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The Listener

Blog für klassische Musik und mehr! ...seit 2003

Backspacer
Pearl Jam

(2009)
Universal

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Backspacer

von Rainer Aschemeier  •  9. August 2010

Schon seit längerer Zeit liegt es mir am Herzen, die Pearl Jam-Diskographie, die seit den Anfangstagen unserer Homepage zum festen Inventar gehört, auf aktuellen Stand zu updaten. Endlich finde ich hier die Zeit. Mit „Backspacer“ veröffentlichte das Grunge-Urgestein anno 2009 bereits ein Album, das wohl an keinem vorbei gegangen sein dürfte, dem gute Rockmusik am Herzen liegt. Mit „The Fixer“ hatte man sogar nach e w i g e n Zeiten mal wieder einen veritablen Single-Hit landen können. Selbiges „The Fixer“ kann wohl auch guten Gewissens als einer der besten Pearl Jam-Songs seit mindestens „Vitalogy“, wenn nicht sogar „Vs.“ verbucht werden. Das gesamte Album ist ebenfalls sehr sehr stark geraten, kann jedoch m. E. nicht ganz den Standard der beiden extrem guten Vorgänger „Riot Act“ und „Pearl Jam“ halten. In dieser Hinsicht war es für mich schon etwas befremdend zu beobachten, dass Pearl Jam ausgerechnet mit „Backspacer“ allenthalben das große „Comeback“ bescheinigt wurde. Da kann man sich – allen Ernstes – wirklich nur fragen, ob die werten Kollegen der Fachpresse in den letzten
zehn Jahren möglicherweise gepennt haben, denn genau so lange ist es her, seitdem Pearl Jam musikalisch wieder ganz, und wirklich, versprochen und geschworen, GANZ DOLLE oben auf sind.
In der Tat kann aber konstatiert werden, dass die Band auf „Backspacer“ wieder lockerer rüberkommt als noch auf den beiden Vorgängeralben. Der Gesamtstil kann somit tatsächlich am ehesten in eine Reihe mit dem Debüt „Ten“ oder dem nahezu ebenbürtigen Zweitling „Vs.“ gestellt werden. Die Songqualität ist jedoch, und wer hätte Anderes vermutet, eben doch nicht so einfallsreich, rebellisch und sofort ins Ohr gehend wie einst. Es ist weder ein zweites „Alive“ am Start noch könnte man mit einem „Kunstwerk“-Anspruch wie etwa auf „Vitalogy“ protzen. Auch die Produktion von Brendan O’Brien, der nach einem Album Pause heuer wieder zur Band stößt, lässt die sperrige Karzigkeit der letzten Alben vergessen und ist für ein Pearl Jam-Album überraschend clean und komprimiert geraten.
Letzten Endes ist es mal wieder eine Geschmacksfrage, ob man nun die Höchstwertung vergibt oder einen Punkt in der Wertung abzieht, um zu signalisieren: Sehr gut, aber kein Muss. Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil sowohl „Pearl Jam“ als auch (und insbesondere) „Riot Act“ für mein Empfinden einfach mehr Anspruch und – ja – auch mehr Klasse hatten. Wer sich allerdings darüber geärgert hatte, dass bei heimischen Rockparties eigentlich keine Pearl Jam-CD seit „Ten“ oder „Vs.“ so richtig zum Stimmungsmacher taugte, der hat hier nach langen Jahren wieder Zündstoff, um schlappen Feten einzuheizen. PearL jam legen jedenfalls das vierte sehr gute Album in Folge und innerhalb von zehn Jahren vor und beweisen, dass sie die letzte überlebende Grunge-Band sind. Und wie die leben!!!
Noch eine Randnotiz: Mit ihrem achten Album haben Pearl Jam, zumindest für mich überraschend, ihre Plattenfirma gewechselt. Statt beim Sony-Ableger „Epic“ rockt man nun bei „Universal“ und somit bei der bisherigen Konkurrenz.

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