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The Listener

Blog für klassische Musik und mehr! ...seit 2003

Suburban Nature
Sarah Jaffe

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SARAH JAFFE ∙ Suburban Nature

von Frank Castenholz  •  14. März 2011

Durch eine Radiosendung, Roots mit Wolfgang Doebeling auf Radio Eins, bin ich letztens dankenswerterweise auf diese LP aufmerksam gemacht, die in den USA bereits Mitte 2010 auf CD und Vinyl (mit Bonus-Track „Vulnerable/Alternate Version“) veröffentlicht wurde. Die Texanische Singer/Songwriter-Dame hatte bereits 2008 eine erste EP namens „Even Born Again“ eingespielt (gerade wiederveröffentlicht – bislang nur auf CD).

„Suburban Nature“ schafft das Kunststück, einerseits in sich schlüssig und homogen zu klingen und eine überzeugende Ökonomie der Arrangements zu pflegen, andererseits jedem einzelnen Track einen eigenen Ausdruck, eine Individualität zu verleihen. Gitarren, Violinen, Cello, Piano, Wurlitzer, Vibraphon, Akkordeon setzen dezente songdienliche Akzente, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht aber immer der (glücklichweise nie aufdringlich expressive oder zu sehr nach vorne gemischte) Gesang, dessen „girl next door“-Charme nicht über Sarah Jaffes Kunstfertigkeit hinwegtäuscht. Man könnte bei ihr wohl Spuren z.B. von Heather Nova, früher Tori Amos, mehr noch von frühen Bright Eyes (z.B. „Watch Me Fall Apart“), Ryan Adams (zu „Love Is Hell“-Zeiten: man höre sich „Swelling“ an) oder Alela Diane ausfindig machen, in manchen Fällen aber eher unter dem Vorzeichen „die Platte, die X schon immer gerne mal aufgenommen hätte“. Die genannten Referenzen zeigen jedenfalls den Drang zur Intimität auf. Die Grenzen zur plakativen Emotionalisierung (etwa im Sinne der ersten Jewel-LP) oder auf der anderen Seite zum gefühligen Easy Listening (Norah Jones) werden aber zum Glück nie überschritten. Dass sie schon sowohl mit Lou Barlow (Dinosaur Jr.) als auch mit Norah Jones auf Tour war, steckt den Rahmen gleichwohl ganz gut ab. Aufgrund des hervorragenden Songmaterials gibt es neben dem durch seine Eingängigkeit hervorstechenden Clementine bis zur letzten Minute sehr viel zu entdecken. Für mich ein guter Grund, meine Top 10 von 2010 neu zu ordnen.
(Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das Vinyl makellos gemastered und gepresst wurde.)

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Label/Mail Order: Kirtland Records

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