthorpe (Oboe)

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Patterson, Vaughan Williams, Howells - Oboenkonzerte

Tolle Zusammenstellung von konzertanten Oboenwerken aus Großbritannien

von Rainer Aschemeier  •  3. Dezember 2011
Katalog-Nr.: CHRCD025 / EAN: 5060212590268

Die vorliegende CD bietet eine schöne Zusammenstellung konzertanter Werke für Oboe und Orchester aus Großbritannien — mit einigen bemerkenswerten Ungewöhnlichkeiten: Das beginnt bereits bei der Vermarktung der CD. Ohne Zweifel sind Orchester und Dirigent bei dieser Einspielung die „zugkräftigen“ Namen. Trotzdem wird die relativ unbekannte walisische Oboistin Emily Pailthorpe hier ganz ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Und das durchaus zurecht…

"Baroque Favourites"
Academy of St. Martin-in-the-Fields - N. Marriner

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"Baroque Favourites"

Eine echte Gelegenheit

von Rainer Aschemeier  •  30. November 2011
Katalog-Nr.: 6782902 / EAN: 5099967829026

Eine CD, die seit ihrer Erstauflage bereits x-mal wiederveröffentlicht, zwei-, dritt- und viertverwertet wurde, ist nun erneut im Rahmen der neuen Low Budget-Serie „National Gallery“ beim Klassiklabel EMI aufgetaucht. Die hier vorzustellende Anthologie „Baroque Favourites“ war in den letzten Jahren bereits unter den Titeln „Baroque Masterpieces“ und „Favourite Baroque Classics“ erhältlich gewesen. Bei ihrer Erstauflage im Jahr 1988 wurde die hier vorliegende Kollektion von Einspielungen barocker „Hits“ aus den Jahren 1973-88 als „The Academy in concert“ unter die Leute gebracht – was ein ziemlich irreführender Titel war, denn es handelt sich hier sämtlichst nicht um Liveaufnahmen.

F. Mendelssohn Bartholdy / R. Schumann - Violinkonzerte
hr-Sinfonie-Orchester - P. Järvi, Ch. Tetzlaff (Violine)

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Felix Mendelssohn Bartholdy / Robert Schumann — Violinkonzerte

Eine zwiespältige Angelegenheit

von Rainer Aschemeier  •  28. November 2011
Katalog-Nr.: ODE 1195-2 / EAN: 0761195119525

Kurz vor Weihnachten erscheint auf dem finnischen Label „Ondine“ eine hochkaraätig gehandelte Einspielung, die sicher ihre Liebhaber und „Verschenker“ finden wird. Es handelt sich dabei um die Vilonkonzerte Mendelssohn Bartholdys und Schumanns, die in Live-Darbietungen des Frankfurter Radiosinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks unter der Leitung des von der Kritik in den letzten Jahren mit geradezu überschwenglichem Lob bedachten Paavo Järvi – Sohn des estnischen Ausnahmedirigenten Neeme Järvi. Solist der vorliegenden Aufnahme ist Christian Tetzlaff, der nicht nur aber gerade auch im laufenden Jahr ein paar geradezu sensationelle Einspielungen vorgelegt hat.

J. Cage - "etudes australes"
Sabine Liebner

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John Cage — "etudes australes"

Lost in the stars...

von Rainer Aschemeier  •  25. November 2011
Katalog-Nr.: WER 6740 2 / EAN: 4010228674026

Über John Cage kann man denken, wie man will. Die Einen sehen in ihm ein musikalisches Genie, vielleicht das größte nach Strawinsky, die Anderen sprechen ihm sogar den Status als Komponist ab. Letztere Extremmeinung ist sogar gar nicht so abwegig, wenn man einige seiner Werke näher betrachtet. Die auf der vorliegenden Novität neu eingespielten „etudes australes“ zum Beispiel sind Meisterwerke aus John Cages aleatorischer Phase. Das bedeutet, dass sowohl bei ihrem Schöpfungsprozess, der „Komposition“, der Zufall ein ebenso wesentlich bestimmendes Element war, als er es auch bei der „Nachschöpfung“, der Interpretation, ist.

B. Maderna - Klavierkonzerte + "Quadrivium"
diverse Interpreten und Solisten

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Bruno Maderna — Klavierkonzerte + "Quadrivium"

Tour de Force durch fast 30 Jahre Maderna-Musik

von Rainer Aschemeier  •  22. November 2011
Katalog-Nr.: 8.572642 / EAN: 747313264278

Von den „Leuchttürmen“ der Neuen Musik war Bruno Maderna schon immer einer derjenigen, die nicht ganz so hell gestrahlt haben. Kein Wunder: Bereits 1973 verstorben stand er eigentlich immer im übergroßen Schatten der beiden Größen der italienischen Neuen Musik: Luigi Nono und Luciano Berio. Häufig vergessen wird indes, dass Madernas Werk noch im Expressionismus und Futurismus italienischer Prägung fußt, dass er noch beim Großmeister Gian Francesco Malipiero in die „Lehre“ ging und dass Maderna somit (ganz ähnlich übrigens wie György Ligeti) eine beachtliche Entwicklung durchmachte. Aus der „Serialismus-Falle“, in die fast alle avantgardistischen Komponisten in den 1960er- und 70er-Jahren hineingerieten, konnte er sich indes nicht mehr befreien.

From The Street
Ivana Gavrić

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Janáček, Ravél, Prokoffjew — Ivana Gavrić

Drei Meister der Klaviermusik in "coolen" Deutungen

von Rainer Aschemeier  •  18. November 2011
Katalog-Nr.: CHRCD026 / EAN: 5060212590275

„From The Street“ ist das zweite Album der jungen bosnischen Pianistin Ivana Gavrić und erscheint erneut auf dem äußerst entdeckenswerten und ebenfalls jungen britischen Label „Champs Hill Records“. Gavrić gilt als Janáček-Spezialistin, und mit ihrer jüngsten CD führt sie ihr ebenso einfaches wie überzeugendes Konzept fort, die wichtigsten Klavierwerke Leoš Janáčeks als Zyklus einzuspielen, indem sie ihnen Werke anderer bedeutender Komponisten aus der gleichen Entstehungszeit gegenüber stellt. Das Ergebnis ist ein schillerndes Kaleidoskop europäischer Klavieravantgarde um 1900.

Music from Diaghilev's Ballet russes
BBC National Orchestra of Wales - Thierry Fischer

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Musik für die "Ballet russes" — Strawinsky, Poulenc, Liadow

Strawinskys französische Seite

von Rainer Aschemeier  •  14. November 2011
Katalog-Nr.: SIGCD271 / EAN: 35212027127

Eine famose Sache erschien unlängst als Boxset beim britischen Qualitätslabel „Signum“, nämlich drei hochkarätig gehandelte Aufnahmen des BBC National Orchestra of Wales unter der Leitung seines Chefdirigenten Thierry Fischer. Sie wurden zu ihren jeweiligen Ersterscheinungsdaten von den Kollegen der englischsprachigen Fachpresse geradezu über den grünen Klee gelobt. Von „joy“ war die Rede, die Aufnahmen seien „outstanding“, „marvellous“ oder gar „wonderful“. Höchstwertungen hinsichtlich sowohl Interpretation als auch Sound prasselten auf die walisischen Musiker mit ihrem schweizerischen GMD nur so hernieder.

L. Spohr - "So mach die Augen zu..."
Duo Arparla

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Louis Spohr - Musik für Harfe und Violine

Von einem, der auszog, sein Publikum zu betören...

von Rainer Aschemeier  •  11. November 2011
Katalog-Nr.: STR 33848 / EAN: 8011570338488

Von einem Duo aus Violine und Harfe, das sich einen so raffinierten Namen wie „Arparla“ ausdenkt (der sowohl das Wort „arpa“, also Harfe, beinhaltet als auch „parla“, also im weitesten Sinne Kommunikation heraufbeschwört) sollte man eine CD erwarten können, die mit einem ebenso raffinierten Programm aufwartet. Und das ist auch der Fall. Endlich einmal hat sich hier mit dem italienischen Label „stradivarius“ eine Firma bereitgefunden, um die heute zwar kaum noch aufgeführte, gleichwohl aber wunderschöne Musik für Harfe solo sowie Harfe und Violine des Romantikers Louis Spohr angemessen in Szene zu setzen.

Lorin Maazel conducts Sibelius
Pittsburgh Symphony Orchestra - L. Maazel

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Jean Sibelius - Sinfonien 1-7, Sinfonische Dichtungen, Violinkonzert, etc.

Sensationelle Sibelius-Einspielungen — Die womöglich besten am Markt!

von Rainer Aschemeier  •  8. November 2011
Katalog-Nr.: -- / EAN: 886978083326

Eine wirklich großartige Sibelius-Box ist dieses Jahr bei Sony Classics erschienen. Die auf 5 CDs versammelten Aufnahmen des Pittsburgh Symphony Orchestra unter der Leitung von Lorin Maazel zum Budetpreis von lediglich 15-20 Euro gehören definitiv zu den besten Sibelius-Zyklen, die derzeit am Markt erhältlich sind und toppen die (wesentlich bekannteren) Sibelius-Einspielungen, die Maazel in den 1960er-Jahren mit den Wiener Philharmonikern auf DECCA vorgelegt hatte — ...und das nicht nur in klangtechnischer Hinsicht.

J. C. Schiefferdecker - Musicalische Concerte
Elbipolis Barockorchester Hamburg

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Johann Christian Schiefferdecker - Musicalische Concerte (Hamburg 1713)

Zu unrecht vergessene Fröhlichkeiten

von Rainer Aschemeier  •  5. November 2011
Katalog-Nr.: CC72531 / EAN: 608917253122

Großen großen Spaß hat mir unlängst eine CD vom niederländischen Qualitätslabel „challenge classics“ bereitet. Es ist eine CD mit Weltersteinspielungen einiger Konzerte des Hamburger/Lübecker Komponisten Johann Christian Schiefferdecker, der in puncto Bekanntheitsgrad stets darunter gelitten hatte, dass die Fußstapfen, in die er in Lübeck als Organist und Komponist trat, vielleicht einfach eine Nummer zu groß für ihn waren: Er folgte nämlich auf den in Lübeck bis heute legendären Dietrich Buxtehude.

P. Hindemith - artist & educator
I. Bieler, G. Sarkisjan

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Paul Hindemith — 41 Stücke für 2 Violinen / Sonaten op. 31/1 und 31/2 für Sologeige

"Schule" mal anders...

von Rainer Aschemeier  •  2. November 2011
Katalog-Nr.: COV 61114 / EAN: 4039956611141

Eine der schönsten CDs, die ich in diesem Jahr gehört habe, stammt aus dem renommierten Hause „Coviello classics“. Manch einer wird die Stirn runzeln und sich fragen, ob etwas, was einem „Geigen-Schulwerk“ entspringt und zudem noch vom für seinen „akademischen Stil“ berüchtigten Paul Hindemith komponiert wurde, wirklich „schön“ genannt werden kann. Doch ja, es stimmt!

Bach — Villa-Lobos — Jobim
Orchestra Villa-Lobos; G. Gomiero (Sopran)

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H. Villa-Lobos - Bachianas Brasilerias 1 & 5 / J. S. Bach & A. C. Jobim: Cellotranskriptionen

Preisgünstige Gelegenheit, allerdings mit "Rhythmusstörungen"

von Rainer Aschemeier  •  29. Oktober 2011
Katalog-Nr.: FAB 12079-2 / EAN: 8032979620790

Es ist nur konsequent, wenn das Cello-Ensemble, das auf dieser CD musiziert, sich „Orchestra Villa-Lobos“ nennt, denn der brasilianische Komponist verlangte für seine erste „Bachiana Brasileira“ vom Beginn der 1930er-Jahre explizit ein „Orchestra of cellos“. Und genau das haben wir hier…
Das Orchestra Villa-Lobos unternahm bei seiner 1995 erstmals erschienenen CD, die nun in äußerst schmuckloser Form (noch nicht einmal ein CD-Booklet ist enthalten) beim Label „Fabula Classica“ wiederveröffentlicht wird, den an sich sehr sinnvollen Versuch, Musik von Bach der von Villa-Lobos gegenüberzustellen.

F. Busoni - Klavierkonzert
Orchestra Sinfonica di Roma - F. La Vecchia; R. Cappello (Klavier)

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Ferruccio Busoni — Klavierkonzert

Monströse Gigantomanie, die alle Grenzen sprengt

von Rainer Aschemeier  •  26. Oktober 2011
Katalog-Nr.: 8.572523 / EAN: 747313252374

Und doch gibt es ein Beispiel dieser Gattung, das alle Dimensionen sprengt, das wie kein anderes Instrumentalkonzert mit der eigenen Gattung zu ringen scheint — ...um wie mit lautem Feuerwerk zu glänzen, zu erstrahlen, viel viel Getöse zu machen und letzten Endes doch nur zwei Eindrücke zu hinterlassen: Viel heiße Luft und Lärm um nichts!

S. Rachmaninoff - Sinfonie Nr. 2 / Vocalise
Royal Philharmonic, D. Yablonsky

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Sergej Rachmaninoff — Sinfonie Nr. 2 / Vocalise

Offenbarung zum Nachhören — Sensationelle neue Rachmaninoff-Referenz aus London

von Rainer Aschemeier  •  22. Oktober 2011
Katalog-Nr.: RPO SP 031 / EAN: 507000026756

Dass es auch im Klassikgeschäft Einsparmaßnahmen und „Joint Venture“-Effekte unterschiedlichster Art gibt, konnte man ja ahnen. Doch nur selten wird so etwas so „sichtbar“ und hörbar, wie bei der hier vorgelegten Aufnahme des Royal Philharmonic Orchestra, die in diesen Tagen auf dem orchestereigenen Label erscheint.

I. Pizzetti - Das Klavierwerk
G. Simonacci

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Ildebrando Pizzetti — Das Klavierwerk (Gesamteinspielung)

Wertvolle Gesamtedition zum Budget-Preis

von Rainer Aschemeier  •  19. Oktober 2011
Katalog-Nr.: 9202 / EAN: 5029365920223

Interpret ist Giancarlo Simonacci, der bereits für seine Aufnahmen mit Werken von John Cage und Erik Satie auf dem Brilliant-Label viel Beifall von der Musikkritik erhalten hatte. Mit Pizzetti widmet er sich nun einem Landsmann, was sich in besonders hingebungsvollen Interpretationen niederschlägt.
Die Edition ist chronologisch angelegt und beginnt mit dem frühesten bekannten Klavierstück, das Pizzetti schrieb, der „Romanza senza parole“ aus dem Jahr 1899, einer von den erwähnten Weltersteinspielungen auf der CD.

R. Saxton - The Wandering Jew
BBC Symphony Orchestra, A. de Ridder, div. Sol.

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Robert Saxton — The Wandering Jew

Effektreiches Technikspektakel mit toller Musik und schwachem Libretto

von Rainer Aschemeier  •  15. Oktober 2011
Katalog-Nr.: NMC D170 / EAN: 5023363017022>

Während es einige Figuren in der jüngeren Operngeschichte gibt, deren Charakter auf die Mythologie des „Wanderjuden“ Bezug nimmt (so etwa in Janáčeks „Die Sache Makropulos“), ist Robert Saxtons Oper „The Wandering Jew“ meines Wissens nach die erste seit dem 19. Jahrhundert, welche die legendäre Überlieferung wieder „wörtlich“ nimmt, also den ewigen Juden als Person und Individualcharakter versteht.

J. Ireland - Klavierkonzert, "Legend" & div. Klavierm.
Royal Liverpool PO - J. Wilson; J. Lenehan (Klavier)

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John Ireland - Klavierkonzert, "Legend", diverse Stücke für Soloklavier

Abgestaubt und durchgepustet: Die Wiederentdeckung der Frische bei Irelands Klavierkonzert!

von Rainer Aschemeier  •  12. Oktober 2011
Katalog-Nr.: 8.572598 / EAN: 747313259878

Die hier zu besprechende CD bildet den furiosen „Schlussakkord“ der Ireland-Klaviermusikreihe bei Naxos und beinhaltet dessen beliebtes Klavierkonzert, die Sinfonische Dichtung „Legend“ sowie einige Soloklaviermusik, die hier zum ersten Mal auf Tonträger vorgelegt wird.

Musik der russischen Avantgarde 1905-1926
Roger Woodward (Klavier)

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Musik der russischen Avantgarde 1905-1926

Weniger spannend, als man hätte erwarten können...

von Rainer Aschemeier  •  9. Oktober 2011
Katalog-Nr.:

Auf dem Papier eine ganz famose Sache, doch als Hörerfahrung leider eher mau… so etwas gibt es ja immer wieder. Auch bei der hier zu besprechenden CD war ich leider gerade an der Stelle enttäuscht, wo ich es eigentlich nicht erwartet hätte. Also Tacheles geredet: Was stimmt nicht mit dieser CD, bei derem Titel „Music of the Russian Avantgarde“ mir doch vor Vorfreude geradezu das Wasser im Mund zusammengelaufen ist?

My Broken Machines
Ed Bennett

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Ed Bennett - My Broken Machines

Zwischen Breakbeat und Langeweile

von Rainer Aschemeier  •  6. Oktober 2011
Katalog-Nr.: NMC D169 / EAN: 5023363016926>

Bennetts Markenzeichen ist eine gewisse rhythmische Vertracktheit, die mal abgehackt und „kantig“ wirkend Erinnerungen an Breakbeat-Klänge aus dem Popmusikbereich aufkommen lässt, um gleich darauf in lange, mitunter eintönig wirkende Passagen automatisiert wirkender „Dampfmaschinenmusik“ zu verfallen, wie wir sie von Komponisten wie Mossolow oder Honegger schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu hören bekamen. Zwar haben alle Stücke auf dieser Neuveröffentlichung des lobenswerten britischen NMC-Labels ihre Eigenheiten, doch rhythmische Kinkerlitzchen der genannten Art weisen sie alle auf, die Kompositionen von Ed Bennett.

Russische Violinkonzerte
Bournemouth Symphony Orchestra - Th. Sanderling; M. Ostrovsky (Violine)

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Russische Violinkonzerte

Souverän und empathisch

von Rainer Aschemeier  •  4. Oktober 2011
Katalog-Nr.: 8.572631 / EAN: 747313263172

Hinter dem schlichten Titel „russische Violinkonzerte“ steckt eine grandiose Neuveröffentlichung, die nicht nur in Sachen Repertoirewert, sondern auch in puncto Interpretation kräftig punkten kann. Dargeboten werden hier zwei „alte Bekannte“, nämlich das e-Moll-Violinkonzert von Julius Conus (einst ein „Standard“ im Repertoire von Jascha Heifetz sowie Yehudi Menuhin) sowie das ungewöhnliche, einsätzige a-Moll-Violinkonzert, op. 54 von Anton Arensky. Als „Bonus“ und eigentlicher „Star“ des Programms ist aber das bis vor kurzem als verschollen geglaubte Concertino, op. 42 für Violine und Streichorchester von Mieczeslaw Weinberg aus dem Jahr 1948 zu feiern.

Aserbaidscha-nische Klavierkonzerte
Royal Philharmonic Orchestra - D. Yablonsky; F. Badalbeyli & M Adiegezalzade (Klavier)

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Aserbaidschanische Klavierkonzerte

"Weltmusik" mal anders...

von Rainer Aschemeier  •  2. Oktober 2011
Katalog-Nr.: 8.572666 / EAN: 74731326667

Eine sehr sehr spannende CD erblickt in diesen Tagen auf dem Naxos-Label das Licht der Welt. Es handelt sich dabei um eine kleine aber feine Kollektion von sinfonischer Musik für Soloklavier und Orchester von vier Komponisten aus Aserbaidschan. Dass diese Werke allesamt bislang noch nicht auf CD erhältlich gewesen sind (ein Konzert auf dieser Neuveröffentlichung war bis zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht einmal gedruckt!), konnte man sich schon denken. Doch dass diese raren Ergebnisse des jüngeren aserbaidschanischen Kulturbetriebs dann auch noch in einer solchen Edelbesetzung eingespielt werden, nötigt doch einigen Respekt ab.

Th. Dubois - Violinkonz. / E. Lalo - "Symph. Espagnole"
Slowak. Staats-Philharmonie - Z. Müller

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Théodore Dubois - Violinkonzert / Edouard Lalo - "Symphonie Espagnole"

Konzert für Violine und enttäuschten Hörer

von Rainer Aschemeier  •  30. September 2011
Katalog-Nr.: BNL 112964 / EAN: 3491421129642

Der französische Komponist Théodore Dubois dürfte vor allem Liebhabern von Orgelmusik bekannt sein; gehört er doch zu den produktivsten Komponisten für dieses Instrument, die im 19./20. Jahrhundert gelebt haben und war ab 1855 erster Organist des berühmten Pariser Invalidendoms. Ähnlich wie im Falle Charles Marie Widor, deren Zeitgenosse Dubois war, wird das Werk dieses interessanten Komponisten ungerechtfertigterweise zumeist auf die zugegebenermaßen schönen und eindrucksvollen Orgelwerke reduziert.

G. B. Platti - 6 Cellosonaten (1725)
A. Wolf & S. Hess

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Giovanni Benedetto Platti — 6 Cellosonaten (1725)

"Elektrisierend" oder "gekünstelt"? Ein strittiger Fall...

von Rainer Aschemeier  •  27. September 2011
Katalog-Nr.: OC 794 / EAN: 4260034867949

In den letzten Jahren sind nach und nach immer mehr Kompositionen und Bearbeitungen Plattis aufgetaucht und machten deutlich, um was für einen großartigen Komponisten es sich bei ihm handelte, der durchaus zu den wichtigen Komponisten seiner Zeit gezählt werden muss. Doch viele seiner Werke gelten als verschollen oder sind nur in Handschriften überliefert, sodass bislang eine Aufarbeitung seines Gesamtwerks nur lückenhaft stattfinden konnte.

G. Popov - Kammersinfonie & Sinfonie Nr. 1
Staatsakademie-Orchester St. Petersburg - A. Titov

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Gavriil Popov — Kammersinfonie & Sinfonie Nr. 1

Fantastisches "Comeback" von zwei Werken eines verfemten Komponisten

von Rainer Aschemeier  •  24. September 2011
Katalog-Nr.: NF/PMA 9996 / EAN: 4607053326048

Leider sollte Popovs Glück jedoch nicht lange anhalten, denn der expressive Stil des Russen, der in seiner Kammersinfonie zuweilen an Hindemith erinnert, war den Kulturoberen der UdSSR ein Dorn im Auge. Es folgte, was folgen musste: Ähnlich wie Mjaskowski und Schostakowitsch wurde auch Popov von Stalins „Kultur-Sheriffs“ gemaßregelt. Bereits einen Tag nach der Uraufführung im Jahr 1935 wurde seine erste große Sinfonie verboten. Dieses Stück ist damit die erste Sinfonie, deren Aufführung in Stalins Reich untersagt wurde. Viele weitere sollten folgen.

Digitale Schatztruhe für "Jäger und Sammler"

Das Stream- und Download-Label "Naxos Classical Archives" im Portrait

von Rainer Aschemeier  •  21. September 2011

In einer nie dagewesenen Mammutaktion hat das Naxos-Label genau an den Punkten angesetzt, die „Jäger und Sammler“ in helle Aufregung versetzen: Rare Einspielungen, die vor allem für Sammler interessant sind, in grundlegenden, oft maßstabsetzenden Erstdigitalisierungen — und das zu Hunderten…

Und so kommt es, dass wir im Programm „Naxos Classical Archives“ mehrere Hundert großartiger Sammlerschätze aus den Archiven bedeutender Schallplattenfirmen rund um den Erdball finden. Beispiele gefällig???

M. Castelnuovo-Tedesco / O. Respighi - Violinkonzerte
St. Petersburg SO / V. Lande

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Mario Castelnuovo-Tedesco & Ottorino Respighi — Violinkonzerte

Endlich auch in Deutschland: Wunderschöne CD des kanadischen Labels "Marquis"

von Rainer Aschemeier  •  20. September 2011
Katalog-Nr.: MAR-407 / EAN: 774718140722

Eine 2009 beim kanadischen Label „Marquis“ erschienene, sehr sehr lohnende und schöne CD ist nun endlich auch in Deutschland erhältlich. Trotz mehrerer schriftlicher und telefonischer Anfragen von www.the-listener.de bei der für Deutschland zuständigen Vertriebsfirma im Zeitraum Juli/August hat sich dort jedoch nie jemand gemeldet. Das könnte erklären, warum es trotz der grundsätzlich erfreulichen Meldung, dass es für die spannenden CDs aus dem Hause Marquis nun endlich einen deutschen Vertrieb zu geben scheint, die CDs des Labels immer noch nur mit großer Mühe bei den gängigen Onlinehändlern zu finden sind.

F. Liszt - Klaviersonate h-Moll / F. Schubert - Wanderer-Fantasie
Sergei Edelmann

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Sergei Edelmann — Liszt - Klaviersonate h-Moll / Schubert - Wandererfantasie

Der Geheimtipp unter den Geheimtipps

von Rainer Aschemeier  •  17. September 2011
Katalog-Nr.: EXCL-00038 / EAN: 4526977050382

Wenn unter Musikfans von Pianisten-“Geheimtipps“ die Rede ist, so ist Sergei Edelmann schon eher der Geheimtipp unter den Geheimtipps. Zwar gibt es von ihm bereits einige hervorragende Aufnahmen, wie etwa die Klavierkonzerte von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bei denen Edelmann von den Bamberger Sinfonikern unter Claus Peter Flor begleitet wurde, doch den ebenfalls mittlerweile recht zahlreichen Solo-CDs des Pianisten ist bislang noch nicht die Aufmerksamkeit zugekommen, die ihnen gebührt.

Monteverdi - a trace of grace
Michel Godard

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Michel Godard — Monteverdi - a trace of grace

Monteverdi goes Jazz?

von Rainer Aschemeier  •  15. September 2011
Katalog-Nr.: CD-16286 / EAN: 4032324162863

Wäre „Crossover“ nicht so ein Wort, bei dem man sofort zusammenzuckte und unweigerlich an Mambo-Versionen von Bach-Konzerten denken müsste, so wäre es sicher ein passender Begriff für diese neue CD aus dem Hause Carpe Diem records: ein Jazz-Trio und drei Musiker aus den Bereichen Alte und Neue Musik treffen aufeinander und beschließen, sich in einem kreativen Schaffensprozess der Musik von Claudio Monteverdi zu nähern. Sie tun das in einem Zisterzienserkloster, der Abtei von Noirlac im Herzen Frankreichs. Am Ende stehen etwa 50% neuer Jazzkompositionen, die zum Teil auf Instrumenten aus Monteverdis Zeiten (Stichwort „Serpent“) gegeben werden und 50% originale Monteverdi-Stücke, die jedoch alles andere als „original“ dargeboten werden, sondern mit neuen Arrangements und einem ordentlichen Schlag Cool Jazz versehen werden.

E. Svetlanov - Kompositonen für Sinfonie-Orchester
div. Orch. u. Sol. - E. Svetlanov

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Evgeny Svetlanov — Kompositionen für Sinfonieorchester (4-CD-Box)

Lehrstunde in russischem Stil

von Rainer Aschemeier  •  13. September 2011
Best.-Nr.: SVCO 001/4-004/4 / EAN: 4607202210044>

Evgeny Svetlanov war einer der russischen Dirigenten des „alten Schlags“, der zusammen mit seinen Kollegen Mravinsky, Kondrashin, Barshai und Roshdestvensky wohl am meisten das verkörpert, was Musikliebhaber durch die ganze Welt als den „russischen Stil“ verstehen: Eine übersatte, dunkel kolorierte Klangpalette und einen daraus resultierenden Orchestersound mit überwältigender Tiefe und Wärme, aber auch stets mit leichten „Fehlern“, wie zum Beispiel nicht immer punktgenauen Einsätzen und gelegentlich auch mal ausfransenden Streichern, die aber die Interpretationsleistung nur noch charakteristischer und durchaus auch sympathischer machten. Bei Svetlanovs Aufnahmen ging emotionale Tiefe und spritzige Feurigkeit stets vor technischer Präzision, obwohl auch diese von ihm teilweise in ganz beeindruckender Qualität erzielt worden ist.
Und so sind vor allem die Tschaikowsky-, Arensky-, Mjaskowsky- und Rimsky-Korsakoff-Einspielungen Svetlanovs weltweit absolut berechtigterweise über alle Maßen gerühmt und geschätzt. Auch ich wage zu sagen: Es gibt in dem Sektor eigentlich nichts Besseres, höchstens Alternativen.

Arvo Pärt - Klaviermusik
R. van Raat, Niederländ. Radio-Kammerphilharm., JoAnn Falletta

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Arvo Pärt — Klaviermusik

Toller Überblick über das Klavierschaffen des estnischen Star-Komponisten

von Rainer Aschemeier  •  11. September 2011
Best.-Nr.: 8.572525 / EAN: 747313252572

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde diese neue Naxos-CD vor allem Musik für Solo-Klavier von Arvo Pärt enthalten, jenem estnischen Komponisten, der spätestens seit der zigtausendfach verkauften ECM-CD mit dem Titel „Tabula Rasa“ zu den Bestsellern unter den zeitgenössischen Komponisten gehört. Doch das stimmt nicht: Die CD enthält etwa gleich viel Soloklaviermusik und Musik für Klavier und großes Orchester. Der Eindruck entsteht nur dadurch, dass es sich bei dem Programm dieser CD um relativ viele relativ kurze Klavierstücke handelt und um einen mehr als 35-minütigen „Orchesterboliden“ namens „Lamentate: Homage to Anish Kapoor and his sculpture `Marsyas´“ aus dem Jahr 2002.

Beethoven, Brahms, Bruch - Kammermusik für Klarinettentrio
Ensemble Liaison

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Beethoven, Brahms, Bruch — Kammermusik für Klarinette, Cello und Klavier

Heißer Anwärter für die Klassik-CD des Jahres — MUSS man gehört haben!

von Rainer Aschemeier  •  9. September 2011
Best.-Nr.: TP217 / Best.-Nr.: 9399001002177

Selbst vom viel eingespielten und gern gehörten Beethoven-Trio habe ich selten eine Aufnahme gehört, die das Prädikat „mustergültig“ mehr verdient hätte, als diese hier. Die australischen Musiker kommen mit dem heiter-besinnlichen Tonfall des Stücks bestens zurecht, beweisen größtes instrumentales Können, perfektestes Zusammenspiel und eine Bandbreite an Dynamikabstufungen, die ich als einzigartig titulieren möchte.

A. Campra - Le Carnaval de Venise
Chœr et Orchestre du Concert Spirituel, div. Sol. - H. Niquet

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André Campra — Le Carnaval de Venise

Spektakuläre Wiederentdeckung eines musikhistorischen Kuriosums

von Rainer Aschemeier  •  7. September 2011
Best.-Nr.: GCD 921622 / EAN: 8424562016224

In diesen Tagen erscheint eine neue CD beim spanischen Edel-Label „Glossa“, die beweist, dass es zumindest an Versuchen, beide Stile einander anzunähern nicht fehlte. Hierbei sollte allerdings gesagt sein, dass André Campras als „Opéra-ballet“ titulierter Vorstoß eine einmalige, selbst aus heutiger Sicht noch gewagt anmutende Kuriosität gewesen ist. Campra, zu seiner Zeit einer der beliebtesten Komponisten von Opern und geistlicher Musik im barocken Paris, nahm den „Karneval von Venedig“ zum Anlass, um ein groß angelegtes Bühnenwerk zu kreieren. Die Franzosen hatten zu der Zeit bereits viel vom venezianischen Karneval gehört, wobei die Stories, die man sich darüber hinter vorgehaltener Hand ins Ohr tuschelte, wohl vor allem die frivole und lustvolle Seite dieser Traditionsveranstaltung hervorgehoben haben dürften.

G. F. Malipiero - Impressioni da vero & Pause del silenzio
Orchestra Sinfonica di Roma - F. La Vecchia

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Gian Francesco Malipiero — Impressioni dal vero & Pause del Silenzio

Faszinierend gespielte und klanglich perfekt ausbalancierte Referenzaufnahme von Malipieros wichtigen Frühwerken

von Rainer Aschemeier  •  5. September 2011
Best.-Nr.: 8.572409 / EAN: 747313240975

In der Reihe von Veröffentlichungen mit Werken italienischer Komponisten des 20. Jahrhunderts bei Naxos erscheint nun nach der großen Casella-Offensive auch eine Malipiero-CD. Sie beinhaltetet gleich vier Weltersteinspielungen, und dies auch noch von wirklich wichtigen Werken aus dem eigenwilligen Œuvre Gian Francesco Malipieros, dessen Musik nur allzu berechtigt in den letzten zehn Jahren eine echte Renaissance auf Tonträger zuteil wurde.

Lysøen - Hommage à Ole Bull
Nils Økland & Sigbjørn Apeland

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Nils Økland & Sigbjørn Apeland — Lysøen - Hommage à Ole Bull

Die Geschichte vom geschwundenen Weltruhm des Geigers Ole Bull

von Rainer Aschemeier  •  31. August 2011
Best.-Nr.: ECM 2179 / EAN: 0602527402468

Es sind exakt diese Platten, die zwischen allen Stühlen die Freiheit an der Musik neu ausloten, die das Leben als Musikhörer auch weiter spannend machen. Ein großartiges Experiment und eine herrliche Hommage an einen heute vergessenen Weltstar von einst. So melancholisch, wie man angesichts des total geschwundenen Weltruhms von Ole Bull werden kann, so melancholisch ist das Album „Lysøen“.

M. Mussorgsky - Bilder einer Ausstellung
Nobuyuki Tsujii

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Modest Mussorgsky — Bilder einer Ausstellung / Franz Liszt — Klavierwerke /

Mussorgskys weltbekannter Klavierzyklus in ungewohnt inniger Deutung

von Rainer Aschemeier  •  29. August 2011
Best.-Nr.: CC72526 / EAN: 608917252620

Nobuyuki Tsujii machte in den letzten Jahren immer mehr von sich reden, und zwar nicht nur, weil er einer der wenigen von Geburt an blinden professionellen Pianisten im „Konzertbetrieb“ unserer Tage ist. Seine Einspielung des zweiten Klavierkonzerts von Sergej Rachmaninoff mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin gilt als eine der allerbesten am Markt und dass der blinde Tsujii die Goldmedaille beim extrem renommierten Van Cliburn-Klavierwettbewerb gewann, wurde als Sensation wahrgenommen und ging durch die musikalisch interessierte Weltpresse.

Russische Bratschen-Sonaten
Eliesha Nelson & Glen Inanga

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Eliesha Nelson & Glen Inanga - Russian Viola Sonatas

Vom "russischen Brahms" bis hin zum Kompositionslehrer von Prokoffjew und Mjaskowski

von Rainer Aschemeier  •  27. August 2011
Best.-Nr.: DSL-92136 / EAN: 5347921362

So kann’s gehen! Da müssen erst zwei afroamerikanische Künstler eine CD mit Bratschensonaten russischstämmiger Komponisten aufnehmen, um uns an einen der einstmals im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts beliebtesten Komponisten zu erinnern. Die Rede ist von Paul Juon, der ab 1897 als Professor an der Berliner Musikhochschule tätig war. Mithilfe der Unterstützung von Joseph Joachim entwickelte Juon sich nicht nur zu einem der namhaften Lehrer dieser Universität sondern auch zu einem der beliebtesten Komponisten des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland, der den Besuchern von Konzerten, in denen seine Musik gespielt wurde, als „russischer Brahms“ geläufig war.

Central Europe
A. Mital & O. Tolan

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Adam Mital & Olimpia Tolan - "Central Europe"

Gelungene CD mit missglücktem "Motto"

von Rainer Aschemeier  •  25. August 2011
Best.-Nr.: SM 153 / EAN: 4260123641535

Adam Mital ist ein junger Cellist aus der Schweiz. Im Alter von 32 Jahren legt er nun seine Debüt-CD beim bayerischen Solo Musica-Label vor. Er bietet auf der mit insgesamt sieben unterschiedlichen, zum Teil mehrsätzigen Stücken recht voll gepackten CD ein Programm, das sich vor allem den osteuropäischen Komponisten Dvořák, Janáček und Martinů widmet. Doch irgendwie musste offenbar auch noch ein richtiger „Crowdpleaser“ mit aufgenommen werden, denn irgendwer muss die CD schließlich kaufen.

Geld Macht Musik - Musik für die Fugger
♭FIVE

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Geld Macht Musik

Die "Fugger-Charts"

von Rainer Aschemeier  •  23. August 2011
Best.-Nr.: COV 21105 / 4039956211051

Unter dem witzigen Titel „Geld Macht Musik“ sind ♭FIVE tief in die Archive der Fugger’schen Musiksammlung abgetaucht. Diese reiche Kaufmannsfamilie war finanziell problemlos in der Lage, Kopistenaufträge zu vergeben, die im Prinzip den Wunsch beinhalteten, von Zeit zu Zeit ein Notenalbum mit den „Best of“ der Kompositionen aus ganz Europa zusammengestellt zu bekommen. Diese Kompositionen — welch ein Luxus! — konnten sich die Fugger dann entweder von einer eigenen Kapelle vorspielen lassen.

R. Schumann - Sinfonien (Gesamteinsp.)
Philharmonia Orch. - R. Muti

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Robert Schumann - Sinfonien (Gesamteinspielung)

Träger, teils martialischer Schumann für die Masse, doch ohne Klasse

von Rainer Aschemeier  •  21. August 2011
Best.-Nr.: 0979932 / 5099909799325

EMI Classics veröffentlicht in diesen Tagen eine CD-Box nach der anderen mit den im Archiv dieses Labels befindlichen Aufnahmen des italienischen Dirigenten Riccardo Muti. Ohne auf dessen Karriere-Hochs und -Tiefs zu achten, wird nahezu alles wieder ans Tageslicht gezerrt, was im Dunkel des EMI-Archivs zu finden war.

Toccata und Fuge
Leopold Stokowski and his Symphony Orchestra

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Leopold Stokowski — Bach-Transkriptionen

Mit Pauken und Trompeten...

von Rainer Aschemeier  •  20. August 2011

In dieser Sphäre also schrieb Stokowski, der Klangmagier, der von jeher einen Hang zum Monumentalen hatte, seine Transkriptionen von Musik Johann Sebastian Bachs und ließ sie (buchstäblich) unter Anwendung von Pauken und Trompeten (besser noch Tuben und Posaunen) wieder auferstehen. Unterstützt wurde Stokowski dabei von seinem eigenen Sinfonieorchester und von den besten Toningenieuren der damaligen Zeit, die das ganze Projekt so ausrichteten, das alles, aber auch wirklich alles auf den Maestro maßgeschneidert wurde.

D. Schostakowitsch - Violasonate, Cellosonate (i. Transkr. f. Viola), Suite aus "Die Hornisse"
Håvard Gimse (Klavier), Lars Anders Tomter (Viola)

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Dmitry Schostakowitsch - Violasonate, op. 147, Cellosonate, op. 40 (in Transkr. f. Viola), Suite für Viola u. Klavier aus "Die Hornisse"

Problematische "klassizistische" Lesart

von Rainer Aschemeier  •  18. August 2011
Best.-Nr.: SOMMCD 030 / EAN: 748871303027

Das soll nicht heißen, dass diese CD schlecht wäre. Durchaus im Gegenteil: Die Solisten sind sehr versiert, der Klang ist recht ordentlich (wenngleich es etwas Trittschall gibt, der manch unschönes Subsonic-“Bollern“ zur Folge hat) und das dargebotene Programm ist sehr reizvoll. Daher gibt es von mir guten Gewissens auch eine Wertung im guten Bereich.

I. Pizzetti - Streichquartette
Lajtha Quartett

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Ildebrando Pizzetti — Streichquartette

Intime Kompositionen für Streichquartett in zeitlos empfehlenswerter Interpretation

von Rainer Aschemeier  •  16. August 2011
Best.-Nr.: 8.570876 / EAN: 747313087679

Unter den Komponisten der italienischen „Generation der 1880er“, ist Ildebrando Pizzetti derjenige, um den es bislang noch am ruhigsten geblieben ist. Die „Generation der 1880er“, mittlerweile ein feststehender Begriff in der Musikgeschichtsschreibung, ist gleichzusetzen mit Namen wie Ottorini Respighi, Alfredo Casella und Gian Francesco Malipiero. Sie gelten zusammengefasst als Erneuerer und als Begründer eines zeitgenössischen E-Musik-Stils in Italien.

E. Reusner - "Delitiae Testudinis", Vol. 1
Paul Beier

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Esaias Reusner - Delitiae Testudinis, Vol. 1

Für Lautenisten und Ornithologen

von Rainer Aschemeier  •  15. August 2011
Best.-Nr.: STR 33867 / EAN: 8011570338679

Es ist schon erstaunlich, was heute alles seinen Weg auf CD findet. Zwar erlebt die Lautenmusik im Allgemeinen scheinbar eine Art „Boom“ am Tonträgermarkt, doch das, was hier auf dem italienischen Label „Stradivarius“ erscheint, ist schon extrem seltenes Repertoire.

The Lviv Lute
Ensemble Sarmatica

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Sarmatica — The Lviv Lute

Herrlich musikpolitisch unkorrekte, folkloristich-schmissige Deutung einer der wichtigsten europäischen Lautenmusiksammlungen. Leider mit Masteringfehler!

von Rainer Aschemeier  •  14. August 2011
Best.-Nr.: DSL-92134 / EAN: 05347921342

Mit „The Lviv Lute“ ist eine Lautentabulatur gemeint, die in der Universität von Lemberg (ukrianisch = Lwiw) aufbewahrt wird, aber auch als Krakauer Lautentabulatur bekannt ist, da es höchstwahrscheinlich ist, dass die Sammlung ab ca. 1553 bis ins frühe 17. Jahrhundert hinein in Krakau zusammengestellt wurde. Diese Lautentabulatur ist gleich aus mehreren Gründen besonders.

I. Strawinsky / P. Pincemaille - Der Feuervogel; Petruschka in Transkriptionen für Orgel
Pierre Pincemaille

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Igor Strawinsky / Pierre Pincemaille — "Der Feuervogel", "Petruschka" (Transkriptionen für Orgel)

P. Pincemailles faszinierende Strawinsky-Transkriptionen: Ein Orgelfeuerwerk der Extraklasse!

von Rainer Aschemeier  •  13. August 2011
Best.-Nr.: SOCD 153 / EAN: 3279791532039

Mit vollkommener Beherrschung des Instruments, schwindelerregender Virtuosität und Sinn für das richtige Registertimbre an der richtigen Stelle, dazu noch unterstützt von Triangel- und Perkussionseffekten, ergibt sich qua CD eine musikalische Erfahrung, die jeder als eigenständige künstlerische Leistung beurteilen wird, der sie einmal gehört hat. Durch die Aufnahmesituation in den offenbar bestens ausgestatteten Räumlichkeiten von Radio France, wurde auch der Klang dieses Orgelfeuerwerks äußerst naturgetreu und frei von dem lästigen Lüfterrauschen aufgezeichnet, das einem recht häufig etwas weniger gut aufgenommene Orgelaufnahmen vermiest.

A. Copland - Quiet City (Welt-Ersteinspielung in Original-Instrumentation)
Christopher Brellochs und div. Sol.

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Aaron Copland - Quiet City (Weltersteinspielung in Originalinstrumentation)

Copland reconstructed

von Rainer Aschemeier  •  12. August 2011
Best.-Nr.: DSL-92135 / EAN: 053479213525

Es ist ein Naturreflex bei Plattensammlern, und das Wort „Weltersteinspielung“ löst ihn aus: Kurzes Zusammenzucken, gedankliches Überschlagen der Repertoire-Reichweite dieses Vorfalls, sodann (bei positiver Prüfung) gedankliches Überschlagen des zur Verfügung stehenden Raums im CD-Ständer und des zur Verfügung stehenden CD-Budgets für den laufenden Monat — Das ganze passiert innerhalb von etwa 30 Sekunden. Plattenfirmen wissen das genau.

Birth of the Violin
Rebekka Hartmann

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Rebekka Hartmann — Birth of the Violin

Geminiani trifft Carrera-Bahn

von Rainer Aschemeier  •  10. August 2011

Vor vier Jahren erschien beim deutschen Label „Solo Musica“ die Veröffentlichung „Birth of the Cello“, auf welcher der Ausnahmecellist Julius Berger auf einem der ältesten bekannten und spielfähigen Violoncelli der Welt, dem wunderschönen „Carlo IX“-Cello von Andrea Amati, zwei der ältesten bekannten Solowerke für Violoncello vorstellte. Das war damals eine rundherum runde Sache und konnte vollauf überzeugen.
Im Juli 2011 nahm „Solo Musica“ dieses überzeugende Konzept erneut auf und veröffentlichte die CD „Birth of the Violin“ mit der Violinistin Rebekka Hartmann.

W. Lutosławski - "Opera Omnia", Vol. 3
NFM Kammerorchester, NFM Philharmonie-Orchester, div. Dir. u. Sol.

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Witold Lutosławski — "Opera Omnia", Vol. 3

Beeindruckender neuer Beitrag zur Reihe mit Lutosławskis Gesamtwerk bei "CD Accord"

von Rainer Aschemeier  •  8. August 2011
Best.-Nr.: ACD 166-2 / EAN: 5902176501662

Die musikalische Entwicklung Lutosławskis verlief also unter Ausprägung eines sehr originellen und authentischen Personalstils, der sich zudem in ständiger Wandlung befand. Hier war jemand, der nicht ständig ein und dasselbe komponierte, sondern der willens war, seinen Stil bis ins hohe Alter immer und immer wieder neu zu hinterfragen und umzugestalten. Das hatte offenbar eine immense Anziehungskraft auf die Zuhörer, zumal man einen Personalstil dieser Güteklasse nur alle Jubeljahre einmal zu Gehör bekommt. Und so muss auch ich gestehen, dass ich den polnischen Altmeister der Moderne für einen der besten Komponisten des 20. Jahrhunderts halte.

Voices of the Rainforest
Meininger-Trio

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Meininger-Trio — Voices of the Rainforest

Keine Angst vorm Regenwald!

von Rainer Aschemeier  •  6. August 2011
Best.-Nr.: PH11039 / EAN: 881488110395

Das Meininger-Trio musiziert (wie man aus den bisherigen Ausführungen sicher schon herauslesen konnte) in der Besetzung Flöte, Klavier und Violoncello. Sämtliche Stücke dieser CD spielt es in einer Präzision, die beachtlich ist, jedoch an Emotionalität und Wärme ebenfalls nichts vermissen lässt. Es ist diese beeindruckende Kombination, welche die hier versammelten Darbietungen wirklich zu etwas ganz Besonderem machen. Die Aufnahme wird durch einen annähernd perfekt eingefangenen Sound abgerundet, der endlich (!) auch mal zeigt, wie tief in den Basskeller ein Klavier hinabreicht.

A. Dvořák - Streichquartette Nr. 9 & 14
Delmé Quartett

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Antonín Dvořák - Streichquartette Nr. 9 & 14

Hyperbrillanter Dvořák aus Großbritannien

von Rainer Aschemeier  •  5. August 2011
Best.-Nr.: SOMMCD 231 / EAN: 748871323124

Beide Stücke werden vom Delmé-Quartett mit großer Hingabe und sehr hohem Können interpretiert. Dabei können vor allem die leisen Parts überzeugen, denn die Piano- und Pianissimo-Stellen werden von den Briten einfach hinreißend gespielt. Es ist ja manchmal nur ein „Hauch“, aber die Emotionalität, die sich dabei entfaltet, kann einem schon den Atem rauben. Diese Einspielung gehört definitiv zu den allerbesten, die ich bei diesem Repertoire gehört habe.

F. Liszt - Etudes d'execution transcendante
V. Ovchinnikov

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Franz Liszt — Etudes d'execution transcendante

Aus den Archiven gehobener Schatz — leider nur in Frankreich erschienen

von Rainer Aschemeier  •  4. August 2011

Diese CD ist der Beweis, dass es immer noch viele Schätze gibt, die seit Jahren und Jahrzehnten in den Archiven der Majorlabels ein trauriges Schicksal fristen. Es wäre zu wünschen, dass bei Veröffentlichungsreihen digital überarbeiteter Klassikalben, die immer als „best of the best“ oder ähnlich superlativ angepriesen werden, nicht immer nur auf die Prominenz der Ausführenden geachtet wird, sondern auch einmal auf die tatsächliche Qualität der Aufnahmen.

P. Moss - Meditation und Psalm, Voyage, Cinq tableaux de Caspar David Friedrich
Poln. Nat.-Radio-Sinfonieorch. Katowice, Michał Klauza, div. Sol.

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Piotr Moss - Meditation und Psalm, Voyage, Cinq tableaux de Caspar David Friedrich

Von Harfen, die mit dem Schlagzeug streiten und sinfonischen Kommentaren zu den Gemälden eines großen Romantikers

von Rainer Aschemeier  •  2. August 2011
Best.-Nr.: DUX 0820 / EAN: 5902547008202

Piotr Moss, 1949 geboren, hatte bei Witold Lutosławski studiert (den ich persönlich für einen der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts halte) und war offenbar auch einer der letzten Schüler Nadia Boulangers, die bekanntlich von Aaron Copland über Quincy Jones bis hin zu Philip Glass eine extrem hohe Anzahl Studenten um sich versammeln konnte, die später zu den einflussreichsten Musikgenies der Gegenwart gehören sollten.

H. Brian - Sinfonien Nr. 20 & 25, Fantastic Variations
Nat. Sinfonieorch. d. Ukraine, Andrew Penny

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Havergal Brian - Sinfonien Nr. 20 & 25; Fantastic Variations on an Old Rhyme

Keine Musik für die "Liebe auf den ersten Blick"

von Rainer Aschemeier  •  30. Juli 2011
Best.-Nr.: 8.572641 / EAN: 747313264179

Ich muss gestehen: Selten stand ich Musik ratloser gegenüber als hier. Natürlich kann man bestimmte „Eckpfeiler“ von Brians Musik aufzählen. Der Stil der Stücke ist durchwegs spätromantisch, jedoch teils an der äußersten Grenze zur radikalen Moderne, manchmal sogar an der Grenze zur freien Atonalität. Dennoch steht Brians Musik mit einem Fuß noch ganz in der Tradition britischer Sinfoniker wie etwa Ralph Vaughan Williams oder Arnold Bax, die auch (zumindest zeitweise) seine Zeitgenossen waren. Gleichzeitig erinnern mich Brians Sinfonien frappierend an die Sinfonien Robert Simpsons, der zeitweise für die BBC tätig war, viel mit Havergal Brian konferierte und sich stark für dessen Musik einsetzte.

W. A. Mozart - Divertimenti für drei Bassetthörner + Harmoniemusik aus "Le Nozze di Figaro"
Stadler Trio

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Wolfgang Amadeus Mozart - Divertimenti für drei Bassetthörner & Harmoniemusik aus "Le Nozze di Figaro"

Reizvolle Wiederveröffentlichung einer Referenzaufnahme

von Rainer Aschemeier  •  26. Juli 2011
Best.-Nr.: GCD c80602 / EAN: 8424562806023

Ein ganz besonderes Kleinod der Musikgeschichte hat die vorliegende Wiederveröffentlichung des spanischen Labels Glossa zum Inhalt. Selten genug lässt sich Kammermusik für drei gleiche Instrumente finden, noch mehr Seltenheitswert hat das Repertoire, wenn es für drei Instrumente gesetzt wurde, die heute höchstens noch Exotenstatus besitzen.
Wahrscheinlich wären deswegen Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimenti für drei Bassetthörner heute in der Klamottenkiste der vergessenen Musikwerke verschollen, wenn, ja wenn Sie eben nicht von Wolfgang Amadeus Mozart wären.

Barbara Mühlenhoff - Goethe und die Musik

Ein neues Buch beleuchtet Goethes Beziehungen zu berühmten Komponisten seiner Zeit und seine Gedanken zur Musik an sich

von Rainer Aschemeier  •  24. Juli 2011
ISBN: 9783650238153

Vor wenigen Tagen erschien das neue Buch der Musikwissenschaftlerin und Musikrezensentin Barbara Mühlenhoff, die einige Leser vielleicht von ihren Konzerteinführungen im Rahmen des Festivals Klevischer Klaviersommer her kennen. Frau Mühlenhoff beleuchtet in ihrem neuesten Buch die Beziehungen des deutschen „Dichterfürsten“ Johann Wolfgang von Goethe zu den Komponisten seiner Zeit sowie seine Gedanken zur Musik als Kunstform.

E. v. Dohnányi & K. Penderecki - Sextette
Ensemble Kheops

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E. v. Dohnányi - Sextett op. 37 & K. Penderecki - Sextett für Klarinette, Horn, Streichtrio und Klavier

Rare Sextette für Entdecker

von Rainer Aschemeier  •  23. Juli 2011
Best.-Nr.: FUG585 / EAN: 5400439005853

Ein sehr spannendes Programm serviert uns die belgische Kammermusikformation „Ensemble Kheops“ auf ihrer neuesten CD, die beim französischen Label „Fuga Libera“ erscheint. Es werden hier nämlich zwei Hauptvertreter der osteuropäischen Moderne einander gegenübergestellt, von denen der eine (Ernő von Dohnányi) ein weitgehend vergessenes „Überbleibsel“ modern angestrichener Spätromantik der Jahrhundertwende darstellt, während der andere (Krzysztof Penderecki) ein mittlerweile gemäßigter Ex-Avantgardist und einer der bekanntesten Komponisten unserer Zeit ist.

C. P. Stamitz & F. A. Hoffmeister - Violakonzerte
Baltimore Chamber Orchestra - Markand Thakar; Viola: Victoria Chang

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C. P. Stamitz & F. A. Hoffmeister - Violakonzerte

Raritäten aus Mannheimer Schule und Wiener Klassik in wenig aufregenden Darbietungen

von Rainer Aschemeier  •  21. Juli 2011
Best.-Nr.: 8.572162 / EAN: 74313216277

Das eigentlich Besondere an dieser neuen Naxos-CD ist jedoch die Tatsache, dass hier Bratschenkonzerte aus der Mannheimer Schule und der Wiener Klassik erklingen, Konzerte für ein Instrument also, dass damals wie heute nur selten als Soloinstrument eingesetzt wird. In der Wiener Klassik muss es allerdings noch deutlich seltener als heute vorgekommen sein, dass die Viola solistisch zum Einsatz kam. Dies wird auch deutlich durch die sehr lückenhafte Quellensituation, die den hier eingespielten Stücken zugrunde liegt.

Glosas
More Hispano - V. Parilla

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More Hispano & Vicente Parilla - "Glosas"

Mut zur Stille

von Rainer Aschemeier  •  16. Juli 2011
Best.-Nr.: CD-16285 / EAN: 4032324162856

Die Ausführenden bieten auf „Glosas“ eine Art „Hitparade“ der Renaissance-Musik, die sie in unterschiedlichen Besetzungen neu interpretieren. Manche Stücke erklingen mit dem wunderbar natürlichen, man möchte sagen „naturschönen“, Gesang von Sopranistin Raquel Andueza, andere Stücke erklingen im Ensemble mit der Begleitung von Violen, Cembalo und einer (herrlich aufgenommenen) Renaissance-Trommel. Die allermeisten Kompositionen stellen jedoch den warmen Klang von Vicente Parillas Blockflöten den Klängen der Laute gegenüber, die durch das Spiel von Jesús Fernández in unaufdringlicher Art und Weise zum unverzichtbaren Bestandteil dieser Musik wird.

A. Borodin - Sinfonien (Gesamtaufn.)
Seattle Symphony - G. Schwarz

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Alexander Porfirjewitsch Borodin - Sinfonien (Gesamtaufnahme)

Russische Seele und amerikanisches Blech

von Rainer Aschemeier  •  14. Juli 2011
Best.-Nr.: 8.572786 / EAN: 747313278671

Die hiermit neu erscheinende Gesamteispielung der Sinfonien Borodins bei Naxos trifft also auf ein Feld starker Konkurrenzeinspielungen. Doch Naxos muss sich nicht verstecken, denn mit der Seattle Symphony unter der seit Jahrzehnten bewährten Leitung von Gerard Schwarz, der auch am Pult des Radiosinfonieorchesters Berlin häufig anzutreffen ist, wartet das Label mit einer äußerst hochkarätigen Besetzung auf. Außerdem ist der Augenblick günstig, denn eine aktuelle Einspielung — auf auch klanglich aktuellem Niveau — hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben.

H. Genzmer - Orchesterwerke Vol. IV
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern - W. A. Albert

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Harald Genzmer - Orchesterwerke Vol. IV

Hindemiths wichtigster Schüler in erneut beispielhafter Einspielung gewürdigt

von Rainer Aschemeier  •  12. Juli 2011
Best.-Nr.: CTH 2560 / EAN: 4003913125606

Harald Genzmer gilt als wichtigster Schüler Paul Hindemiths; wichtig deswegen, weil er nicht nur Hindemiths Bekenntnisse zur erweiterten Tonalität einerseits und zur Laienmusik andererseits aufgenommen und fortentwickelt hat, sondern auch, weil er mit seiner Musik zunächst eine enorme Breitenwirkung erzielen konnte. Er komponierte seine Stücke stets nach dem von ihm definierten Motto: „Musik soll vital, kunstvoll und verständlich sein. Als praktikabel möge sie den Interpreten für sich gewinnen, als erfassbar sodann den Hörer.“

G. J. Werner - Musikalischer Kalender
Aura Musicale

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Gregor Joseph Werner - Musikalischer Kalender

Optimales Geschenk für Hörer, die schon "alles" haben...

von Rainer Aschemeier  •  10. Juli 2011
Best.-Nr.: HCD 32654-55 / EAN: 5991813265425

Diese wunderbare Neuveröffentlichung von Hungaroton ist eine willkommene Wiederentdeckung mit sehr schöner Musik und einem hübsch gestalteten, informativen Booklet. Eigentlich das optimale Geschenk für Leute, die sonst schon alles haben… Gleichwohl: Wirklich „wegweisend“ oder von herausragender Bedeutung ist diese Musik nicht. Dafür hat Joseph Haydn dann später schon gesorgt, indem er den von seinem Vorgänger begonnenen programmatischen Ansatz auf alles ausdehnte, was nicht bei Zehn auf den Bäumen war… Hühner, Uhren, Tageszeiten…

The Art of Vivaldi's Lute
The Bach Sinfonia, Daniel Abraham; Ronn McFarlane (Laute)

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Antonio Vivaldi - "The Art of Vivaldi's Lute"

Von verschwindenden Lauten und fehlenden Cembali

von Rainer Aschemeier  •  8. Juli 2011
Best.-Nr.: DSL-92132 / EAN: 05347921322

Auf ihrem aktuellen Album „The Art of Vivaldi’s Lute“ bietet man ein buntes Programm von Werken des venezianischen Barockkomponisten, in denen die Laute mal mehr, mal weniger prominent eine Rolle spielt. Solche Zusammenstellungen gab es schon häufig auf dem Klassikmarkt. Also musste eine besondere „Idee“ her, die das Album mit dem notwendigen „Alleinstellungsmerkmal“ (so nennen das die Vertriebsleute gern, wenn ihnen die Qualität der Aufführung oder die Prominenz der Ausführenden allein nicht ausreicht, um die CD als gut verkäuflich zu betrachten) auszustatten. Die Ausführenden entschieden sich dazu, Vivaldis Musik ohne Cembalo aufzuführen und die Basso-Continuo-Begleitung per Theorbe zu erledigen.

R. Schumann - Klaviertrios (Gesamtaufn.)
Ilya Gringolts, Peter Laul, Dmitry Kouzov

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Robert Schumann - Klaviertrios (Gesamtaufnahme)

Introvertierte Deutung mit viel russischem "Schmelz"

von Rainer Aschemeier  •  3. Juli 2011

Vor zwei Tagen hatten wir bereits die EMI-Neueinspielung der Schumannschen KLaviertrios in der Aufnahme mit Leif Ove Andsnes, Christian Tetzlaff und Tanja Tetzlaff in höchsten Tönen gelobt (http://www.incoda.de/listener/reviews/204/robert-schumann-klaviertrios-gesamtaufnahme). Nun folgt die Onyx classics-Version, die ebenfalls mit einer beeindruckenden Starbesetzung aufwarten kann. Bei Onyx (einem Label, das anno 2005 vom ehemaligen Senior Executive des mittlerweile leider eingestellten Edel-Labels DECCA gegründet wurde) musiziert mit Ilya Gringolts (Violine), Peter Laul (Klavier) und Dmitry Kouzov (Cello) eine durch und durch russisches Aufgebot namhafter Solisten.

"A Meeting Place" - Medieval & Renaissance Music for Lute & Ud
A. Denhard (Laute) & M. N. Beken (Ud)

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" A Meeting Place" - Mittelalter- und Renaissancemusik für Laute und ͑Ūd

Musikalisches "Meeting" der ungewöhnlicheren Sorte

von Rainer Aschemeier  •  28. Juni 2011
Best.-Nr.: DSL-92133 / EAN: 05347921332

Die CD „A Meeting Place“ geht zum einen der Frage nach, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten die beiden Zupfinstrumente verbinden bzw. voneinander trennen. Zum anderen geht das Programm dieser Neuveröffentlichung jedoch noch darüber hinaus: Es hinterfragt nämlich auch, ob das, was wir heute als „clash of the cultures“ empfinden, in Mittelalter und Renaissance nicht eher „an der Tagesordnung“ war. Nicht zuletzt durch Pilgerreisen ins „Heilige Land“ und die Kreuzzüge waren doch eine ganze Reihe von Europäern — darunter sicher auch viele Musiker — mit „morgenländischen“ Klängen in Kontakt gekommen. Die Frage ist, ob sich dies im Umkehrschluss dann auch auf die europäische „Szene“ dieser Zeit übertrug.

R. Schumann - Klaviertrios (Gesamtaufn.)
L. O. Andsnes, Ch. Tetzlaff, T. Tetzlaff

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Robert Schumann - Klaviertrios (Gesamtaufnahme)

Deutsch-norwegischer Wirbelwind...

von Rainer Aschemeier  •  26. Juni 2011
EAN: 5099909418028

Man muss bei solchen All-Star-CDs immer etwas vorsichtig sein, denn nur allzu oft treffen sich weniger drei große Musiker zum Kammermusikstelldichein, als vielmehr drei große Egos zum musikalischen Ringkampf. Es gibt viele missglückte Beispiele der zuletzt genannten Gattung; man muss sie hier nicht aufführen. Fast jeder Klassik-Fan fällt einmal auf die Ankündigung großer Namen herein, die dann im Endeffekt doch nur Durchschnittliches zustande bringen. Wie verhält es sich nun bei diesem „Trio“ bestehend aus Andsnes und den Tetzlaff-Geschwistern?

Harmonia Caelestis
Lajos Lencsés, verschdn. Orch.

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Lajos Lencsés - "Harmonia Caelestis"

Harmonie mit Abstrichen

von Rainer Aschemeier  •  23. Juni 2011
Best.-Nr.: BR 100 372 CD / EAN: 4011563103721

Ich freue mich sehr, dass wir an dieser Stelle einmal eine Bayer Records-CD besprechen können, denn das tapfere kleine Label ist mir mit seiner Beharrlichkeit, seiner beeindruckenden Veröffentlichungspalette (die auch viele Repertoireseltenheiten umfasst) und seinen qualitativ oft genug hochwertig zu nennenden CDs schon seit Langem sehr sympathisch.

F. Poulenc - Konz. f. zwei Klaviere, Suite Française, Concert Champêtre
Anima Eterna, Jos v. Immerseel, verschdn. Solisten

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Francis Poulenc - Zwei Konzerte & "Suite Française"

Referenzeinspielung der schönsten Werke eines verkannten Meisters

von Rainer Aschemeier  •  17. Juni 2011
Best.-Nr.: ZZT 110403 / EAN: 3760009292475

Poulenc, der einst der „Groupe des Six“ angehörte, einem Zirkel französischsprachiger Komponisten, die sich auf die Fahnen geschrieben hatten, romantische Schwerfälligkeit aus der Musik ihrer Zeit zu fegen und mit unterschiedlichen Stilmitteln einen „frischen Wind“ zu kreieren, der bei allen „Mitgliedern“ dieser losen Gruppierung ganz unterschiedlich ausfiel. Im Falle von Francis Poulenc lag der „frische Wind“ zum einen in einer Zuneigung zur Neoklassik und zum anderen in einer Vorliebe für die Unterhaltungsmusik der Zwanziger- und Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts. Letzteres mag ein Grund dafür sein, dass Poulencs Schaffen heute von vielen als nicht ganz als „vollwertig“ wahrgenommen wird.

R. Vaughan Williams - Sinfonien Nr. 5 & 6
Academy of St.-Martin-in-the-Fields - N. Marriner

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Ralph Vaughan Williams - Sinfonien Nr. 5 + 6

Das CD gewordene Glück des Jägers und Sammlers

von Rainer Aschemeier  •  15. Juni 2011
Best.-Nr.: RETR0006 / EAN: 5065001863165

Zwar mag sich die Welt seit der Steinzeit ungeheuerlich entwickelt haben, doch der „Sammler und Jäger“ in uns existiert weiter im Genom und führt dazu, dass sich erwachsene Menschen (meistens Männer) auf CD- u d Schallplattenbörsen mit gesenkten Häuptern in Kisten vertiefen und nach dem „Erlegen“ einer lang gejagten Beute nicht selten in spontane Freudentänze ausbrechen. Seit der Erfindung des ziemlich sinnlosen Claims „digitally remastered“ (schließlich musste auch in den Achtzigerjahren schon jede CD digital gemastert werden, damit sie einmal CD werden kann) sieht man diese illustren Gestalten seltener auf Börsen lungern, denn wir schwelgen heute in nie dagewesenem Überfluss. Es muss festgestellt werden: Beinahe alles, was das Herz begehrt, ist derzeit auch auch verfügbar.

A. Schnittke - Violinsonaten (Gesamtaufn.)
Carolyn Huebl & Mark Wait

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Alfred Schnittke - Violinsonaten (Gesamtaufnahme)

Das letzte Kompositionsgenie des 20. Jahrhunderts in einer Referenzaufnahme

von Rainer Aschemeier  •  11. Juni 2011
Best.-Nr.: 8.570978 / EAN: 7473313097876

Unter diesen ganz großen Komponisten muss zweifellos auch der Wolgadeutsche Alfred Schnittke (1934-1998) genannt werden. David Geringas sagte beispielsweise von Schnittkes „Epilog“ aus dem Ballett „Peer Gynt“ für Cello, Klavier und Tonband, dass es das beste Stück für Cello und Klavier seit Beethovens Cellosonaten sei – und das bedeutet: Alleroberste Kategorie!

A. Casella - Sinfonie Nr. 3 + Elegia eroica
Orchestra Sinfonica di Roma - Francesco La Vecchia

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Alfredo Casella - Sinfonie Nr. 3 + Elegia eroica

Die vielen Gesichter des Alfredo Casella

von Rainer Aschemeier  •  8. Juni 2011
Bestell-Nr.: 8.572415 / EAN: 747313241576

Alfredo Casella war und ist bis heute eine sehr umstrittene und auch undurchsichtige Figur: Er folgte nicht nur der faschistischen Kulturästhetik des Mussolini-Regimes, er vertrat sie auch aus vollem Herzen — und komponierte Musik, die 1935 in Wien von den Nationalsozialisten als „nicht erwünscht“ einsortiert wurde und somit praktisch nicht mehr aufführbar war. Er war ein bekennender, laut lospolternder Antisemit und tat zum Teil herbe Äußerungen in diese Richtung — und heiratete doch eine französische Jüdin. Er verscherzte es sich aufgrund seiner unnachgiebigen Starrköpfigkeit mit vielen Musikerkollegen — und wurde doch von allen, selbst von den größten Komponisten seiner Zeit, wie etwa Bartók und Strawinsky, geachtet, während Casellas Werk von so namhaften (und unzweifelhaft als „political correct“ eingestuften) Dirigenten wie etwa Christopher Hogwood oder Peter Maag aufgeführt und propagiert wurde.

W. A. Mozart - Divertimento KV 563
H. Kraggerud, L. A. Tomter, Ch. Richter

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Mozart - Divertimento, Es-Dur KV 563

(Fast) perfekte Wiedergabe eines musikalischen Weltwunders

von Rainer Aschemeier  •  2. Juni 2011
Bestell-Nr.: 8.572258 / EAN-Code: 747313225873

Wenn wir eines lernen aus dem sehr informativen Booklet der bei Naxos brandneu erschienenen Neueinspielung von Mozarts Divertimento KV 563, dann das: Mozart war ein begnadeter Komponist aber wohl ein miserabler Billiard-Spieler. Billiard nämlich war das bevorzugte Spiel der Wiener „High Society“ des 18. Jahrhunderts, und Mozart war als gefragter „Promi“ scheinbar bei so mancher Partie mit dabei. Mozart verdiente üppig, und brauchte trotzdem ständig Geld. Warum? Neben seiner Vorliebe für das Luxusleben allgemein (man fand z. B. Quittungen über vom Mittelmeer nach Wien gelieferte Meeresfrüchte in seinem Nachlass), lag es wohl auch an einer ausgeprägten Leidenschaft für’s Spiel.

G. Ferlendis - Sämtliche Orchesterwerke
Orchestra "G. Ferlendis"; PierAngelo Perlucchi, Marino Bedetti (Solist)

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Giuseppe Ferlendis - Sämtliche Orchesterwerke

Mozarts Oboist der Wahl

von Rainer Aschemeier  •  29. Mai 2011
Bestellnummer: TC750602 / EAN-Code: 8007194104899

1777 trat Giuseppe Ferlendis in die fürsterzbischöfliche Kapelle von Hieronymus Graf Colloredo ein, jenem Colloredo, der etwas später den jungen Wolfgang Amadeus Mozart unsanft per Fußtritt darauf aufmerksam machen sollte, dass sich der junge Herr Hofcompositeur bitte mehr um das Musizieren und weniger um das Reisen zu kümmern habe. 1778 war auch für Ferlendis schon wieder Schluss in der Kapelle des Grafen, doch in der Zwischenzeit hatte es ein bedeutendes Ereignis gegeben.

Mission accomplished!

Zum ersten Mal in der Geschichte der Tonaufzeichnung werden die Sinfonien Alfredo Casellas als Gesamtaufnahme verfügbar sein

von Rainer Aschemeier  •  28. Mai 2011

Im Juni 2011, 64 Jahre nach dem Tod des Komponisten, ist es endlich soweit: Mit der Einspielung der drei Sinfonien des Italieners Alfredo Casella wird das Naxos-Label wieder einmal seinem Ruf als Komplettisten- und Entdeckerlabel gerecht werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Tonaufnahme werden zu diesem Zeitpunkt nämlich alle drei Sinfonien Casellas als Gesamtaufnahme vorliegen.

A. Vivaldi - "Giorno e Notte"
Conrad Steinmann, u. a. Solisten

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A. Vivaldi - "Giorno e Notte" (Flötenkonzerte)

"Vivaldi goes Greek"

von Rainer Aschemeier  •  25. Mai 2011

Bei Conrad Steinmann ist Vivaldi jedenfalls kein reiner „E-Musiker“, sondern auch ein „Volksmusiker“, der wesentliche Einflüsse auch aus der Mittelmeerfolklore bezieht – und dieser Ansatz ist gerade im Fall von Blockflötenkonzerten womöglich nicht eben der Falscheste. Man kann jedoch ruhig auch annehmen, dass dieser Ansatz bei Conrad Steinmann gewissermaßen „Programm“ ist, denn der Musiker, der auch als Musikwissenschaftler arbeitet, beschäftigt sich intensiv und experimentell mit der Erforschung und Aufführung der ältesten Musik, die wir kennen, nämlich jener der Aulos-Spieler aus dem alten Griechenland.

Beethoven - Septett op. 20; Sextett op. 71
Scharoun-Ensemble

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Beethoven - Septett op. 20 & Sextett op. 71

Eine Referenzaufnahme (fast) ohne Makel

von Rainer Aschemeier  •  24. Mai 2011

Stichwort „andere Aufnahmen“: Im Rahmen eines Interpretationsvergleichs ließ ich das Scharoun-Ensemble in Sachen Sextett gegen Aufnahmen von Mozzafiato (Sony Classics) und Otetto Italiano (Arts Music) antreten und schickte die Berliner in Sachen Septett gegen das Academy of St. Martin-in-the-Fields Chamber Ensemble (chandos) sowie eine Kammerbesetzung des Tonhalle Orchesters Zürich (Arte Nova) ins Feld. In allen Fällen waren die Leistungen des Scharoun-Ensembles nicht einfach nur besser, sondern geradezu überragen überlegen.

Avenging Angel
Craig Taborn

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Craig Taborn - Avenging Angel

Racheengels großer Auftritt

von Rainer Aschemeier  •  19. Mai 2011

Craig Taborn ist mit „Avenging Angel“ ein ganz großer Wurf gelungen und ECM darf stolz darauf sein, ein so wunderbares Album veröffentlichen zu dürfen — auch wenn die Kunden, die sich für solche Musik interessieren womöglich äußerst „überschaubar“ bleiben dürfte. Taborns erste ECM-CD ist erfreulicherweise weder etwas für unterkühlt-loungige Cocktail-Schlürfer, noch etwas für hochgeistige Avantgarde-Snobs, noch etwas für eingefleischte Jazz-Puristen. Es ist einfach ein Album für Leute mit Gefallen an richtig gutem Musikgeschmack — und ich nehme polemischerweise mal an, da bleibt heutzutage vielleicht noch ein knappes Prozent der „Masse“ übrig. Oder sehe ich die Dinge zu schwarz?

A. Ginastera - Cellokonzerte
Bamberger Symphoniker - Lothar Zagrosek; Cello: Mark Kosower

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Ginastera - Cellokonzerte Nr. 1 + Nr. 2

Erneut eine Spitzenaufnahme aus Bamberg

von Rainer Aschemeier  •  17. Mai 2011

Heureka! Wie selten hat man das, dass man eine CD am liebsten abknutschen würde, und vom weit geöffneten Fenster aus in die Welt hinausrufen möchte: „Mitbürger, die Ihr spannende Musik wertschätzt: Kauft diese Einspielung!!!“? Richtig: Das hat man sehr, sehr selten mal. Umso erfreulicher, dass wir hier nun eine CD dieser raren Gattung besprechen dürfen.

C. Debussy - Orchestermusik Vol. 6
Orchestre National de Lyon - Jun Märkl

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Debussy - Orchestermusik Vol. 6

Leidenschaftsloser Maskenball

von Rainer Aschemeier  •  17. Mai 2011

Hifi-Fans kommen bei der erneut glänzenden Aufnahmetechnik des Naxos-Labels und seinem Haus- und Hof-Tonmeister Tim Handley voll auf ihre Kosten. Man hat nicht nur das Gefühl, die einzelnen Instrumentengruppen wie mit dem Messer getrennt serviert zu bekommen, sondern selbst innerhalb der Instrumentensektionen vermeint man einzelne Violinen, einzelne Bläser, usw. trennscharf ausmachen zu können. Die Harfen wurden hierbei besonders enthusiastisch nach vorne gemischt, was den Effekt zur Folge hat, dass im Verlauf der gesamten CD die Harfentöne wie Perlen aus den Lautsprechern kullern. Das vermag zweifellos zu faszinieren, kann jedoch die Eiseskälte von Märkls nächtlichem Maskentanz nicht wiedergutmachen.

Jennifer Higdon - The Singing Rooms
Atlanta Symphony Orchestra and Chorus - Robert Spano (Dir.), Jennifer Koh (Violine)

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Musik von Higdon, Singleton, Skrjabin

Ekstatischer Sahnehappen

von Rainer Aschemeier  •  29. April 2011

Das Atlanta Symphony Orchestra gilt spätestens seit der Verpflichtung seines derzeitigen GMD Robert Spano vor zehn Jahren nicht nur als eines der allerbesten, sondern auch als eines der abenteuerlustigsten Orchester Amerikas – vielleicht sogar der Welt. Eine CD-Veröffentlichung wie die hier vorliegende würde, käme sie von den Berliner Philharmonikern mit Simon Rattle, Aufschreie des Entsetzens unter denjenigen hervorrufen, die meinen, das sich gute Musik lediglich in einem Zeitkorridor zwischen Haydn und Strauss abspielt und dass ein großes nationales Orchester schließlich für etwas anderes, das ja dann sowieso nur „B-Liga“ sein könnte – zumal, wenn es aus Amerika stammt – „zu schade“ sei. Wie engstirnig und langweilig ist doch der Großteil der deutschen und europäischen Klassik-Szene!

J. C. Bach - Klaviersonaten Op. 5
Susan Alexander-Max

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J. C. Bach - Klaviersonaten Op. 5

Londoner Bach auf dem Clavichord

von Rainer Aschemeier  •  6. April 2011

Wer glaubt, die Sonaten Op. 5 von Johann Christian Bach nicht zu kennen, möge sich und sein CD-Regal noch einmal prüfen. Immerhin hat kein Geringerer als der kleine Wolfgang Amadeus Mozart im Rahmen einer Familienreise nach London drei der hier vorgestellten Klaviersonaten des Bach’schen Opus 5 zu den drei Mozart’schen Klavierkonzerten umgearbeitet, die zusammengefasst als KV 107 durchaus ein paar Reinkarnationen auch auf Schallplatte erlebt haben.

Franz Schubert - Die 10 Sinfonien
Neville Marriner, Academy of St. Martin-in-the-Fields

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Franz Schubert - 10 Symphonien

Die kompletteste erhältliche Schubert Sinfonienbox

von Rainer Aschemeier  •  23. März 2011

Die vorliegende Box wurde zwischen November 1981 und Januar 1984 aufgenommen und 1985 erstmals als Gesamtedition bei Philips Classics veröffentlicht. Da es auch seinerzeit schon eine ganze Reihe von Schubert-Komplett-Packs gab, hat man für die vorliegende Edition tief in die Trickkiste gegriffen und selbstbewusst von „10 Sinfonien“ auf dem Cover gesprochen.

Beethoven And His Teachers
Cullen Bryant & Dmitry Rachmanov

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Beethoven und seine Lehrer - Musik für Klavier, vierhändig

Aufschlussreiche Schwelgerei im Originalklang

von Rainer Aschemeier  •  22. März 2011

Horcht man allerdings der besprochenen CD mit zwei so schön klingenden und gut aufgenommenen Instrumenten wie den hier zu hörenden Flügeln von Caspar Katholnig (ca. 1805-1810) und Johann Nepomuk Tröndlin (1830), fragt man sich, ob das nicht doch deutlich (!) schöner ist, als der gleichmacherische, „patentierte“ Steinway-Sound, der uns heute von wirklich jeder Bühne entgegentönt.

Robert Schumann - Musik für Cello und klavier
Karine Georgian & Jan Willem Nelleke

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Robert Schumann - Musik für Cello und Klavier

In die Irre geführt

von Rainer Aschemeier  •  22. März 2011

Kenner werden ob des Titels der hier besprochenen CD womöglich stutzen, denn der Anteil Musik, den Robert Schumann neben seinem furiosen Cellokonzert noch für das Instrument komponiert hat, ist (vermeintlich) verschwindend gering. Lediglich eine Kammermusikkomposition ist überliefert, die zudem kaum ein CD-füllendes Programm darstellen würde. Wie also haben Karine Georgian und Jan Willem Nelleke die vorliegende CD überhaupt zusammenstellen können?

Russische Musik für Cello und Klavier
Wendy Warner & Irina Nuzova

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Wendy Warner & Irina Nuzova - Russische Musik für Cello und Klavier

Schwelgerische Musik angenehm nüchtern interpretiert

von Rainer Aschemeier  •  17. November 2010

Eine CD, die sich der Verbreitung seltenst zu hörender und zutiefst originär russischer Musik widmet, würde man auf den ersten Blick nicht unbedingt beim Label Cedille vermuten. Denn „Cedille Records“ ist das Plattenlabel der Chicago Classical Recording Foundation, einer Stiftung, die sich der Dokumentation von Tonaufnahmen von Künstlern aus dem Großraum Chicago gewidmet hat und in den sonst finanziell doch eher unspaßigen USA tatsächlich von der Steuer befreit ist. Fördert der US-amerikanische Staat also nun den alten Klassenfeind?

E. Rautavaara - Sinfonien Nr. 1-8
versch. Orch. und Dirig.

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Einojuhani Rautavaara - Sinfonien Nr. 1-8

Zwischen Avantgarde und Establishment

von Rainer Aschemeier  •  8. Juni 2009

Wie man es auch dreht und wendet: Bei Einojuhani Rautavaara scheiden sich die Geister. Jeder sollte die Musik des Finnen selbst erleben, damit sie oder er sich ein Bild davon machen kann. Lohnen tut sich das auf alle Fälle, denn es gibt nicht viele Komponisten in diesen Tagen, die nicht nur zu einer eigenständigen Tonsprache gefunden haben (das hat Rautavaara nämlich ganz zweifellos), sondern bei denen man so schön und wie in einem offenen Buch die Entwicklung eines Komponisten „nachlesen“ kann, wie in diesen acht Sinfonien.

Igor Strawinsky - Sinfonie in C; Sinfonie in drei Sätzen, Oktett, "Dumbarton Oaks"
Philharmonia Orchestra; Orchestra of St. Luke's - Robert Craft

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Igor Strawinsky - Zwei Sinfonien, Oktett, Konzert "Dumbarton Oaks"

Robert Craft beleuchtet Strawinskijs Neoklassizismus

von Rainer Aschemeier  •  2. Februar 2009

In schöner Regelmäßigkeit – wenngleich in für meinen Geschmack viel zu langen Zeitabständen – veröffentlicht das Naxos-Label tapfer die populären und weniger populären Orchesterwerke Igor Strawinskijs. Was ist das Besondere daran? Naxos hat die Aufnahmen des Dirigenten Robert Craft wieder ausgegraben, die dieser in den 1990er Jahren mit verschiedenen Ensembles bei den Labels Music Masters (ein leider mittlerweile pleite gegangenes, wegen seiner audiophilen Aufnahmen bis heute legendäres US-Klassik-Label) sowie Koch/Schwann realisierte.

Felix Mendelssohn Bartholdy - Sämtliche Meisterwerke
verschiedene Interpreten

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Felix Mendelssohn Bartholdy - "sämtliche Meisterwerke"

Zum Vererben schön!

von Rainer Aschemeier  •  17. Januar 2009

Die rund 50 Euro in die 40-CD-Box sind hervorragend investiertes Geld. Außer den Sinfonien, dem ersten Violinkonzert und einigen Klavierstücken kommt man hier alternativlos durchs ganze Leben. Falls es in 40 Jahren noch CD-Player gäbe, dann wäre das eine Sammlung, die man gern vererben würde. Es gibt hier einzigartig gute Musik zu entdecken, und es ist völlig unverständlich, warum Mendelssohn nicht mindestens genauso häufig zu hören ist, wie seine heutzutage prominenteren Zeitgenossen.

Gian Francesco Malipiero - Sinfonien Vol. 1
Moskauer Sinfonieorchester - Antonio de Almeida

Gian Francesco Malipiero - Sinfonien Vol. 1

Moskauer Sinfonieorchester - Antonio de Almeida

von Rainer Aschemeier  •  14. Dezember 2008

Diese Aufnahmen von Sinfonien des hochinteressanten italienischen Komponisten Gian Francesco Malipiero sind jedoch – man muss es leider so hart formulieren – ein Verbrechen an der Menschheit. Und zwar ein besonders schlimmes Verbrechen: Ein Verbrechen der Art „Es hätte so schön sein können, wenn…“ Situationen dieser Art sind schon im Leben häufig genug und meistens kaum zu ertragen, deswegen ist es ein besonders schlimmes Vergehen, wenn eine Plattenfirma einen solchen Zustand auch noch auf CD presst, sodass ihn sich der unbescholtene Hörer immer wieder vor Ohren führen muss.

B. Bartók - Der holzgeschnitzte Prinz
Bournemouth Symphony Orchestra - Marin Alsop

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Béla Bartók - Der holzgeschnitzte Prinz

Bartók im Märchenland

von Rainer Aschemeier  •  10. März 2008

Die Bernstein-Schülerin Marin Alsop, die in der jüngeren Vergangenheit mit dem Bournemouth Symphony Orchestra in schöner Regelmäßigkeit völlig unkalkulierbare Aufahmen vorgelegt hatte, deren Qualität von „eher mittelmäßig“ bis hin zu Prädikat „Referenzcharakter“ reichten, präsentiert mit ihrer Interpretation des frühen Bartók-Ballets eine höchst gelungene und deshalb höchst willkommene Ergänzung der Bartók-Diskografie.

Igor Strawinsky - Späte Ballette
diverse Orchester und Solisten - Robert Craft

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Igor Strawinsky - "Later Ballets"

Philharmonia Orchestra, London Symphony Orchestra, Twentieth Century Classics Ensemble, Orchestra of St. Lukes - Robert Craft

von Rainer Aschemeier  •  27. Dezember 2007

Die nunmehr neunte Ausgabe von Strawinsky-Werken in Naxos’ löblicher „Robert-Craft-Collection“ beinhaltet Ballettspätwerke, die im Gegensatz zu den frühen Balletten des Komponisten (Feuervogel, Petruschka, Le Sacre du Printemps) leider ein Schattendasein im internationalen Repertoire führen.

Johann Stamitz - Klarinettenkonzert & Sinfonien -
Academy of Ancient Music - Christopher Hogwood

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Johann Stamitz - Klarinettenkonzert B-Dur, Symphonie G-Dur, Symphonie op. 4 Nr. 2, Symphonie op. 3 Nr. 2

Kratzbürstige Wiederentdeckung

von Rainer Aschemeier  •  24. Dezember 2007

Einspielungen wie diese waren es wohl, die einst kampfeslustige Diskussionen um Pro und Contra der historischen Aufführungspraxis einläuteten. „Muss das eigentlich so schräg und kratzig klingen?“ mag sich manch einer gefragt haben.

Barber, Ives, Copland, Cowell, Creston
Academy of St. Martin-in-the-Fields - Sir Neville Marriner

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Barber, Ives, Copland, Cowell, Creston

Academy of St. Martin-in-the-Fields - Sir Neville Marriner

von Rainer Aschemeier  •  18. Juli 2007

Es gibt gewisse CD’s, an die geht man einfach nicht unbefangen heran. Meist sind dies solche Tonträger, die einem in früher Jugend begegnet sind und die einen aus irgendeinem Grund seitdem nicht mehr losgelassen haben. Mit der vorliegenden Veröffentlichung des allseits bekannten Decca-Labels ist just dies wieder einmal geschehen.

"Alle Meisterwerke"
Ludwig van Beethoven

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Ludwig van Beethoven - "Meisterwerke"

Box mit 60 CDs in Wallets plus E-Booklet und Libretti auf CD-Rom

von Rainer Aschemeier  •  7. Mai 2007

Der eine wird begeistert sein, der nächste entsetzt: In das seit einiger Zeit beliebte „Bitte alles auf einmal“-Programm des niederländischen Wiederverwertungslabels Brilliant Classics steigen jetzt offenbar die Majors ein. Warum auch nicht?

Diebstahl im Reich der Tasten

Der kuriose Skandal um die Pianistin Joyce Hatto

von Rainer Aschemeier  •  24. Februar 2007

Eine skandalöse Meldung des britischen „Grammophone“-Magazins sorgte unlängst für gestiegene Schweißabsonderungen auf den Stirnen von Klassikliebhabern und Klassiklabels gleichermaßen. Noch ist unabsehbar, welche Auswirkungen der sog. „Hatto-Skandal“ auf die Klassik-CD-Branche haben wird. Ein simpler Vorgang war der Auslöser für eine der kuriosesten Skandal-Geschichten, die die Tonträger-Branche bislang hervorgebracht hat.

Charles Ives - Symphonien Nr. 1 & Nr. 4
Dallas SO - Andrew Litton

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Charles Ives - Symphonien Nr. 1 & 4

(SACD)

von Rainer Aschemeier  •  9. Februar 2007

Charles Ives – der zu seinen Lebzeiten mehr als Versicherungskaufmann denn als Komponist von sich reden machte – ist aus heutiger Sicht eines der verkannten Genies der Musikgeschichte. Er experimentierte bereits mit Zwölftonexperimenten als Brahms noch lebte (!) und Schönberg noch nicht mal an Zwölftonreihen dachte. Polymetrik, Collage, graphische Notation, Bitonalität, Clusterbildung, etc. – all das findet sich bei Ives sehr früh, teilweise musikgeschichtlich sogar erstmals.

Paul Hindemith - Klaviermusik
Christian Seibert

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Paul Hindemith - Klaviermusik

Klaviersonate Nr. 3 - In einer Nacht op. 15 - Tanzstücke op. 19

von Rainer Aschemeier  •  9. Februar 2007

In Zeiten in denen allgegenwärtig wieder die Klassik-Krise postuliert oder zumindest diskutiert wird (s. z.B. die neueste Ausgabe des Magazins „Crescendo“), bringt mich die hier besprochene CD auf einen Gedanken: Klassik-Krise hin oder her, von einer Interpreten-Krise kann jedenfalls nicht die Rede sein.

Darius Milhaud - Klavierkonzerte Nr. 1-5
SWR RO Kaiserslautern - A. Francis, M. Korstick

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Darius Milhaud - Musik für Klavier und Orchester (Gesamtaufnahme)

SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern - Alun Francis, Michael Korstick

von Rainer Aschemeier  •  24. November 2006

CD-Einspielungen von Werken Darius Milhauds sind heutzutage selten geworden. Dabei zählte Milhaud einst zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit. Als Mitglied des avantgardistischen frankophonen Komponistenbunds „Les Six“ befand er sich in den 1920er und 30er Jahren in der illustren Gesellschaft von Francis Poulenc, Germaine Tailleferre, Georges Auric, Arthur Honegger und Louis Durey. Das Grüppchen wurde durch den Einzug der Nationalsozialisten in Frankreich in alle Winde zerstreut und Milhaud landete – wie viele seiner Musikerkollegen – zunächst in den USA und machte dort Karriere.

Heitor Villa-Lobos - Symphonie Nr. 2
RSO Stuttgart - C. St.Clair

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Heitor Villa-Lobos - Symphonie Nr. 2 + "New York Skyline Melody"

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR - Carl St.Clair

von Rainer Aschemeier  •  24. November 2006

Der Brasilianer Heitor Villa-Lobos galt lange Zeit in qualitativer Hinsicht als „nicht sichere Bank“. Vielen Schreibern kam das gewaltige Lebenswerk des Komponisten, der die kaum überschaubare Masse von annähernd 1000 vollendeten Werken hinterließ, offenbar verdächtig vor: eintausend Stücke – das konnte doch nicht alles gleichwertig gut sein.

Die in den letzten Jahren erfreulicherweise in starkem Maße zunehmende Anzahl von CD-Einspielungen – auch von bisher unzugänglichen Villa-Lobos-Kompositionen – zeigte jedoch, dass viel mehr gute Musik aus der Feder des eigenwilligen Brasilianers strömte, als bisher angenommen wurde.

Igor Strawinsky - Geistliche Werke
Philharmonia Orchestra, Orchestra of St. Luke's, uvw. - Robert Craft

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Igor Strawinsky - Geistliche Musik

Philharmonia Orchestra, Orchestra of St. Luke's, Simon Joly Chorale, Gregg Smith Singers, diverse Solisten

von Rainer Aschemeier  •  21. November 2006

Manchen mag es erstaunen, dass die beeindruckendste geistliche Musik oft gerade von jenen Komponisten stammte, die nicht unbedingt für einen frommen Lebenswandel bekannt oder gar der inneren Hinwendung zum Göttlichen zugeneigt waren. Der Lebemann Mozart schrieb zum Ende seines kurzen Lebens das herzzerreißende Requiem. Der musikalische Aufklärer Beethoven haderte in seiner monumentalen Missa Solemnis offen mit Gott und dem Schicksal.
Igor Strawinsky kannte geistliche Musik vorwiegend aus der Zeit seiner Kindheit im ländlichen Russland. Später machte er als lebenslustiger Pariser Bohemien von sich reden.

L. v. Beethoven - Klavierkonzerte Nr. 1-5
Tonhalle Orchester Zürich - David Zinman, Yefim Bronfman

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Ludwig van Beethoven - Klavierkonzerte Nr. 1-5

Tonhalle Orchester Zürich - David Zinman, Yefim Bronfman (Klavier)

von Rainer Aschemeier  •  3. November 2006

Mitte der 1990er wurde David Zinman, ein amerikanischer Weltklassedirigent Musikdirektor eines, zu dieser Zeit, in Not geratenen Zürcher Symphonieorchesters. Zinman, der vormals schon das Baltimore Symphony Orchestra auf Weltniveau gehievt hatte, nahm sich gleich mit dem ersten CD-Projekt viel vor; Beethovens Symphonien sollten es sein. Als Clou des Projekts organisierte man als Notenmaterial die brandneue Urtext-Edition des Bärenreiter-Verlags und damit gelang Zinman das, was vormals für unvereinbar gehalten wurde: Er schaffte es mit seinem vorzüglich disponierten Tonhalle Orchester alle Facetten von Beethovens Musik unter einen Hut zu bringen und befriedigte damit „Originalklang-Pädagogen“, Romantiker, Klassiker und „Sturm-und-Drang-Revoluzzer“ gleichermaßen. Bis heute steht Zinmans mustergültige Symphonien-Box als eine der besten Beethoven-Gesamteinspielungen der Tonträgergeschichte da.

Etwa zehn Jahre später folgte das nächste Mammutprojekt, dessen Vollendung wir pünktlich zum Winterbeginn auf CD genießen dürfen: Zinman beendete seine Gesamteinspielung von Beethovens Instrumentalkonzerten. Zentraler Fokus: Die 5 Klavierkonzerte.

Dmitri Schostakowitsch - Violin- & Violasonate: Fassung für Streichorchester
Kremerata Baltica - Gidon Kremer & Yuri Bashmet

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Dmitri Schostakowitsch - Violinsonate op. 134 & Violasonate op. 147 in Umarbeitung für Streichorchester

Kremerata Baltica - Gidon Kremer (Violine & Dirigat) - Yuri Bashmet (Viola)

von Rainer Aschemeier  •  3. November 2006

Ein vermeintlicher Klassik-Trend der jüngsten Zeit äußert sich in einer zunehmenden Zahl umarrangierter Kammermusikkompositionen. Mitte des Jahres erschien z. B. die mediokre Brilliant Classics-Gesamteinspielung der zu sog. Kammersymphonien umarrangierten Streichquartette Schostakowitschs. Erst vor Kurzem zauberte das Naxos-Label eine ebenfalls höchst mittelmäßige Streichorchester-Ausgabe einiger Schumann-Streichquartette aus dem Hut.

Dmitri Schostakowitsch - Violinkonzerte Nr. 1 & 2
BBC SO - Maxim Schostakowitsch

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Dmitri Schostakowitsch - Violinkonzerte Nr. 1 & 2

BBC Symphony Orchestra - Maxim Schostakowitsch, Solist: Daniel Hope

von Rainer Aschemeier  •  24. Oktober 2006

Das Jahr 2006 wird den meisten Feuilleton-Lesern wohl am ehesten als „Mozart-Jahr“ im Gedächtnis bleiben. Mittlerweile dürfte sich jedoch herumgesprochen haben, dass wir in diesem Jahr auch ein „Schumann-Jahr“ (150. Todestag) und ein „Schostakowitsch-Jahr“ (100. Geburtstag) feiern dürfen.

Viele Veröffentlichungen widmeten sich dem russischen Symphoniker Schostakowitsch insbesondere in den Monaten rund um September (dem Geburtsmonat des Komponisten). Einer der frühen CD-Releases in diesem Jahr brachte eine Neueinspielung der zwei Violinkonzerte mit dem gefeierten Jungstar Daniel Hope. Hier konnte man gespannt sein, wie sonst kaum.

Gustav Holst - The Planets
Berliner Philharmoniker - Sir Simon Rattle

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Gustav Holst - The Planets

Berliner Philharmoniker - Sir Simon Rattle

von Rainer Aschemeier  •  10. Oktober 2006

Sir Simon Rattle hat es derzeit nicht einfach. Als er noch britische Provinzorchester mit Fleiß, Verve und jugendlicher Unbekümmertheit auf Weltniveau hievte, wurde Rattle als einer der vielversprechendsten Dirigenten seiner Generation gefeiert, wurde im Nullkommanichts von der weltweiten Musikkritik zum Star empor geschrieben, die in jeder neuen CD-Einspielung des Symphonieorchesters der miefigen Industriestadt Birmingham plötzlich wahre Wunder hören wollte.

2002 wurde Simon Rattle GMD der Berliner Philharmoniker und hat damit den begehrtesten Chefdirigentenposten auf dem Erdenrund inne. Seitdem sieht sich Sir Simon dem geballten Kreuzfeuer der Musikkritiker ausgesetzt.

Roy Harris - Symphonien Nr. 3 & 4
Colorado SO - M. Alsop

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Roy Harris - Symphonien Nr. 3 & 4

Colorado Symphony Orchestra & Chorus - Marin Alsop

von Rainer Aschemeier  •  9. September 2006

Roy Harris muss in den USA eine Art musikalischer Nationalheiliger sein. Dies täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass sein recht umfangreiches Oeuvre im Rest der Welt im Prinzip keine Rolle spielt.

Eine Ausnahme hierbei bildet Harris’ dritte Symphonie aus dem Jahr 1938. Leonard Bernstein setzte sich Zeit seines Lebens stark für das einsätzige Stück ein und Sergej Kussewitzkij lobte das Werk nach seiner Uraufführung als „die erste große Symphonie eines Amerikaners“.

W. A. Mozart - Die Zauberflöte
Bayerisches Staatsopernorchester - W. Sawallisch

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Wolfgang Amadeus Mozart - Die Zauberflöte

Bayerisches Staatsopernorchester - Wolfgang Sawallisch

von Rainer Aschemeier  •  22. August 2006

„Die Zauberflöte“ dürfte – im ewigen Wettstreit mit „Don Giovanni“ – wohl Mozarts beliebteste Oper sein. Doch wenn wir einmal hinter die Kulissen blicken, wird offensichtlich, wie viel Missverständnisse diese Oper bis heute auslöst.

So denkt z. B. immer noch ein Gutteil der Gesellschaft, dass „Die Zauberflöte“ eine „Kinderoper“ sei, ähnlich wie Humperdincks „Hänsel und Gretel“ beispielsweise. Auch soll es immer noch Zeitgenossen geben, die tatsächlich denken, Mozart selbst habe die Handlung der Zauberflöte kreiert und habe so quasi seine vermeintliche „Kindsköpfigkeit“ auf die Bühne übertragen.

Ernst Toch - Symphonien Nr. 1-7
RSO Berlin - A. Francis

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Ernst Toch - Symphonien Nr. 1-7

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin - Alun Francis

von Rainer Aschemeier  •  14. August 2006

Die Kunst des 20. Jahrhunderts hat in fast allen Gattungen keinen einfachen Stand bei der Publikumsrezeption. Expressionistische Gemälde werden als „Schmiererei“ abgetan, Bauhaus-Architektur wird als „schmucklos und hässlich“ empfunden, Romane und Bücher erhalten „Prädikate“ wie „zu schwierig“ oder „handlungsleer und sinnlos“. Dennoch: Wohl keine Kunstgattung hatte es seit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung so schwer wie die sog. „E-Musik“, also die „klassische Musik“, des 20. Jahrhunderts.

Fragt man selbst Leute mit hohem Bildungsniveau nach den maßgeblichen Kompositionen von Schönberg, Schostakowitsch, Hindemith, Bartok oder Strawinsky (den man vielleicht noch als den populärsten unter den sog. „Zeitgenössischen“ durchgehen lassen könnte), stößt man oft auf rudimentäres Halbwissen, noch öfter aber auf gähnende Leere.

Ein kleines Wunder ist es deshalb immer wieder, wenn man sich beguckt, mit welchen Repertoire-Seltenheiten das kleine Klassiklabel cpo (classic produktion osnabrück) seinen Lebensunterhalt verdient.

Emusic.com - Eldorado für frustrierte Klassikfans?

von Rainer Aschemeier  •  12. August 2006

Musik-Downloads aus dem Internet sind so eine Sache: Der eine mags, der andere nicht. Was aber, wenn aus dem Händler-Programm längst gestrichene CD’s als Download (wieder) auftauchen? Da mag so mancher seine Ressentiments über Bord werfen und mit Begeisterung die Titel laden, hinter denen man seit Jahren her ist.

Für Klassikliebhaber ist das Internet bisher keine allzu große Fundgrube gewesen. Seit einiger Zeit hat sich das geändert: Der amerikanische Anbieter Emusic.com führt in seinem umfangreichen Downloadprogramm sämtliche (!!!) CD’s der Labels Naxos und Marco Polo. Das Wort „sämtliche“ umfasst hierbei auch die längst gestrichenen Titel.

Schostakowitsch & Barshai: Kammersinfonien
Mailand SO - R. Barshai

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Dmitri Schostakowitsch / Rudolf Barshai - Kammersymphonien Nr. 1-5

Orchestra Sinfonica di Milano "Giuseppe Verdi" - Rudolf Barshai

von Rainer Aschemeier  •  2. August 2006

Rudolf Barshai: Russischer Dirigent von Weltruf. Letzter „Überlebender“ einer Generation russischer Weltklassedirigenten wie z. B. Jewgenij Swetlanow, Kyrill Kondraschin und Gennadij Roshdestwenskij. Studienkollege von Dmitrij Schostakowitsch, Dirigent zahlreicher Uraufführungen seiner Werke. Arrangierte 5 Schostakowitsch-Streichquartette für Kammerorchester zu sog. „Kammersymphonien“. Op. 110 entstand nach Streichquartett Nr. 8 noch zu Lebzeiten des Komponisten, der so begeistert von der Orchesterfassung war, dass er sie als op. 110a in den offiziellen Katalog seines Oeuvres aufnahm.

Dmitrij Schostakowitsch: Russischer Komponist von Weltruf. Gilt heute allgemein als bedeutendster Sinfoniker des 20. Jh. Musikalisches Genie und Wunderkind, dem Alexander Glasunow einst attestierte, er sei die „größte musikalische Begabung seit Mozart“. Der persönlichen Missgunst Stalins ausgeliefert, schwebte Schostakowitsch während der Zeit der „Kultursäuberungsaktionen“ durch Schdanow jahrelang in Lebensgefahr – erschütternde Memoiren, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden.

Vivaldi - Violinkonzerte 3CD-Box
Sonatori de la gioiosa marca - G. Carmignola

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A. Vivaldi: Le Quattro Stagioni - Le Humane Passioni - Concerti per le Solennità

Sonatori de la gioiosa Marca - Giuliano Carmignola

von Rainer Aschemeier  •  18. Juli 2006

Vivaldi-Afficionados wissen es längst: Es gibt kaum bessere Vivaldi-Aufnahmen als die Einspielungen der „Sonatori de la gioiosa Marca“ und ihrem Leiter Giuliano Carmignola. Sowohl in punkto Interpretation als auch in punkto Hifi-Sound gehörten bislang alle Vivaldi-Veröffentlichungen dieses Orchesters zur internationalen Weltspitze, sind nicht selten gar als die unabdingbare Referenz anerkannt.

Herbert Kegel - Portrait eines Querdenkers

von Rainer Aschemeier  •  18. Juli 2006

Wenn man in Deutschland unter Freunden klassischer Musik eine Umfrage nach den wichtigsten deutschen Dirigenten des 20. Jh. machen würde, welche Namen kämen dabei heraus? Sicherlich an vorderster Front Herbert von Karajan und Wilhelm Furtwängler. Danach vielleicht Kurt Masur, Carlos Kleiber, Otto Klemperer, Günter Wand, Bruno Walter, Eugen Jochum, Karl Böhm, Wolfgang Sawallisch und und und… Es gab viele bedeutende Dirigenten deutschsprachiger Abstammung.

Wenn man nun in Japan diese Umfrage durchführen würde, gäbe es eine große Gemeinsamkeit: Herbert von Karajan. Und einen großen Unterschied: Herbert Kegel, der in Japan als einer der wichtigsten Dirigentenpersönlichkeiten des 20. Jh. verehrt wird. In seinem Heimatland wurde Maestro Kegel stets mit einiger Skepsis betrachtet.

Kegels Name steht deswegen heute auch als Mahnmal dafür, was der sog. „Musikbetrieb“ und staatlich regulierte Kulturpolitik anrichten kann.

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