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The Listener

Blog für klassische Musik und mehr! ...seit 2003

Originals and Beyond
Piano Duo Takahashi Lehmann

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Originals and Beyond – Klaviertranskriptionen von Beethoven, Schönberg und Schumann

Musikarchitekten am Werk

von Rainer Aschemeier  •  12. November 2014
Katalog-Nr.: audite 97.706 / EAN: 4022143977069

Der Musiklaie schiebt die Schuld schnell auf den Komponisten. Wohl deswegen finden sich so viele Vorurteile der Art Robert Schumann habe schlecht instrumentiert oder bei Gustav Mahlers Werken sehe man die Musik vor lauter Bombast nicht mehr. Beide Urteile sind grundweg falsch. Richtig ist aber, dass vor allem Schumann und Mahler – noch schlimmer dessen Nachfolger im Geiste wie etwa Schönberg oder Berg – häufig sehr schlecht interpretiert werden, von Orchestern und Dirigenten, denen es auf die innere Differenzierung eines Werks „nicht so anzukommen“ scheint, die Effekt über Musikalität und Show über Einsicht stellen.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 21 / Polnische Lieder Op. 47,21
Siberian Symphony Orchestra - D. Vasilyev

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 21 / Polnische Lieder Op. 47,21

Erneut fantastische Ergänzung zur Weinberg-Diskografie

von Rainer Aschemeier  •  18. Juli 2014
Katalog-Nr.: TOCC 0193 / EAN: 5060113441935

Es ist ja schon einfach ganz unglaublich, was in den letzten Jahren in Sachen Mieczysław Weinberg passiert ist: Da ist ein Komponist, vergessen von der Welt. Und plötzlich findet jemand heraus, dass man ihn auch ganz gut als so eine Art „Schostakowitschs Erbe“ vermarkten könnte – und das klappt! Es klappt so gut, dass sich inzwischen drei Labels um die erste Gesamteinspielung von Weinbergs Sinfonien balgen, von denen der Komponist immerhin 21 (nummerierte) Exemplare hinterlassen hat, neben mindestens einer unnummerierten Sinfonie und diversen Kammersinfonien. Nun tritt zu diesem illustren Grüppchen, zu dem witzigerweise bislang alle “...os“-Labels (NEOS, chandos und Naxos) gehörten noch das britische Label für Jäger und Sammler, toccata, hinzu.

M. Weinberg – Sinfoniettas Nr. 1 & 2 / Sinfonie Nr. 7
Moscow Chamber Orchestra – R. Barschai / Orchester der Staatsakadmie der UdSSR – E. Svetlanov

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Mieczysław Weinberg – Sinfoniettas Nr. 1 & 2 / Sinfonie Nr. 7, Op. 81

Rare Weinberg-Dokumente aus den 1960er-Jahren

von Rainer Aschemeier  •  4. Juli 2014
Katalog-Nr.: MEL CD 10 02180 / EAN: 4600317121809

Selbst in Weinbergs musikalischer Heimat Russland hat es nur wenige Schallplatten-Aufnahmen zu Lebzeiten des Komponisten gegeben, der überdies lange Zeit unter den Repressalien sowjetischer Kulturpolitik zu leiden hatte.
Die nach meinen Recherchen erstmals auf CD verfügbaren Einspielungen, die diese neue Melodiya-CD bereitstellt, ist denn auch so etwas wie eine kleine Sensation: Echte Weinberg-Tondokumente aus der Zeit, als der Komponist noch in Saft und Kraft stand und Sinfonie auf Sinfonie komponierte – eine besser als die andere.

Symphonies of Wind Instruments
Blasorchester der Könliglich Norwegischen Marine - I. Bergby

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Symphonies of Wind Instruments

2L schlägt wieder zu: Gnadenlos realistischer Sound, der nicht jedem behagen dürfte.

von Rainer Aschemeier  •  20. März 2014
Katalog-Nr.: 2L 102 / EAN: 7041888519126

Interpretiert wird dieses expressionistisch bis modern geprägte, durchaus schwierig zu nennende, Repertoire von der Blaskapelle der Königlich Norwegischen Marine unter Leitung von Ingar Bargby. Wie viele ähnlich gelagerte Militärblasorchester musiziert auch dieses aus Norwegen spieltechnisch auf allerhöchstem Niveau.
Was wir hier hören, ist wirklich und wahrhaftig vollkommen makellos eingespielt. Manches wirkt hier allerdings emotional etwas distanziert und kühl. Jedoch kann man das nicht unbedingt den Musikern anlasten.

K. Atterberg - Sinfonien Nr. 8 & 2
Göteborger Sinfoniker - Neeme Järvi

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Kurt Atterberg - Sinfonien Nr. 2 Op. 6 & Nr. 8 Op. 48

Das Warten hat ein Ende

von Rainer Aschemeier  •  22. Februar 2014
Katalog-Nr.: CHSA 5133 / EAN: 095115513323

Auf dieses Album werden eine Menge Hörer schon sehnsüchtig gewartet haben. Als Neeme Järvi und das Göteborger Sinfonieorchester im März 2013 die erste Folge ihres Zyklus von Kurt Atterbergs Sinfonien vorlegte, wurde das Album breit beachtet, in fast allen einschlägigen Presseorganen rezensiert – und das zuweilen enthusiastisch (was ich persönlich gar nicht verstanden habe, denn die erste Folge im Atterberg-Zyklus war zwar recht gut, aber nun wahrlich nicht das Gelbe vom Ei; the-listener.de-Rezension jenes ersten Albums aus der Reihe siehe hier). Für mich war diese Euphorie daher durchaus befremdlich und ein Zeichen dafür, dass manche Journalisten scheinbar nur nach den großen Namen auf der CD-Hülle rezensieren und nicht nach dem hörbaren Inhalt eines Albums.

Windhauch - Tänze von Leben und Tod
A. Koppenwallner (Cembalo) & N. Rodenkirchen (Traversflöte)

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Windhauch - Tänze von Leben und Tod

Musikalischer Totentanz

von Ulrich Hermann  •  16. Januar 2014
EAN: 4020796450458 / Labelcode: 29699

Angela Koppenwallner entlockt „ihren“ Cembali – auch die guten Geister, die diese Instrumente gehegt und gepflegt haben, sind im Booklet erwähnt! –, die wundervollsten tiefen und hohen Töne, es ist ein Vergnügen, diesen teilweise sehr neu-artigen Klängen zu lauschen. Wundervoll ergänzt dazu das Spiel auf der Traversflöte bei den entsprechenden Kompositionen von Norbert Rodenkirchen diesen „Spaß“, der trotz der ernsten Thematik nicht zu kurz kommt.

D. Schostakowitsch - "Kammersinfonien" Op. 110a & 118a
Amsterdam Sinfonietta - C. Thompson (Violine)

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Dmitri Schostakowitsch - Kammersinfonien Op. 110a & 118a / Mieczysław Weinberg - Concertino Op. 42

Logische Fortsetzung der bisherigen Diskografie der Amsterdam Sinfonietta

von Rainer Aschemeier  •  20. Dezember 2013
Katalog-Nr.: CCS SA 34313 / EAN: 723385344131

Nun folgt mit der Einspielung der Amsterdam Sinfonietta eine alternative Aufnahme dieses vielleicht schönsten und grazilsten aller Weinberg-Konzerte. Die Amsterdam Sinfonietta hat zudem auf diesem neuen Release des niederländischen Qualitätslabels „Channel Classics“ auch die von Rudolf Barshai aus Dmitri Schostakowitschs Streichquartetten für Streichorchester transkribierten „Kammersinfonien“ eingespielt. Das Amsterdamer Streichorchester ist damit seiner seit vielen Jahren eingeschlagenen Linie gefolgt, mit Vorliebe Orchestertranskriptionen von Streichquartetten aufzuführen.

M. Tyberg - Sinfonie Nr. 2, Klaviersonate Nr. 2
Buffalo Philharmonic Orchestra - J. Falletta / F. Bidini (Klavier)

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Marcel Tyberg - Sinfonie Nr. 2, Klaviersonate Nr. 2

Musikalisches Mahnmal

von Rainer Aschemeier  •  5. August 2013
Katalog-Nr.: 8.572822 / EAN: 747313282272

Wie irre der nationalsozialistische Furor in den 1940er-Jahren wütete, das zeigt kaum eine Geschichte besser als die des 1893 in Wien geborenen Komponisten und Dirigenten Marcel Tyberg. Tyberg, der ein enger Freund des nach dem Zweiten Weltkrieg zu Weltruhm gelangten Dirigenten Rafael Kubelik war, wurde von den Nazis als „Jude“ angesehen, obwohl die letzte Person jüdischen Glaubens in seiner Familie sein Ururgroßvater gewesen war.
Man depotierte den aufstrebenden Komponisten, der sich hauptsächlich mit Tanzmusik über Wasser hielt, aber auch groß angelegte spätromantische und erzkonservative Musik verfasste, die stilistisch eigentlich perfekt zur Nazi-Kulturdoktrin gepasst hätte, ins KZ Auschwitz-Birkenau, wo er Ende 1944 durch die Schergen des Nazi-Regimes ermordet wurde.

B. Romberg - Cellosonaten Op. 5
Davit Melkonyan (Cello) & Mikael Balyan (Klavier)

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Bernhard Romberg - Cellosonaten Op. 5

Erfreulicher Versuch zur Wiederentdeckung von Rombergs virtuoser Cellomusik - leider verunglückt...

von Rainer Aschemeier  •  7. Juli 2013
Katalog-Nr.: 88883722872 / EAN: 888837228725

Mit ihrer quirligen, nie enden wollenden Virtuosität gibt es auf diesem Album kaum einen ruhigen Moment. Melodien, so scheint es, sind für Romberg vor allem Herausforderungen, um zu zeigen, wie kunstvoll man sie verzieren, ausschmücken, aufwendig modulieren oder einfach nur in atemberaubender Geschwindigkeit spielen kann. Diese Musik bräuchte Interpreten, die sich nicht als vordergründige Techniker erweisen, sondern diesen Stücken – die perse schon aus ihrer Anlage heraus zur Oberflächlichkeit neigen – Tiefe und Gehalt verleihen.

"Nordic Spring" - Grieg, Sibelius, Atterberg, Svendsen, Bræin
Norwegisches Kammerorchester - T. Tønnesen; L. A. Tomter (Bratsche)

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"Nordic Spring" - Grieg, Sibelius, Atterberg, Svendsen, Bræin

Musikalische Reise durch Skandinavien - von Dänemark bis Finnland

von Rainer Aschemeier  •  20. Juni 2013
Katalog-Nr.: PSC 1264 / EAN: 7033662012640

Im Norden beginnt der Frühling bekanntlich etwas später als hierzulande. Vielleicht erscheint deswegen erst jetzt mit „Nordic Spring“ dieser Tage ein weiterer wunderbarer Sampler, den man einfach weiterempfehlen muss. „Nordic Spring“ ist einer dieser seltenen Fälle, wo einfach alles stimmt: Die Musikauswahl mit „leichten“ und melodieschönen Stücken von Qualitätsgaranten wie etwa Edvard Grieg, Kurt Atterberg, Carl Nielsen, Johan Svendsen oder Jean Sibelius. Mit Edvard Bræins Serenade für Bratsche und Orchester hat sich zudem noch ein hierzulande praktisch unbekannter Spätromantiker eingeschmuggelt.

H. v. Herzogenberg - 24 Lieder
H. Lindqvist (Sopran), Ph. Vogler (Klavier)

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Heinrich von Herzogenberg - 24 Lieder

Eine weitere tolle CD in der Herzogenberg-Reihe des Labels cpo

von Rainer Aschemeier  •  1. Juni 2013

Während die Kammermusik und auch einge symphonische und Chor-Werke Herzogenbergs heute auf CD beeindruckend gut einsgespielt vorliegen (dem Label cpo sei Dank), gab es bisher noch keine Veröffentlichung, die das reiche Liedschaffen des Österreichers ins Zentrum des Interesses gerückt hätte. Erneut hat cpo Abhilfe geschaffen und sich dafür zwei besonders engagierte Interpreten geangelt: Pianist Philipp Vogler und Sopranistin Hélène Lindqvist betreiben gemeinsam das Art Song Project, eine Internetplattform, auf der sie in regelmäßiger Reihenfolge weithin unbekannte Liedkomponisten und ihre Werke vorstellen. Man kann also sagen, dass die Interpreten, die auf dieser CD zu hören sind, ihre Aufgabe weniger als „Job“ begreifen, sondern als Berufung und Leidenschaft. Das hört man!

M. Lindberg - EXPO, Klavierkonzert Nr. 2, Al largo
New York Philharmonic Orchestra - A. Gilbert

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Magnus Lindberg - EXPO, Klavierkonzert Nr. 2, Al largo

CD gewordenes Orchesterspektakel der Sorte "Over the Top"

von Rainer Aschemeier  •  7. Mai 2013
Katalog-Nr.: 8.226076 / EAN: 636943607626

Wow, was pustet denn hier durch die Boxen? Die neue CD des dänischen Labels da capo zeigt, wie viel Erfolg dänische Komponisten in den USA haben können am Paradebeispiel Magnus Lindberg, der zum „composer in residence“ des New York Philharmonic Orchestra aufgestiegen ist.
Kein Wunder, dass die Amerikaner Lindberg in ihr Herz geschlossen haben. Nicht nur heißt er so ähnlich wie einer ihrer größten Helden, die Fliegerlegende Charles Lindbergh, sondern auch seine Musik klingt mehr amerikanisch als skandinavisch.

K. Atterberg - Sinfonien Nr. 4 "Sinfonia Piccola" & Nr. 6 "Dollar Symphony"
Göteborger Symphoniker - N. Järvi

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Kurt Atterberg - Sinfonien Nr. 4 "Sinfonia Piccola" & Nr. 6 "Dollar Symphony" / "Suite Nr. 3" / "En värmlandsrapsodi"

Erste Folge des neuen Atterberg-Zyklus von chandos offenbart erstaunliche Schwächen

von Rainer Aschemeier  •  29. März 2013
Katalog-Nr.: CHSA 5116 / EAN: 095115511626

Seine Sinfonien sind trotzdem äußerst reizvoll, denn legt man das Augenmerk einmal primär auf den melodischen Einfallsreichtum und die Behandlung des Orchesters (Instrumentation, Orchestration) sowie den Umgang mit der sinfonischen Form, gibt es in der Tat nur vielleicht zwei Handvoll Sinfoniker, die im 20. Jahrhundert ähnlich Überzeugendes vorzuweisen hatten, wie Atterberg. Und in diesem Zusammenhang darf er gern auch in einem Atemzug mit den ganz Großen seiner Zeit genannt werden: Sibelius, Nielsen, Vaughan Williams, Schostakowitsch, um nur ein paar zu nennen.

Polnische Blumen

Zwei hochklassige CDs zeigen auf's Neue die Klasse des lange Zeit vergessenen Komponisten Mieczysław Weinberg

von Rainer Aschemeier  •  9. Februar 2013


Mieczysław Weinberg ist ein Komponist, der zurzeit eine regelrechte Renaissance erlebt. Nicht weniger als vier Labels sind derzeit damit beschäftigt, sein umfangreiches und vielschichtiges Werk auf CDs wieder zum Klingen zu bringen: NEOS, chandos, Naxos und Grand Piano. Während sich chandos, NEOS und Naxos allesamt den Sinfonien Weinbergs widmen, ist Grand Piano in einer aufsehenerregenden Aktion dabei, das gesamte Klavierwerk des Komponisten vorzulegen.
Nun erschienen im Februar gleich zwei neue CD-Beiträge, die, wie immer wenn es um die Musik Mieczysław Weinbergs geht, die Augenbrauen nach oben schnellen lassen.

Beethoven, Schumann, Thalberg, Liszt
Valentina Lisitsa (Klavier)

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Valentina Lisitsa - Beethoven, Schumann, Thalberg, Liszt

Ein Jahresauftakt, wie er besser nicht sein könnte!

von Rainer Aschemeier  •  2. Januar 2013
Katalog-Nr.: 8.572491 / EAN: 747313249176

Am Ende steht die Frage im Raum, ob diese Einspielung der „Appassionata“ nicht sogar zu den ganz großen Errungenschaften gezählt werden muss, was dieses Repertoire angeht. Valentina Lisitsa erweist sich als äußerst überzeugende und zutiefst beeindruckende Beethoven-Interpretin, die die „Appassionata“ so tüchtig durchgepustet und abgestaubt hat, wie ich das zuletzt höchstens von Friedrich Gulda gehört habe! Doch diese Ausnahmeperformance soll nicht die letzte auf dieser CD gewesen sein.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 19 Op. 142 & "Die Banner des Friedens" Op. 143
St Petersburg State Symphony Orchestra - V. Lande

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 19 "Lichter Mai" Op. 142 & "Die Banner des Friedens" Op. 143

Naxos' Kollektion auserlesener Weinberg-Sinfonien bleibt hochklassig

von Rainer Aschemeier  •  21. November 2012
Katalog-Nr.: 8.572752 / EAN: 747313275274

Mieczysław Weinberg war Mitte der 1980er-Jahre, zu der Zeit, als die auf dieser neuen Naxos-CD enthaltene Musik entstand, bereits ein verbitterter, von der Welt um ihn herum nahezu vergessener Komponist, der wahlweise als kompositorisches Fossil, als Störenfried oder schlicht als belanglos abgetan wurde.
Erst mit seinem Tod im Jahr 1996 oder noch später erkannte die Welt, welch bedeutender Komponist hier jahrelang weitgehend ignoriert eine Sinfonie nach der anderen vorgelegt hatte. Einige seiner Sinfonien sah Weinbergs Kompositionsgenosse Dmitri Schostakowitsch als derart herausragend an, dass er sie als Studienbeispiele für seine Kompositionsklasse nutzte.

Weill - Ibert - Berg
Baton Rouge Symphony Chamber Players - T. Muffitt

Kurt Weill - Jaques Ibert - Alban Berg: Konzerte für Soloinstrument und Bläser aus den 1920er-Jahren

Licht und Schatten in erstaunlicher Diskrepanz

von Rainer Aschemeier  •  12. November 2012
Katalog-Nr.: DSL-92161 / EAN: 053479216120

Eins vorweg: Die Neuerscheinung aus dem Hause Sono Luminus, die ich hier besprechen möchte, ist eine ungewöhnliche CD. Ungewöhnlich deshalb, weil sie einen mindestens so positiven wie negativen Eindruck hinterlässt. Leider steht der negative Eindruck am Beginn…
Erst vor wenigen Tagen konnte ich erfreut eine wahrlich grandiose Neueinspielung von Kurt Weills selten gehörtem Violinkonzert vorstellen, das Naxos in seiner Reihe „Wind Band Classics“ herausgebracht hatte (Besprechung dazu siehe hier). Dass es gegen eine so hervorragende Einspielung jedweder Konkurrent schwer haben würde, war zu erwarten. Dass etwaige Mitbewerber in Sachen Weill-Konzert jedoch so schwachbrüstig ausfallen würden, wie die Aufnahme auf dieser neuen Sono Luminus-CD war doch eine herbe Überraschung.

"Il viaggio"
Marianna Shirinyan

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Marianna Shirinyan - "Il Viaggio"

Musik von Franz Liszt, Alban Berg, Wolfgang Amadeus Mozart und Tigran Mansurian

von Rainer Aschemeier  •  23. September 2012
Katalog-Nr.: SM 173 / EAN: 4260123641733

Die armenischstämmige Pianistin Marianna Shirinyan ist einigen Sammlern vielleicht bereits von ihren Kammermusikaufnahmen bei EMI Classics bekannt. Dort hatte sie zusammen mit der norwegischen Stargeigerin Vilde Frang und dem Cellisten Andreas Brantelid ein Chopin-Album aufgenommen.
Für ihr erstes Recital-Album scheint sich die majorlabelerfahrene Künstlerin aber gedacht zu haben: Lieber eine Nummer kleiner, dafür auch lieber etwas feiner. Und was gibt es derzeit Feineres, als das bayerische Mini-Label „Solo Musica“!

69°42' North - 19°00' East Perspectives
Tromsø Chamber Orchestra - Kolbjørn Holthe

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69°42' North - 19°00' East Perspectives

Musik von Webern, Pärt, Kurtág, Högberg und Lutosławski

von Rainer Aschemeier  •  2. Juli 2012
Katalog-Nr.: PSC 1302 / EAN: 7033662013029

Das norwegische Label Simax schafft es immer wieder, erlesenen Auswahl-CDs mit Neuer Musik breite Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wie es das macht?
Das zeigt keine CD besser, als die jüngst neu erschienene CD des Kammerorchesters aus Tromsø – eigenen Angaben zufolge übrigens das „nördlichste Kammerorchester der Welt“.
Wer diese CD kauft, erwirbt ein Konzept, keine Komponisten. Unter dem neugierig machenden Titel „69°42‘ North – 19°00‘ East Perspectives“ hat das Kammerorchester aus dem norwegischen Tromsø seinen eigenen Standort zum Thema gemacht.

M. Weinberg - Vollständiges Klavierwerk Vol. 2
A. Brewster-Franzetti

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Mieczysław Weinberg - Partita, op. 54 / Sonatina, op. 49 / Klaviersonate Nr. 4, op. 56

Ein wichtiger Werkzyklus geht in die zweite Runde

von Rainer Aschemeier  •  26. Juni 2012
Katalog-Nr.: GP607 / EAN: 747313960729

Die in den letzten zehn Jahren dreifach Grammy-nominierte Pianistin Allison Brewster-Franzetti erweist sich auch auf dieser CD wieder als hervorragende Interpretin für das Werk des großen polnisch-russischen Komponisten. Mieczysław Weinberg konnte es in Sachen kompositorischer Qualität jederzeit mit Prokoffiew, Schostakowitsch oder Mjaskowski aufnehmen, ist trotzdem aber bis heute eher ein „Geheimtipp“ unter Insidern geblieben.

J. G. Albrechtsberger - "Entre Ciel et terre"
Ensemble Baroque de Limoges, Quatuor Mosaïques, div. Solisten

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Johann Georg Albrechtsberger - Raritäten

Wiederentdeckung eines zu lange vernachlässigten Klassikers

von Rainer Aschemeier  •  12. Juni 2012
Katalog-Nr.: LC08 / EAN: 0810473010037

Nun sorgt das auf dem deutschen Markt neu vertretene französische Label LABORIE für eine handfeste Überraschung, indem es eine CD mit kaum bekannten Albrechtsberger-Raritäten auf den Markt wirft – darunter auch das schönste der besagten vier Konzerte für Maultrommel, Viola da Gamba und Streichorchester.
Die CD ist – das sage ich mal gleich vorweg – ein echter Volltreffer.

Froberger
Alina Rotaru

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Johann Jacob Froberger - Suiten und Toccaten

Herrliche Froberger-Retrospektive aus dem Hause Carpe Diem Records

von Rainer Aschemeier  •  24. Mai 2012
Katalog-Nr.: CD-16290 / EAN: 4032324162900

Die erste CD „Fortune my foe“, die in der Fachpresse bereits sehr löblich besprochen wurde, kenne ich leider nicht, doch vermute ich, dass die nun erschienene zweite CD „Froberger“ noch einmal ein Sprung nach vorn für die Künstlerin geworden ist.
Wie der Titel der CD schon besagt, widmet sich Rotaru auf ihrem zweiten Solo-Album ganz den Suiten und Toccaten des Cembalisten und Komponisten Johann Jacob Froberger. Er wurde 1616 in Stuttgart geboren, starb 1667 in Frankreich und zählte zu den bedeutendsten Cembalospielern deutscher Provenienz. Sein Hauptanliegen war es, den deutschen Cembalo-Stil in Europa zu vertreten, womit er zeitweise auch große Erfolge feiern konnte.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 20 / Cellokonzert
Göteborger Sinfoniker - Th. Svedlund, C. Gunnarsson (Cello)

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 20 Op. 150 / Cellokonzert Op. 43

Weinberg-Einspielung aus Göteborg

von Rainer Aschemeier  •  20. Mai 2012
Katalog-Nr.: CHSA5107 / EAN: 095115510728

Es ist erst wenige Wochen her, da habe ich an dieser Stelle eine ganz wunderbare Einspielung der ebenso wunderbaren Sinfonie Nr. 6 des polnisch-russischen Komponisten Mieczysław Weinberg besprechen dürfen (Rezension s. hier). Diese Sinfonie aus dem Jahr 1949 hatte großen Eindruck auf mich gemacht, und deswegen habe ich mal die Augen offen gehalten, was weitere Weinberg-Neuigkeiten betrifft.

M. Weinberg - Sinfonie Nr. 6
St. Petersburg Symphony Orchestra - V. Lande

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Mieczysław Weinberg - Sinfonie Nr. 6 / Rhapsodie über moldawische Themen

Große russische Sinfonik in einer Spitzeneinspielung, die Ihresgleichen sucht

von Rainer Aschemeier  •  15. April 2012
Katalog-Nr.: 8.572779 / EAN: 747313277971

Die Labels Neos und Chandos haben in der jüngeren Vergangenheit beide versucht, Gesamteinspielungen der immerhin 22 Sinfonien Weinbergs zu realisieren, sind jedoch bislang beide noch in der Anlaufphase „stecken geblieben“. Auch dies zeigt, dass das Œuvre des in Polen geborenen und später in die UdSSR übersiedelten Komponisten zwar von Kritikern und Liebhabern hoch geschätzt wird, bislang aber in der Publikumsgunst nicht ganz so weit vorne lag.

Der Mut der Tüchtigen

Das neue Klaviermusiklabel "Grand Piano" im Porträt

von Rainer Aschemeier  •  2. März 2012

Wie würde man wohl ein neues Label nennen, das sich die Aufgabe gestellt hat, seine Hörer ausschließlich mit Klaviermusik zu versorgen? Und wie würde man ein Label nennen, dass diese Aufgabe nicht darin begreift, die einmillionste Gesamtedition von Beethoven-Klaviersonaten auf den Markt zu werfen, sondern stattdessen mutig Gesamteditionen des Klavierwerks von so unterschiedlichen Komponisten wie Camille Saint-Saëns, Erwin Schulhoff, Mieczysław Weinberg und Joachim Raff angeht?
Wie würde man ein solches Label nennen, bei dem das Klavier und die für es geschriebene Musik mehr im Mittelpunkt stehen, als irgendwo sonst?

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