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The Listener

Blog für klassische Musik und mehr! ...seit 2003

Haas - Furrer - Hidalgo - Oehring - Hechtle
Aleph Gitarrenquartett

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Haas - Furrer - Hidalgo - Oehring - Hechtle

Ein bunter Strauß

von Rainer Aschemeier  •  14. April 2013
Katalog-Nr.: NEOS 11208 / EAN: 4260063112089>

Besonders Gitarrenensembles können ein Lied singen von den Schwierigkeiten, die das Instrument mit sich bringt. Umso beeindruckender ist die Leistung, die das süddeutsche Aleph Gitarrenquartett auf seiner CD auf dem Label NEOS vollbringt. Mit höchster Präzision und technischer Meisterschaft gehen die vier Herren hier daran, eine ziemlich bunt gemischte Palette Neuer Musik zu offerieren.

C. Saint-Saëns - Kamermusik für Violine und Klavier Vol. 1
Fanny Clamagirand (Violine) & Vanya Cohen (Klavier)

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Camille Saint-Saëns - Kamermusik für Violine und Klavier Vol. 1

von Rainer Aschemeier  •  12. April 2013
Katalog-Nr.: 8.572750 / EAN: 747313275076

Dieser Eindruck setzt sich nun auf der ersten CD fort, die sich Saint Saëns‘ Kammermusik für Violine und Klavier widmet. Mit ihrem hohen, mittenzentrierten Ton, den sie ihrer Goffriller-Violine entlockt, erscheint Fanny Clamagirand quasi prädisponiert für romantisches und spätromantisches Repertoire. Die inzwischen von Anne Sophie Mutter und Vladimir Spivakov protegierte Geigerin erwischt zudem den typisch französischen Tonfall des 19. Jahrhunderts: spielerisch, provokativ und leicht distanziert/unterkühlt.

M. Glinka - Divertimento, Mozart-Variationen für Harfe, Nocturne, Viola-Sonate, Donizetti-Serenade
Solisten des Bolschoi-Orchesters - A. Lazarev

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Michail Glinka - Kammermusik

Schmachtende Musik aus Russland

von Rainer Aschemeier  •  10. April 2013
Katalog-Nr.: 94641 / EAN: 5028421946412

Das niederländische Brilliant Classics-Label begeistert bekanntermaßen nicht nur durch qualitätvolle Originalaufnahmen, sondern immer wieder auch durch originelle Wiederveröffentlichungen. Manchmal muss man sich wundern, wie tief in die Klamottenkiste die Brilliant Classics-Programmverantwortlichen eintauchen, um interessante Aufnahmen wieder ans Tageslicht zu zerren oder (wie in diesem Fall) erstmals in unserem Teil der Welt verfügbar zu machen.

J. Cage - Electronic Music For Piano
Ciro Langobardi (Klavier) & Agostino Di Scipio (Elektronik)

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John Cage - Electronic Music For Piano

Der bisherige HiFi-Tipp des Jahres, doch mit nur vordergründig beeindruckender Interpretation

von Rainer Aschemeier  •  2. April 2013
Katalog-Nr.: STR33927 / EAN: 8011570339270

Weitaus weniger bekannt ist, dass sich John Cage auch eine elektronisch modifizierte Fassung dieses Klaviermusikzyklus ausgedacht hat. In der Tat besteht die „Komposition“ – sofern man das so nennen kann – lediglich aus einer ziemlich kryptischen und in krakeliger Handschrift auf einen Briefbogen eines schwedischen Hotels gekritzelten Spielanweisung (s. CD-Cover).
Die italienischen Künstler Ciro Longobardi (als Pianist ein Schüler u. a. von Alexander Longquich und Bernhard Wambach, als Kammermusiker Schüler von u. a. Maurice Bourgue) sowie Agostino Di Scipio (ein Künstler aus dem Bereich der elektronischen Neuen Musik) haben nun das Unmögliche versucht: Sie wollten die „Electronic Music For Piano“ tatsächlich in die Realität umsetzen und aufführbar machen.

V. Martynov - Lamentations of Jeremiah
Sirin Choir - Andrey Kotov

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Vladimir Martynov - Lamentations of Jeremiah

Knorrig, slawisch, merkwürdig: Vladimir Martynov

von Rainer Aschemeier  •  31. März 2013
Katalog-Nr.: 9403 / EAN: 5029365940320

Der russische Komponist Vladimir Martynov begann als Avantgardist im Umfeld von Alfred Schnittke und Sofia Gubaidulina. Seine frühen Kompositionen widmen sich dem typische serialistischen Modell der 1960er/70er-Jahre.
In den späten 1970er-/frühen 1980er-Jahren wandte sich Martynov dann – ähnlich wie der Este Arvo Pärt, der bereits einige Jahre vor Martynov diesen Weg gegangen war – Studien von uralter slawischer Kirchenmusik sowie der Folklore seiner russischen Heimat zu.

K. Atterberg - Sinfonien Nr. 4 "Sinfonia Piccola" & Nr. 6 "Dollar Symphony"
Göteborger Symphoniker - N. Järvi

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Kurt Atterberg - Sinfonien Nr. 4 "Sinfonia Piccola" & Nr. 6 "Dollar Symphony" / "Suite Nr. 3" / "En värmlandsrapsodi"

Erste Folge des neuen Atterberg-Zyklus von chandos offenbart erstaunliche Schwächen

von Rainer Aschemeier  •  28. März 2013
Katalog-Nr.: CHSA 5116 / EAN: 095115511626

Seine Sinfonien sind trotzdem äußerst reizvoll, denn legt man das Augenmerk einmal primär auf den melodischen Einfallsreichtum und die Behandlung des Orchesters (Instrumentation, Orchestration) sowie den Umgang mit der sinfonischen Form, gibt es in der Tat nur vielleicht zwei Handvoll Sinfoniker, die im 20. Jahrhundert ähnlich Überzeugendes vorzuweisen hatten, wie Atterberg. Und in diesem Zusammenhang darf er gern auch in einem Atemzug mit den ganz Großen seiner Zeit genannt werden: Sibelius, Nielsen, Vaughan Williams, Schostakowitsch, um nur ein paar zu nennen.

F. Liszt - Symphonische Dichtungen (GA)
Orchester Wiener Akademie - Martin Haselböck

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Franz Liszt - Symphonische Dichtungen (Gesamtaufnahme) (5 CDs)

Epochemachende Edition - endlich komplett erhältlich

von Rainer Aschemeier  •  26. März 2013
Katalog-Nr.: 60250 / EAN: 885150602508

Muss diese Rezension noch geschrieben werden? Liszt-Kenner wissen längst: Diese Aufnahmen hier haben trotz ihrer noch jungen Vergangenheit bereits jetzt schon Geschichte geschrieben. Als Dirigent Martin Haselböck mit seinem Orchester Wiener Akademie im Oktober 2010 die Aufnahmesitzungen zu einem Zyklus von Liszts symphonischen Dichtungen begann, war klar: Hier entsteht etwas Epochemachendes. Nun ist dieses „epochemachend“ oft missverstanden worden. Einfach deswegen, weil jeder mit diesem Begriff gleichsetzt, dass etwas, das epochemachend ist, auch gar nicht mehr besser gemacht werden kann. „Gut“ ist aber nicht gleich „epochemachend“.

Janáček, Prokoffjew, Poulenc - Violinsonaten
Louise Chisson (Violine) / Tamara Atschba (Klavier)

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Janáček, Prokoffjew, Poulenc - Violinsonaten

Von verzweifelt bis sexy - eine grandiose Tour de Force durch drei der besten Violinsonaten des 20. Jahrhunderts

von Rainer Aschemeier  •  24. März 2013
Katalog-Nr.: Gramola 98965 / EAN: 9003643989658

Die qualitativ phänomenale Leistung setzt sich auch in Prokoffjews erster Violinsonate fort, in der Chisson und Atschba sowohl die beißende Ironie als auch die lyrische Kraft der Partitur freizulegen vermögen.
Ihren Poulenc spielen die beiden so hinreißend modern und stilsicher, dass es eine Pracht ist. Der französische Komponist ist in ihren Händen kein Pariser Boulevardkünstler, zu dem er oft herabgewürdigt wird. Chisson und Atschba sehen in Poulenc einen großen Meister des 20. Jahrhunderts und verleihen seiner Sonate dieselbe Expressivität wie zuvor der Janáček- und der Prokoffjew-Sonate, während sie aber die lyrischen, ja „sexy“ Stellen dieses geradezu rätselhaft zwischen Intellekt und Leidenschaft schwankenden Stücks nicht ausblenden.

R. Schumann - Cellokonzert Op. 129 / A. Dvořák - Cellokonzert Op. 104
Philharmonia Orchestra - V. Ashkenazy; J. Walton (Cello)

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Robert Schumann - Cellokonzert Op. 129 / Antonin Dvořák - Cellokonzert Op. 104 & "Leise Wälder" Op. Op. 68, Nr. 5

Medienhighlight mit Ambivalenz-Problem

von Rainer Aschemeier  •  22. März 2013
Katalog-Nr.: SIGCD322 / EAN: 635212032220

Nun, im Fall dieser neuen Vorzeigeveröffentlichung aus dem Hause Signum ist das eine ambivalente Angelegenheit.
Die CD wird zunächst mit einer hervorragenden Darbietung des heute wieder deutlich zu selten gehörten Schumann-Konzerts eröffnet. Hier stimmt einfach alles: Vladimir Ashkenazy setzt auf die bekannten Tugenden der Londoner Philharmonia: Streicher satt!
Geradezu „wohlig“ wirkt dieser samtige Orchesterklang, der nicht zuletzt auch durch Schumanns zurückgenommene Orchestrierung entsteht und somit dem Stück immanent ist. Ashkenazy erkennt das und erliegt glücklicherweise nicht der Versuchung, aus diesem von der Anlage her ja so reflektiven Konzert eine hochdramatische Veranstaltung machen zu wollen.

C. Saint-Saëns - Kammermusik mit Bläsern
Les Solistes de l'Orchestre de Paris et de l'Opéra de Paris

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Camille Saint-Saëns - Kammermusik mit Bläsern

lohnende Wiederveröffentlichung älterer Calliope- und Pathé-Einspielungen

von Rainer Aschemeier  •  20. März 2013
Katalog-Nr.: INDE019 / EAN: 3760039839121

Kennern entfährt ein spitzer Schrei des Jubels, denn die hier zu hörenden Aufnahmen gelten unter Saint-Saëns-Anhängern seit Jahrzehnten als die bei Weitem beste Gesamteinspielung von dessen Kammermusik für Bläser, die es gibt. Dabei bildet die hier vorliegende CD nur die eine „Hälfte“, während eine andere CD noch weitere Kammermusikwerke mit Bläserbeteiligung wiedergibt. Beide CDs sind bei Indésens sowohl als Doppel-CD als auch in Einzelausgaben erhältlich. Hier haben wir es mit einer der beiden Einzelausgaben zu tun.

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